Höllen - Eine Rolle wird zur größten Bescherung

Eine Rolle wird zur größten Bescherung

Von: ptj
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Hinter einem angeklebtem Bart und Brille versteckt: Als Nikoläusin feiert Gisela Bausch ihr 40-jähriges Jubiläum als Nikoläusin. Hier zückt die Höllenerin in der Rolle ihres Lebens das Goldene Buch. Foto: Jagodzinska

Höllen. Gisela Bausch aus Höllen feiert ihr 40. Jubiläum als Nikoläusin, eine Aufgabe, die sie „nach wie vor sehr gerne” übernimmt. „Am schönsten ist es, wenn viele Kinder da sind, die mit großen Augen auf den Nikolaus warten”, beschreibt die Jubilarin ihre Tätigkeit, die in der „Justizkanzlei” Jülich ihren Anfang nahm.

Kollegin Maggie Odenthal hatte Kostüme des Heiligen Mannes und seines Begleiters „Hans Muff” mit ins Büro gebracht. Gisela Bausch legte das rote Gewand an, ihre Kollegin verkleidete sich als düsterer Begleiter. Plötzlich erschien der Personalchef Wurm. Und reagierte „ganz anders als angenommen”. Er sagte: „Sie tragen das Kostüm, jetzt müssen Sie auch durchs Haus gehen und den Nikolaus spielen.”

Und darauf bestand er. Zunächst wurden vertraute Kollegen beglückt, dann waren die Richter an der Reihe, die ebenfalls „ganz toll mitspielten”. Wachtmeister Burg engagierte den Nikolaus sofort für seine Tochter Gaby, die später Gisela Bauschs Arbeitskollegin wurde.

Die wiederum beauftragte die Nikoläusin für ihren Sohn Volkhahn. „Ganz besonders unter die Haut” ging der Jubilarin, als jener Volkhahn zu ihr sagte: „Nikolaus, ich kann auch beten”, und mit großen Gesten das Vaterunser vortrug. Gisela Bausch hatte damals seine Mutter nach einem Gebet gefragt, ihre Antwort wiederholte Jahre später ihr Sohn. „Hör mal, Gisela, das kannst du doch eigentlich jetzt jedes Jahr machen”: Diese Anregung stand am Anfang ihrer Nikolauskarriere.

Seitdem zieht die Jubilarin mit „Hans Muff” Maggie Odenthal aus Welldorf und „Engelchen” Rosi Breuer aus Stetternich los, beide Anfang 50 und damit 15 Jahre jünger als sie. Nachdem sie sich bei einem Kaffeetrinken in adventlicher Atmosphäre auf das Ereignis eingestimmt haben, schultern sie einen Sack mit Süßigkeiten, Äpfeln und Nüssen und verteilen davon auch etwas an Kinder, die sich ihnen unterwegs vertrauensvoll nähern.

Zunächst war das Trio plus Fahrer nur am Nikolausabend unterwegs, später aufgrund der wachsenden Nachfrage auch am darauf folgenden Nikolaustag. Etwa 15 Familien stehen mittlerweile auf ihrem „Nikolausfahrplan”. Und für jedes Kind arbeitet Gisela Bausch in ihrem goldenen Buch eine DIN A4-große Seite aus.

Elterliche Bitten

Mit jedem anwesenden Kind führt sie liebevoll ein aufbauendes Gespräch, in das es sich unbefangen einbringen kann. Auf elterliche Bitten hin, zum Beispiel die fehlende Ordnungsliebe ihrer Sprösslinge zu bemängeln, versucht Gisela Bausch, die Kleinen dazu zu bewegen, von sich aus aktiv zu werden.

Und natürlich nimmt sich die Nikoläusin Zeit, Gedichte oder Hausmusik anzuhören, die zu Ehren des Heiligen Mannes vorgetragen werden. Zudem besucht Gisela Bausch nur Familien, und keine Vereine, „wo das eher ins Lächerliche gezogen wird”.

Ihrer Meinung nach gebührt auch ihren Begleitern „Hans Muff” und „Engelchen” Anerkennung für 40 Jahre Nikolausbesuche. Die beiden Damen, die jeweils ein oder zwei Mal eine „Babypause” genommen haben, sind aus diesem Grund allerdings nicht einverstanden.

Was kostet ein Nikolausbesuch? „Gar nichts.” Freiwillige Trinkgelder verwendet das Trio um Bausch samt Ehemännern und Nikolausfahrer zu einem gemeinsamen Abendessen. Unkostümiert versteht sich
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