Energiewende: Jülichs federführende Rolle

Von: hfs.
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Im Institut für Energie- und Klimaforschung ließ sich Thomas Rachel (2.v.l.) von den Experten erklären, wie zum Beispiel effektive und bezahlbare Energiespeicher funktionieren, um die Energie aus Wind oder Sonne ganzjährig bereithalten zu können. Foto: hfs.

Jülich. Auf den Tag genau vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima stellt die Bundesregierung Wissenschaftlern des Forschungszentrums in Jülich 6,5 Millionen Euro für die Erforschung neuer Speichermaterialien zur Verfügung.

Gleich sechs Bewilligungsbescheide durfte dabei der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel (CDU) an die entsprechenden Institutsleiter überreichen. „Raus aus der Atomenergie, rein in regenerative Versorgungstechniken“ lautete das Credo von Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie wenige Tage nach der Katastrophe in Japan den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland verkündete. Daran erinnerte Rachel bei seinem Besuch im Institut für Energie- und Klimaforschung, als er gleich sechs Projekte auszeichnete, die wesentlich dazu beitragen sollen, dass die Energiewende, wie erhofft, bis zum Jahre 2050 gelingt.

Leistungsstarke Speicher

Ein nicht leichtes Unterfangen, wie Projektleiter Prof. Dr. Rüdiger A. Eichel als einer der begünstigten Scheckempfänger einer großen Festversammlung erläuterte. Geht er davon aus, dass bis zum Jahre 2030 die „Erfolg versprechendsten Energien“ hinsichtlich Material- und Grundlagenforschung gefunden sind, könnten bis zum Jahre 2040 rund 65 Prozent des Energiebedarfs gedeckt werden.

Dann, so erwartet Eichel, dürfte auch das einsprechende Netz, als auch leistungsstarke Speicher, zur Verfügung stehen. Im Jahre 2050 müssten dann rund 80 Prozent der benötigten Energie aus regenerativer „Quelle“ fließen können. „Die Energiewende hat viele Komponenten, die alle ineinandergreifen müssen, damit die Umstellung auf ein nachhaltiges Energiesystem gelingen kann“, stellte Thomas Rachel heraus.

Umso mehr freute er sich, dass diese Herausforderungen im Forschungszentrum Jülich umfassend angegangen werden, die Entwicklung neuer Technologien über die Materialforschung bis hin zur systematischen Betrachtung hier in guten Händen seien. „Deshalb fördert die Bundesregierung diese Jülicher Forschung zusätzlich mit 6,5 Millionen Euro für die Energiewende“, nannte Rachel die Summe von 80 Millionen Euro, die von der Bundesregierung insgesamt in Deutschland für das Erreichen der Energiewende zur Verfügung gestellt werden. Gerade die Speicherung von Strom und die aus Windrädern erzeugte Energie in leistungsstarke Speicher stellt die Wissenschaftler noch vor große Herausforderungen.

Schließlich sollen saisonale Speicher mit Kapazitäten für zwei oder gar drei Monate entwickelt werden. Gilt dieses Ziel für industrielle Erzeuger, müssen für den Privatmann, der Strom aus Photovoltaikanlagen bezieht, kostengünstige Speicher mit hoher Energiedichte zur Verfügung stehen. Zusätzlich gelte es, so Prof. Dr. Joachim Mayer, leistungsstarke Speicher mit hoher Zyklen-Effizienz zur Stabilisierung der Netze bereitzuhalten, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen. Als Energiespeicher sollen, so die Jülicher Wissenschaftler, Lithium-Ionen-Batterien dienen, als Akkumulatoren – wieder aufladbare Batterien – bieten sich Metall-Luftbatterien an, die einen ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen versprechen.

Viele Kooperationspartner

Mittels Brennstoffzellen kann Energie im großen Maßstab über mehrere Monate gespeichert und bereit gehalten werden. Doch neben allen Entwicklungen für leistungsstarke Speicher, sei, so Prof. Jürgen-Friedrich Hake, die Umstellung des Stromnetzes ein „entscheidender Faktor bei der Transformation des Energiesystems.“ Dass die Jülicher Forscher viele Kooperationspartner in Deutschland und Europa haben, macht deutlich, wie intensiv die Problematik für das Erreichen der Energiewende angegangen wird. Es sei eine europäische Aufgabe, bei dem das Forschungszentrum Jülich federführend sei, unterstrich Thomas Rachel, machte dies unter anderem auch daran deutlich, dass zurzeit über 1000 Mitarbeiter des FZJ daran arbeiten und forschen, „damit uns die Energiewende gelingt.“

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