Energiepflanze Miscanthus wächst auf Feldern bei Jülich

Von: Antonius Wolters
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Eine staubige Angelegenheit: Miscanthus wird einmal pro Jahr geerntet. Die Energiepflanze, die inzwischen als Einstreu sehr beliebt geworden ist, wird mit einem Maishäcksler geschnitten und gleich auf einen Anhänger befördert. Foto: Jansen
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Die Hände voller Miscanthus-Streu: Marc Schmitz (l.) und Tobias Kollmann mit dem jüngsten Ernteertrag. Foto: Wolters

Jülicher Land. Als vor ziemlich genau drei Jahren an dieser Stelle über Tobias Kollmann und Marc Schmitz berichtet wurde, waren die beiden Bauernsöhne aus Mersch gerade mit ihrer privaten Energiewende beschäftigt. Die mündete in der Gründung der gemeinsamen Firma „Schmitz & Kollmann Energy Solutions“, die neben verschiedenen Heizsystemen die Produktion nachwachsender Rohstoffe in den Blick genommen hatte.

Insbesondere der Anbau der beiden mehrjährigen Energiepflanzen Chinaschilf (Miscanthuas giganteus) und Sida hermaphrodita hatte es dem Duo angetan, wobei die Sida-Nutzung in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich unter die Lupe genommen wurde. Tobias Kollmann schrieb zu diesen wissenschaftlichen Untersuchungen auch seine Master-Arbeit an der Fachhochschule in Jülich.

Inzwischen arbeitet Kollmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum, wo er allerdings in einem anderen Bereich tätig ist als während der damaligen Sida-Untersuchungen. Marc Schmitz ist dagegen als Applikationsingenieur in der Motorenentwicklung tätig, hat sich also ebenfalls ein Stück weit von den Erneuerbaren Energien entfernt.

Sida-Anbau auf Versuchsparzelle

Den Energiepflanzen widmen sich beide inzwischen „nur“ noch im Nebenerwerb. Sida wird noch auf einer kleinen Versuchsparzelle angebaut, während Miscanthus, das bis zu vier Meter hoch wird, in Mersch auf knapp drei Hektar wächst und gedeiht.

Von Hand sind die ebenso genügsamen wie schnell wachsenden Pflanzen vermehrt worden, um die ursprüngliche Anbaufläche Zug um Zug erweitern zu können. Für die Vermehrung reicht es aus, den Spross (Rhyzom) einer solchen Pflanze zu teilen. Dieses Pflanzgut hat die gemeinsame Firma „Heizkraut“ ebenfalls im Angebot. So bauen Kunden Miscanthus etwa als Sichtschutz oder natürliche Wildschutzzäune an.

Pelletts und Briketts, für die dieser nachwachsende Rohstoff ursprünglich vorgesehen war, sind indes zwischenzeitlich durch die Verwendung als Einstreu in Ställen und bei Kleintieren abgelöst worden. „Im Moment gibt der Markt es nicht her“, erklärt Marc Schmitz das Umschwenken vom Energie- auf dem Tiermarkt. Pferde-, Vogel- und Kaninchenzüchter bevorzugen gehäckseltes Miscanthus gegenüber Heu und Stroh, da es Feuchtigkeit gut bindet, die Geruchsbelästigung im Rahmen bleibt und auch keine Koliken auftreten, da die Pflanzen wegen der enthaltenen Bitterstoffe von den Tieren kaum gefressen werden.

Das Einstreugut muss zudem nur sehr selten gewechselt werden und ist entsprechend wirtschaftlich. Diese Einstreu-Pelletts muss die Firma „Heizkraut“ Miscanthus inzwischen selbst zukaufen. Sie bleiben dann für sechs bis zwölf Monate in der Box und bilden Matten.

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