Ellen Gürtler im Kulturbahnhof: Literarisches und Gesang

Von: ptj
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Therapeutin und Künstlerin Ellen Gürtler lädt im Saal des KuBa zum musikalisch-literarischen Adventsfrühstück ein. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“ So zitierte die Jülicher Therapeutin und Künstlerin Ellen Gürtler den Schweizer Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti. Anlass war ein adventliches Frühstücksbüffet im Rahmen der städtischen Aktion „Kunst im Advent“ im Saal des Kulturbahnhofs.

Was denn die wahre Weihnacht ist, durfte sich jeder der rund 40 Kulturfrühstücker im abgedunkelten Saal mit Kerzen auf den Tischen selbst überlegen. Zum Einstieg sang Ellen Gürtler mit ihrer schönen Sopranstimme das englischsprachige Stück „I am glad there‘s you“, in dem es ins Deutsche übersetzt unter anderem heißt: „In dieser Welt voll überschätzter Vergnügen und unterschätzter Besonderheiten bin ich froh, dass es dich gibt“.

Hintergrund der Auswahl dieses Stücks war für die Interpretin die Tatsache, dass im Januar Scheidungsanwälte besonders viel zu tun haben. Als erstes Gedicht trug Gürtler „Die Weihnachtsmaus“ vor. Darin findet sich unter anderem der Reim: „Nun, fürchte ich, im Januar hat sich die Maus verzogen. Dann werd‘ ich selbst das ganze Jahr zur Rechenschaft gezogen.“

Nett waren auch gesammelte Briefe italienischer Kinder an den Weihnachtsmann unter dem Titel „Lieber Weihnachtsmann“, die Gürtler allerdings in Deutsch vortrug. Ein Kind beschwert sich zum Beispiel beim Heiligen Mann, dass er reiche Kinder auch Weihnachten viel reicher beschenke, obwohl doch gerade er die armen Kinder verstehen müsste. Ein anderes schüttet ihm sein Herz aus, dass „Papa und Mama zwei geschiedene Wohnungen haben“ und äußert ganz anders geartete Weihnachtswünsche. Aufschlussreich ist auch ein „Interview mit dem Weihnachtsmann“, eine Kindergeschichte für Erwachsene von Erich Kästner.

Erinnerung an New York

Als erstes Weihnachtslied stimmte Gürtler das englischsprachige „O come all ye faithful“ an, das dem deutschen „Herbei all ihr Gläubigen“ entspricht. Die Therapeutin hatte nette Erinnerungen an ein Weihnachtsfest in New York, wo sie in der Baptistenkirche dieses Lied mitgeschmettert hatte.

Die Geißel des Stadtteils

Episoden aus „Hilfe, die Herdmanns kommen“, standen als nächstes auf dem kulturkulinarischen Programm. Sechs magere dünnhaaarige Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten, die Geißel des ganzen Stadtteils. Sie lügen und stehlen, rauchen Zigarren und erzählen schmutzige Witze. Einmal setzen sie beim Erproben eines geklauten Chemiekastens sogar ein ganzes Haus in Brand. Ein anderes Mal wirken sie beim weihnachtlichen Krippenspiel in der Kirche mit. Plötzlich spielt sich die Weihnachtsgeschichte nicht mehr vor dem altbekannten beglückenden Hintergrund ab.

Des Weiteren las Gürtler Texte von Klassikern wie Bertholt Brecht, Hermann Hesse und Manfred Mann und sang etwas andere Weihnachtslieder wie etwa „In this world“, „The prayer“ oder „The rose“. Das Publikum an den Frühstücktischen spendete nach jedem Beitrag und natürlich abschließend reichlich Applaus.

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