Eine knappe Mehrheit für die 185 Meter hohen Windräder

Von: ojo
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Höher als diese drei werden die die Windkraftanlagen, für die der Linnicher Stadrat nun grünes Licht gab. Foto: Jonel

Linnich. Der Linnicher Stadtrat hat mit Mehrheit beschlossen, was sich schon im Stadtentwicklungsausschuss vor einer Wochen abzeichnete. Die Windenergieanlagen im Bereich Körrenzig-Kofferen-Hottorf werden 185 Meter und nicht 150 Meter hoch in den Himmel ragen.

Dafür fand sich eine 17-Stimmen-Mehrheit von SPD, PKL und Grünen sowie Bürgermeister. Bis auf zwei CDU-Stadtverordnete, die sich enthielten, stimmte der Rest der Fraktion im Verbund mit der Fraktion FDP/Piraten gegen den Beschluss, brachte es aber nur auf 13 Stimmen.

CDU-Fraktionschef Achim Grün machte in einer kurzen Erklärung deutlich, wie er die Zustimmung von SPD, Grüne und PKL einordnete. Rendite und Wirtschaftlichkeit seien offenbar die Messlatte, die angelegt werde, „und nicht die Interessen der Bürger“. Er habe noch nie eine solche „juristische Drohkulisse“ erlebt, wie sie seitens der Vorhabenträger aufgezogen worden sei, meinte Grün: „Ich warne davor, politische Entscheidungen von juristischen Drohungen abhängig zu machen.“

Hans-Friedrich Oetjen von der SPD deutete an, dass sich die abschließende Meinung erst in den letzten Monaten, in denen „viele Gespräche geführt“ worden seien, verfestigt habe. Er erinnerte an eine drei Jahre währende Debatte, die irgendwann in eine Entscheidung habe münden müsse. Seine Fraktion habe es sich nicht leicht gemacht, werde aber der Verwaltungsvorlage zustimmen.

Hartmut Mandelartz signalisierte ebenfalls die Zustimmung der PKL. „Wir entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen“, erinnerte er an den Codex des Volksvertreters und brachte aber einen Aspekt vor, der die Entscheidung für die 180 bzw. 185 Meter hohen Windkraftanlagen beflügelt habe: „Seit über zwei Jahren stehen solche Anlage bereits“, zwar auf Beecker Seite und damit im Stadtgebiet Geilenkirchen, aber unmittelbar vor Gereonsweiler.

Die Auswirkungen auf Mensch und Natur stünden in keinem Verhältnis zu den wirtschaftlichen Interessen der Vorhabenträger, machte Patrick Schunn die Ablehnung der kleinen Fraktion von FDP/Piraten fest, während Cato Hilfert (Bündnisgrüne) ehre auf einen juristisch aussichtslosen Kampf abhob. Wenn klar sei, dass die Argumente für eine Anlagenhöhe von 150 Metern vor Gericht keinen Bestand hätten, nütze es nichts „mit dem Kopf durch die Wand zu wollen“.

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