Jülich - Eine Kita ist erster Bau auf altem Jülicher FH-Gelände

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Eine Kita ist erster Bau auf altem Jülicher FH-Gelände

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Die Container der provisorischen Kita am Ginsterweg: Hier soll später auch eine dauerhafte Betreuungseinrichtung gebaut werden. Foto: Uerlings

Jülich. In gewisser Weise ist es ein Zeichen des Aufbruchs. Gut vier Jahre nach dem Abriss der alten Fachhochschule am Ginsterweg hat sich auf Jülichs größter Brachfläche endlich etwas getan. Und als ob das nicht schon genug Symbolik wäre: Die Kinder kommen noch vor den Häuslebauern.

Am Rande des alten Campus‘ stehen bereits die Container der provisorischen Kindertagesstätte, die in drei Wochen ihren Betrieb aufnimmt. Genau hier soll später auch eine dauerhafte Kindertagesstätte errichtet werden, wo demnächst in Etappen insgesamt rund 50.000 Quadratmeter Wohnbaugrund vermarktet werden. Grundsätzlich keine schlechten Nachrichten, sollte man meinen, aber die Jülicher Politik ist mit dieser Lösung nicht sehr glücklich.

Im Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Schule und Sport wurde deutlich, dass sich die Vertreter fast aller Fraktionen eine andere Lösung oder einen anderen Standort gewünscht hätten. Die „Prügel“ bekam der Kreis ab, denn durch dessen Alarmmeldung im vergangenen Frühjahr kam die hastige Suche nach Betreuungsplätzen für etwa 90 unversorgte Kinder ins Rollen.

Weil nun aber „nur“ 25 Mädchen und Jungen in das Provisorium einziehen werden, wie die Stadtverwaltung am Montag informierte, begegnen einige Jülicher Politiker den Kreis-Statistiken mit großer Skepsis. Matthias Hoven (UWG Jül): „Was haben wir für einen Aufwand betrieben! Und jetzt gibt es ein Provisorium für gerade mal 25 Kinder?

Ich traue der Geschichte, die aus Richtung Kreis kommt, nicht mehr über den Weg.“ Auch Helma Dürholz (SPD)schlug in diese Kerbe: „Von den Horrorgeschichten (Anm. d. Red.: 90 unversorgte Kinder) ist fast nichts übrig geblieben. Ich fühle mich vom Kreis veräppelt. Wir hätten eine bessere Lösung für das selbe Geld finden können.“

Da half auch der Hinweis von Dezernentin Katarina Esser nicht, dass weitere zuvor unversorgte Kinder von anderen Trägern (Kirche, Kleine Füchse) aufgenommen worden seien. Esser: „Drei Träger sind tätig geworden und haben Anstrengungen unternommen.“ Wer wie viele Kinder aufgenommen hat, wurde nicht gesagt, zumal laut Dezernentin auch „private Lösungen und Tagespflege“ in Anspruch genommen wurden.

Aus dem politischen Raum waren mehrfach Alternativstandorte für die Kita-Zwischenlösung im Heckfeld benannt worden, die aber letztlich nicht in Frage kamen, weil Unternehmen in der Nachbarschaft gegen die Pläne geklagt hätten, da sie ihre Erweiterungsmöglichkeiten beschnitten sahen.

Am Ende blieb nur die Fläche der alten FH, wo nun fleißig gearbeitet wird. In dieser Woche wurden die Einrichtungsgegenstände angeliefert. In den Containern wird eine Gruppe mit zehn jüngeren Kindern (1 bis 2,5 Jahre) eingerichtet und eine mit 15 Jungen und Mädchen zwischen 1 und 6.

Fester Bau für drei Gruppen

Am 15. Februar werden laut Stadtverwaltung die ersten Kinder die Einrichtung besuchen, die den Namen „Rurpiraten“ tragen soll. Die provisorischen Bauten werden von der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises (GIS) angemietet. Das Mietverhältnis endet am 30. November 2017. Zwischenzeitlich soll die Planung einer „festen Kita“ vorangetrieben werden, die als dreigruppige Einrichtung geplant wird, weil der Betreuungsbedarf mutmaßlich wächst.

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