„Ende Gelände”: Jülichs letzte Gewerbefläche

Von: -vpu-
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Die Merscher Höhe: Hier könn
Die Merscher Höhe: Hier könnte das nächste große Jülicher Gewerbegebiet entstehen. Allerdings stehen diverse Prüfungen in Sachen Natur- und Artenschutz noch aus. Foto: Guido Jansen

Jülich. Umgangssprachlich ist ein eher ungewöhnliches Problem der Stadt Jülich kurz, knapp und präzise zu beschreiben: „Ende Gelände”. Es gibt noch genau ein freies Gewerbegrundstück im Gewerbegebiet Königskamp II - und das nicht mehr lange.

Denn um das vorerst letzte Areal von 4000 Quadratmetern bewerben sich mehrere Interessenten. Anders ausgedrückt: Käme jetzt ein Investor mit der Absicht, sich ansiedeln und hundert Arbeitsplätze schaffen zu wollen, müsste die Stadt abwinken. Oder auf Zeit spielen, denn mittelfristig könnte es wieder ein Gewerbeflächenangebot geben. Doch schon die Zeit bis dahin ist für eine Stadt ein substanzielles Problem. Darüber werden wir beim Stadtgespräch am Dienstag, 23. Oktober, mit namhaften Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und von der Stadt reden.

Diese gemeinsame Veranstaltung des Vereins Stadtmarketing und unserer Zeitung beginnt um 19.30 Uhr (Eintritt frei) und findet nicht ohne Grund im Technologiezentrum Jülich statt. Das TZJ feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Es steht symbolisch für ein funktionierendes System, jungen Unternehmen und Gründern auf die Beine zu helfen, bis sie selbst stehen können.

Der Idealfall aus Jülicher Sicht könnte so aussehen: Im Forschungszentrum oder auf dem FH-Campus dieser Stadt entstehen marktfähige Technologien oder Ideen. Wenn sie marktreif sind, finden sie alles, was sie in den ersten Jahren brauchen, im Technologiezentrum. Und im Erfolgsfall errichten diese Unternehmen in Jülich, im Jülicher Land oder wenigstens im Kreis Düren nach ein paar Jahren ihren Betrieb in einem Gewerbegebiet. Für diesen „Idealfall” gibt es einige Beispiele, aber ihn kann es nur geben, wenn auch Flächen zur Verfügung stehen.

Weil das derzeit nicht so ist, lässt sich Frank Drewes Kommentar nachvollziehen: „Das ist ein großes Problem für uns.” Er ist Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich, die für die Vermarktung der Gewerbeflächen zuständig ist. Ein neues Areal ist zwar schon „ausgeguckt”, kann aber nicht im Schnellverfahren genutzt werden: die Merscher Höhe.

Inzwischen hat die SEG mit dem Besitzer des Grundstücks, auf dem sich einst die Rundfunksendeanlage befunden hat, verständigt. Beide Seiten wollen kooperieren. Die stadteigene Gesellschaft hat bereits 60.000 Quadratmeter derzeit landwirtschaftliche Flächen laut Drewes „zu marktüblichen Konditionen” gekauft. Was aber, wenn da der Feldhamster gefunden wird? Dann könnte sich die Genehmigung von Gewerbeflächen in die Länge ziehen. Im nächsten Frühjahr wird das Areal also mit Blick auf Arten- und Naturschutz untersucht. Dann sieht man weiter.

Wie lässt sich die Zwischenzeit überbrücken? Welche Erfahrungen haben Gründer gemacht, die sich in Jülich niedergelassen haben. Welche Pläne hat die Stadt? Welche Chancen sieht zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer? Was fehlt etablierten Unternehmen in der Stadt?

Darüber wird genauso zu sprechen sein wie über das 20-jährige Bestehen des Technologiezentrums. Die Einrichtung schreibt seit 1998 ununterbrochen schwarze Zahlen und weist hohe Auslastungen auf. Nicht zuletzt kann auch das Publikum an diesem Abend Fragen stellen. Oder Sie sagen schon jetzt, was Sie denken.
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