Eine Squashhalle wird zum Gotteshaus

Von: ptj
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Pastor Simon Diercks präsentiert den Bauplan, für den sich die Freie evangelische Gemeinde (FeG) entschieden hat. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Glauben.gemeinsam.bauen“ heißt das Motto, unter dem die Bauphase des neuen Gemeindezentrums der Freien Evangelischen Gemeinde (FeG) Jülich in der Margaretenstraße in der ehemaligen Squashhalle fröhlich an den Start ging – zunächst mit dem „Absquashen“.

Wer also ein letztes Mal den Squashschläger zur Hand nehmen wollte, hatte dazu Gelegenheit, natürlich kostenlos. Ferner gab es Kaffee, Kuchen und belgische Waffeln und die bisher namenslose Band der FeG spielte christlich/rhythmische Lieder. Die FeG stellte sich ihren neuen Nachbarn und Mitarbeitern der Stadt Jülich vor und stimmte sich und andere auf die beginnende Bauphase ein.

Jeden Samstag packen nur die rund 50 Gemeindemitglieder im Heckfeld kräftig mit an, natürlich ehrenamtlich. Erste Arbeiten im Wohnhaus, das Pastorat für Simon Diercks und seine Familie werden soll, sind bereits getan. Die großen Lagerhallen sind vermietet, Mittelhalle und Hof sollen weiterhin Treffpunkt für Gemeindefeste bleiben. Die Squashhalle schließlich wird zum kirchlichen Gemeindezentrum umgebaut.

Gerade hat sich die FeG als Bauherr auf einen Bauplan geeinigt. Archtitekt ist Dipl.-Ing. Hanns-Helge Janssen aus Aachen. Mittelpunkt ist ein Gottesdienstraum von knapp 140 Quadratmetern mit 118 Sitzplätzen und einem Podium von rund 40 Quadratmetern. Dort wird gepredigt, musiziert und nicht zuletzt das Abendmahl vorbereitet, das nur einmal im Monat gehalten wird, um nach dem Willen des Gründers Heinrich Herrmann Grafe seiner „hohen Wertschätzung“ gerecht zu werden.

Desweiteren gibt es ein Foyer, zwei Gruppenräume, einen Eltern-Kinderraum, Küche/Bistrobereich, Heizungsraum, einen WC-Trakt mit Lager und einen acht Meter großen Windfang. Nächste Woche wird der Bauantrag gestellt. Die Gemeinde hofft, im Mai richtig loslegen zu können. Vielleicht kann der Einzug bereits im November erfolgen. Offiziell eröffnet wird das neue Zentrum mit Sicherheit erst im nächsten Jahr. Immerhin ist es „ein Wunder Gottes, dass das überhaupt geklappt hat“.

15 Jahre lang „wohnte“ die FeG Jülich in der Wiesenstraße, jetzt hat sie endlich geeignete Räume im Heckfeld gefunden. Der Kaufvertrag wurde im September 2013 unterzeichnet, im Dezember folgte ein erster Gebetsabend. Schließlich sollte die neue Halle „ein wenig warm gebetet“ werden.

Auch zur Einstimmung auf die Bauphase durfte eine Kurzandacht nicht fehlen. „Jetzt ist Jesus am Ball“ war Pastor Diercks Predigtthema. Christoph Geisse, Mitglied der Gemeindeleitung, sprach zur Geschichte der FeG. Ein Kind entrollte ein Banner mit dem Baumotto „Glauben.gemeinsam.bauen“, passend zum Gemeindemotto „Glauben.gemeinsam.leben“. Im Übrigen wird jeder Sonntagsgottesdienst der FeG bereits ins Englische übersetzt. In Englisch tauscht sich auch die Studentengruppe aus, eine chinesische Bibelstudentengruppe ist geplant.

Das Projekt wurde über die Spar- und Kreditbank des Bundes Freier evangelischer Christen (SKB) mit Sitz in Witten auf 20 Jahre finanziert. Auch das Pfarrerehepaar Diercks trägt mit seiner Miete zur Finanzierung des Gemeindezentrums bei.

Die SKB ist eine Genossenschaftsbank und Mitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Freie evangelische Gemeinden sind unabhängig von staatlicher Unterstützung, sie finanzieren sich durch freiwillige Spenden der Mitglieder.

Die Gemeinde in Jülich besteht seit 1999, zusammen mit etwa 440 weiteren Gemeinden gehört sie zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes (KdöR). Die Gemeinden verzichten bewusst auf die Möglichkeit, Kirchensteuern zu erheben. Die erste FeG wurde 1854 durch den Wuppertaler Kaufmann Hermann Heinrich Grafe (1818 - 1869) in Elberfeld-Barmen gegründet.

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