Eine kalte Dusche nach der wohligen Heizperiode?

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:
Irgendwann ist die Rechnung fÀ
Irgendwann ist die Rechnung für wohlige Wärme fällig - auch für Mehrzweckhallen in Linnich. Foto: imago

Linnich. Django vergisst nie. Die NGW auch nicht. Diese Kombination aus Italowestern und Kommunalwirklichkeit drängt sich auf angesichts einer „Rechnung”, die manchem Verein aus dem Linnicher Stadtgebiet demnächst ins Haus flattert.

Es ist die Heizkostenabrechnung für die Mehrzweckhäuser und einige Sporteinrichtungen. Wie Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten im Kultur-, Sport- und Partnerschaftsausschuss eröffnete, legt das Wärmecontracting seine erste Abrechnung vor. Sie umfasst die beiden Jahre 2010 und 2011, den Zeitraum also seit Beginn des Contractings. Da kann auf einen auf die Betreiber der Bürgerhallen - in der Regel sind das Vereinsgemeinschaften der Orte - und auf Vereine, die Sporteinrichtungen nutzen, wie in Gereonsweiler, Körrenzig oder Kofferen, saftige Rechnungen zukommen.

Den Grund erläuterte Corsten kurz in der Sitzung. Bis 2010 zahlten die Vereine Heizkostenabschläge direkt an die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke (NGW) als Gaslieferant. Mit dem Beginn des Wärmecontractings habe sich das geändert. Seither erstellt der Energieversorger die Heizkosten nur noch der Stadt in Rechnung. „Vereine können keine eigenen Rechnungen mehr bekommen. Das lässt das NGW-System nicht zu”, gab Corsten die Auskunft weiter. Jetzt bekomme die Stadt die Komplettrechnung und muss sie für den jeweiligen Nutzer extra ausrechnen. Umgelegt werden dabei Grundpreis und Arbeitspreis, Verbrauch also.

Kleiner Schock

Und Corsten verschwieg auch nicht das mögliche Problem der neuen Praxis: „Da keine Abschläge bezahlt wurden, sind die Rechnungen zum Teil ganz schön hoch.” Wenn die Vereine nicht selbst im Hinblick auf die irgendwann fällige Heizkostenabrechnung Geld auf die Seite gelegt hätten, „dann wird die Rechnung einen kleinen Schock auslösen”. Das zumal, da es sich ja um zwei Rechnungsjahre handelt. „Wir haben über ein Jahr lang immer wieder nachhakt, um eine Rechnung zu bekommen”, wies Corsten vorsorglich Schuldzuweisungen an die Adresse der Stadt zurück.

Vorhaltungen kamen dennoch prompt. Die Verwaltung hätte die Vereine über die neue Praxis informieren müssen, meinte Hans-Willi Dohmen (CDU), Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, die die Tetzer Bürgerhalle betreibt. Vor allem hätte sie die Vereine anhalten müssen, Heizungsrücklagen zu bilden. Darüber werde noch zu reden sein, kündigte Dohmen an. Die Verantwortlichkeiten gewichtete Dr. Klaus Selter (FDP) etwas anders. „Vereinsvorsitzende müssen wissen, dass sie zwei Jahre lang nicht Energie beziehen können, ohne etwas dafür zu bezahlen.”

Aber es lebt sich auch ohne dieses Wissen recht behaglich. Seines Wissen, so Corsten, habe bei der Stadt hat in den zurückliegenden zwei Jahren offenbar kein Verein nachgefragt, ob keine Abschläge mehr bezahlt werden müssen oder ob es keine Heizkostenjahresrechnung mehr gibt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert