Endlich kopfüber in den „Jülicher Sommer“!

Von: Guido Jansen
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Kopfüber ins Wasser: Viele haben am Dienstag den Sprung vom Fünfmeterbrett gewagt. Nach dem vergangenen Sonntag war der Dienstag bisher der besucherstärkste Tag im Freibad. Foto: Jansen
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Der WVER warnt unterdessen vor den Gefahrenstellen an Wehren. Foto: WVER

Jülicher Land. Das gab‘s schon lange nicht mehr: Stau an der Kasse des Jülicher Freibads. „Dieses Jahr hatten wir das noch nicht“, sagt Heiko Weylo, Schwimmmeister im Freibad. „Es wurde Zeit.“ Denn bisher ist die Freibad-Saison aus Sicht des Betreiber Stadtwerke Jülich (SWJ) schlecht angelaufen.

 „Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir bis jetzt weniger Besucher“, sagt Sprecherin Sigrid Baum. „Das ist ja auch verständlich, denn dieser Sommer war wirklich durchwachsen.“ Waren die Zahlen im Mai mit über 2000 Besuchern deutlich besser als im Vorjahr (900), machte der kalte und nasse Juni diese gute Anfangsbilanz schnell zunichte.

„Im vergangenen Juli hatten wir über 18.000 Gäste im Freibad – da brauchen wir jetzt noch ein paar richtig schöne und warme Tage, um diese exzellenten Zahlen wieder zu erreichen“, erläutert Andreas Kayser, SWJ-Leiter Bäderbetrieb. „Aber wir sind optimistisch.“ Heiko Weylo bestätigte den Eindruck, während sein Blick über das gut gefüllte Freibad schweift. 2000 Besucher seien realistisch. „Und wenn es morgen früh wolkenfrei ist und so heiß wird wie angekündigt, dann ist der Andrang noch größer.“

Das ist nichts, was das Freibad nicht bewältigen kann. Doppelt so viele Besucher passen rein. Und lange Wartezeiten gibt es auch dann nicht an der Kasse. „Wir wollen hoffen, dass wir noch ein paar schöne Tagen haben und wir Schwimmmeister was zu tun kriegen“, sagt Weylo.

Viele Menschen suchen aber auch natürliche Gewässer auf, vor allem die Rur. Das Nutzen der Fließgewässer sei außer in ausgewiesenen Naturschutzgebieten nicht grundsätzlich verboten, erklärte jetzt der Wasserverband Eifel-Rur (WVER), der jedoch warnte: „Hier lauern unabsehbare Gefahren, die durchaus zu Verletzungen oder auch zum Ertrinken führen können.“

In den Fließgewässern sei der unebene Untergrund schwer abzuschätzen, so der WVER. Die Strömungsverhältnisse könnten Vertiefungen ausgespült haben, Steine könnten zudem rutschig sein. Wer ausrutscht und mit dem Gesicht nach unten aufkomme, könne auch bei geringer Wasserführung ertrinken. Außerdem könnten die Gewässer Treibgut wie größere Äste mit sich führen, die für Badende ebenfalls eine Gefahr darstellten.

Besonders gefährlich sei jedoch der Aufenthalt an Wehren im Fluss. Unter diesen bilde das herabfallende Wasser eine Walze, aus der man – einmal hineingeraten – nur schwer oder gar nicht entkommen könne. Da habe es in der Vergangenheit immer wieder Todesfälle gegeben. An Wehren würden entsprechende Hinweisschilder auf die bestehende Lebensgefahr hinweisen.

Der WVER bittet um verantwortungsvolles Verhalten an Rur, Inde, Wurm und Co. Vor allem Eltern sollten aufklärend auf ihre Kinder einwirken. Um doch zum Badespaß zu kommen, rät der Verband zum Besuch von Badeanstalten und ausgewiesenen Badeseen.

Zurück ins Jülicher Freibad: Was aus Sicht des Betreibers sehr gut in diesem Jahr geklappt hat, ist die Temperierung des Wassers in den einzelnen Becken, berichtet Weylo. „Die kalten Nächte im Mai mit den sehr niedrigen Temperaturen waren schon eine Herausforderung für uns.“ Jetzt, wenn es nachts zwischen 10 und 15 Grad warm ist, seien die Wasser-Wunschtemperaturen schnell erreicht. Die SWJ nutzen ein Wärmetauschverfahren, das in der Nacht abläuft und dafür sorgt, dass morgens eine Schwimmer-freundliche Temperatur erreicht ist.

So hat das Wasser durchschnittlich 25 Grad im Sportbecken, 24 Grad im Nichtschwimmerbecken und 27 Grad im Planschbecken. „Alle Bereiche bei uns werden gut angenommen“, weiß Heiko Weylo. „Unsere Jugendlichen treffen sich zum Spaß machen im Nichtschwimmer-Becken oder chillen auf der Wiese, die Erwachsenen lieben das Sportbecken, und Mütter mit Kleinkindern schätzen unser Planschbecken.“

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