Jülich - Einzigartiges Gerät: Der neue „Star” der Jülicher Hirnforschung

Einzigartiges Gerät: Der neue „Star” der Jülicher Hirnforschung

Von: hfs.
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Wie stark die Magnetstrahlung ist, zeigt Professor Jon Shah: Ein mit Aluminium beschichteter Pappkarton wird ebenso angezogen wie Münzen, die je nach Ausrichtung an den Wänden haften bleiben. Foto: hfs.

Jülich. Einen Einblick in das menschliche Gehirn - ganz ohne Narkose und Skalpell, aber detaillierter als je zuvor. Das ermöglicht Jülicher Neurowissenschaftlern im Forschungszentrum nun der so genannte 9,4 Tesla Magnetresonanz-Tomograph (MRT), an den ein Positronen-Emissions-Tomograph (PET) gekoppelt ist.

Dabei handelt es sich um ein weltweit einzigartiges Gerät, mit dem nicht nur geforscht, sondern auch diagnostiziert werden kann. Ende April wird es offiziell von den Geldgebern eingeweiht. Die Forscher erlaubten schon jetzt einen Blick auf das 20 Millionen Euro teure Gerät, das Hoffnungen für viele Menschen ist.

Hoffentlich muss man nie in die Röhre! Diesen Gedanken hatten sicher schon viele, denen es das Forschungszentrum Jülich aber nun erlaubte, die Gerätschaften zur exzellenten Hirnforschung kennen zu lernen. Der Patient, der gerade im älteren 4,0 Tesla-Gerät liegt, sieht das ganz anders. Die Arbeit der Jülicher Neurowissenschaftler hat sein Leben verlängert.

„Normaler Weise wäre der Mann spätestens nach anderthalb Jahren tot gewesen. Jetzt übersteht er seine Krankheit schon im vierten Jahr.” Professor Hans Herzog arbeitet am Institut für Neurowissenschaften und Medizin und meint das sachlich. Er kennt den Patienten, der unter einem unheilbaren Gehirntumor leidet. Der ist gewandert, so dass der Erkrankte schon dreimal operiert werden musste.

„Wir konnten ihm helfen”, sagt Herzog stolz, denn der Tumor konnte immer lokalisiert werden, auf den Millimeter genau. Möglich macht dies das Kombigerät aus MRT und PET, mit dem die Wissenschaft neue Verfahren zur Diagnose und Therapie neurologischer Hirnerkrankungen entwickelten. Diese Gerätschaften werden nun von einem weiteren „Hybrid-Gerät” abgelöst, dessen Magnetfeld um ein Vielfaches höher ist.

„Je höher das Magnetfeld, desto besser wird die Bildqualität, desto klarer unterscheiden sich die verschiedenen Gewebetypen im Gehirn voneinander”, schwärmt Professor Jon Shah von „9Komma4”. Das steht für die Feldstärke, die von seinen Magnetspulen erzeugt wird. Eine Kraft, die rund 190.000-mal so stark ist wie das Magnetfeld der Erde. Der 60 Tonnen schwere Magnet steht hinter 870 Tonnen Stahl.

„Wir haben nun den Durchblick des menschlichen Gehirns bis ins Detail”, betont Shah. Sogar das Verhalten einzelner Zellen im lebenden Organismus können die Forscher und Mediziner verfolgen. Durch die Kombination beider Gerätetypen werden anatomisch detaillierte „Bilder vom menschlichen Gehirn geliefert, die nie zuvor ein Mensch zuvor gesehen hat”. Auch an Alzheimer Erkrankten kann wohl geholfen werden, denn 9,4 ist der Star im Observatorium der Jülicher Hirnforscher - dank Früherkennung.
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