Eine lebenslange Verpflichtung für „Richard den Wolff”

Von: ptj
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Ausgezeichnet: Senatspräsident Linus Wiederholt verleiht dem „Pattühm” Richard Wolff den Hexenturmorden. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit „Jod Preck” und dem Lazaruslied stimmte sich die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus auf die Verleihung des Hexenturmordens im Hotel „Kaiserhof” ein. Nicht fehlen durfte „et Beste, wat mer han”, der auf den Namen „Richardus” getaufte Lazarus sowie die Vereidigung der versammelten Gesellschaft.

„Ich schwöre on jelobe, dich Lazarus Strohmanus am Fasteloventsdienstag durch die Stroße de Stadt Jülich zu drare on zu werfe, wie et sich für ene anstündige Bürger eignet on jebührt.”

Präses Heinrich Ningelgen hielt die Versammlung mit heiterem „Klaaf” bei Laune und verlieh Luc Rey und Martin Marquardt für besondere Treue die Ehrenkappe. Gut gelaunt trotz des Winterwetters stattete das Jülicher Kinderdreigestirn der Festgesellschaft einen Besuch ab und befahl„in der fünften Jahreszeit Jubel, Trubel, Heiterkeit”.

Feierlich verlieh Senatspräsident Linus Wiederholt dem „Pattühm” Richard Wolff den Hexenturmorden als „lebenslange Verpflichtung”: Bei allen Lazarusanlässen vom 11.11. bis Aschermittwoch habe der Geehrten den Orden zu tragen und müsse in diesem Jahr die Gesellschaft zum traditionellen Nikolausbruch einladen. Die Laudatio hielt sein Vorgänger Dr. Dieter Scheidt. „Richard der Wolff” schrie bereits bei seiner Geburt 1950 auf „römisch/historischem Boden” auf, weil er den väterlichen Betrieb, eine Polsterei erben sollte. Stattdessen wurde er später „Sofa” (Sozialversicherungsfachangestellter). Den karnevalistischen Frohsinn hatte ihm sein allzu früh verstorbene Vater„allzu schmackhaft gemacht”.

Wolffs närrische Karriere begann im Kinderelferrat der „Rurblümchen”, bevor er sich mit 17 Jahren bei den „Rursternchen” engagierte, die er ab 1985 für 24 sehr erfolgreiche Jahre leitete. In seine Amtszeit fielen auch die Gründung der „Old men”, einer besonders bei den Damen bleliebte Parodistengruppe und die „Kölsche Nacht”.

Im Privatleben tat sich der Ordensempfänger zunächst als Messdiener und später 40 Jahre lang als Sänger im Kirchenchor der Propsteikirche hervor. Er war eifriger Tischtennisspieler beim TTC, Jugendtorwart bei Jülich 10 und Mitspieler einer Hallenfußball-Lehrermannschaft. 1968 folgte „das Multitalent” seiner Angebeteten Monika, Tochter einer Jülicher Steinmetzes, an ihren Urlaubsort Texel, und „überzeugte sie von dem Vorteil, sich an seiner Seite keine Sorgen mehr machen zu müssen”. Nach der Hochzeit 1973 schenkte sie ihm zwei „wiederum schöne Töchter, baute das versprochene Häuschen in der Sternschanze und ward rundum glücklich”. Scheidts größtes Kompliment an seinen Nachfolger beschloss die gelungene Laudatio mit einer Prise Humor: „Sein Hobby ist sein ganzes Leben schlechthin. Was er tut, tut er aus Überzeugung, mit Ernst, Hingabe und Humor, und es gelingt ihm gekonnt und erfolgreich”.
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