Einzigartig: Jülicher Kinder im Sportcheck

Von: ptj
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Die Balance zu halten, erfordert eine gute körperliche Koordination und Konzentration. Die Grundfähigkeiten haben die meisten der getesteten Jülicher Zweitklässler. Foto: Stock/Imagebroker
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Selbst sehr sportlich: das Sportcheck-Team aus Mitarbeitern der Stadt Jülich, des Kreissportbundes, der Sparkasse Düren und der Barmer GEK im Neuen Rathaus. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Unsere Gesundheit, besonders die der Jungen und Jüngsten, liegt uns am Herzen“, betonte Bürgermeister Heinrich Stommel. „Uns geht es um Bewegung, aber auch um den Abbau von Konzen-trationsschwächen und die Stärkung der Sozialkompetenz“, setzte Dezernentin Katarina Esser nach.

Deshalb hat die Stadt Jülich in Kooperation mit dem Kreissportbund Düren (KSB), der Sparkasse Düren und der Barmer GEK ein bisher einzigartiges und auf vier Jahre angelegtes Test-Projekt angestoßen: den Sportcheck der Grundschüler(-innen) in Jülich. Kosten: 30.000 Euro.

Erstmals stand dieser Check im November 2013 auf dem Plan. Insgesamt 281 Zweitklässler – 154 Jungen und 127 Mädchen aus fünf Jülicher Grundschulen – wurden in 14 Gruppen „mit fest definierten Parametern mit Cube-Sports Sportgeräten“ getestet, wie KSB-Geschäftsführer Wolfgang Schmitz es ausdrückte. Ziel des Sportchecks war die Feststellung des Fitnesszustandes, um „alle Kinder in Jülich angemessen und individuell zu fördern“. Sebastian Liebert, inzwischen beim Kreissportbund verpflichtet, analysierte und präsentierte das Projekt im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit.

Beim Sportcheck wurden die Kinder in Leistungsklassen von eins bis fünf eingeteilt, wobei fünf die „weit überdurchschnittlichste“ darstellte. Im Cube-Parcours wurden die fünf motorischen Hauptbeanspruchungsformen Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit getestet. Drei Stationen fragten zudem die sportartspezifischen Eigenschaften Werfen, Schießen und Wurfgenauigkeit ab. Ausgewertet wurde schul- und klassenintern, nach Geschlecht und dem Kriterium Migrationshintergrund.

Fazit: „Den getesteten Schüler/innen der Stadt Jülich können allgemein gute motorische Grundfähigkeiten attestiert werden.“ Kinder mit Migrationshintergrund waren im Durchschnitt etwas besser, „ballgewandter und koordinierter“.

Nach Auswertung der individuellen Leistungsklassen erreichten 39 Kinder (13,9 Prozent) überdurchschnittliche, 49 Kinder (17,5 Prozent) unterdurchschnittliche Testleistungen. Neun von 49 Kindern erreichten weniger als 15 Punkte und wurden für eine therapeutische Behandlung empfohlen.

Bei den unterdurchschnittlichen Leistungen war eine signifikant schlechtere „Schnellkraft der unteren Extremitäten“ (Standweitsprung-Leistung) im Vergleich zu den Mitschülern auffällig. Laufleistungen und motorische Leistungen entsprechen dem deutschen Durchschnitt, in der Motorik weisen sie jedoch weniger überdurchschnittliche Ergebnisse auf. Übergewichtig sind 30 Kinder (10,7 Prozent), untergewichtig 19 Kinder (6,7 Prozent), was ebenfalls den deutschlandweiten Werten entspricht.

Der Aufbau eines Netzwerkes zwischen Schulen, Sportvereinen und Therapeuten wurde bereits angestoßen. Aus den Treffen resultieren bereits Neuanmeldungen in den Vereinen. Die Eltern erhielten Empfehlungsschreiben, Lehrpersonal wurde geschult, die Ergebnisse wurden beim Stadtsportverband vorgestellt. Geplant ist zudem die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens in den fünf städtischen Grundschulen – damit wäre Jülich erneut eine Vorreiterkommune in ganz NRW.

Die Umsetzung der Maßnahme musste wegen der Sturmschäden und damit verbundener Schließung der Sportanlagen verschoben werden. Ferner wollen Sportamt und KSB bei den Vereinen die Resonanz des Sportchecks abfragen und den Test bei der Landesregierung vorstellen, die ebenfalls einen Sportcheck plant. „Wir haben uns beworben, weil wir auf Landesebene kommunizieren möchten“, so formulierte es Katarina Esser.

Im November steht der zweite Testlauf an, danach werden die Ergebnisse verglichen.

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