Eine Jülicher Technik, die in Europa einmalig ist

Von: hfs.
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Auch für Thorsten Röttger, Direktor am Koslarer Mondi-Standort, öffnet sich die Schleuse zum Betreten der Halle erst, wenn der entsprechende Entriegelungs-Button getätigt wurde. Foto: hfs.

Koslar. In grellrotem Licht sind die Zahlen auf schwarzem Hintergrund unübersehbar, die am Eingangstor des Weltunternehmens Mondi am Standort Koslar aufleuchten. 2942 steht da. Und sie zeigen, dass man genau 2942 unfallfreie Tage im Werk erlebt hat.

Ein Rekord an den insgesamt über 100 Standorten weltweit, an denen Mondi vertreten ist. Dass die rund 100-köpfige Belegschaft in Koslar darauf stolz ist, ist klar, denn dafür lebt man die Firmenphilosophie, „dass Sicherheit über alles geht“, jeden Tag vor. Eine Philosophie, die aber auch auf Zukunft und Wachstum ausgerichtet ist. So wurden alleine in den vergangenen Jahren rund acht Millionen Euro in die Ertüchtigung des Koslarer Werks gesteckt, in dem Papierbeschichtung der Schwerpunkt ist. „Investitionen bedeuten Wachstum, bedeuten aber auch Standortgarantie.“

Als Thorsten Röttger, der Direktor des Werkes, vor einigen Monaten nach Koslar wechselte, waren die Umbauarbeiten in vollem Gange. Den größten Anteil an der Modernisierung wurde für eine neue Beschichtungsmaschine ausgegeben, die auf Papierbreiten von bis zu 2,30 Metern ausgelegt ist. Auf einer Länge von über 40 Meter steht sie in der Produktionshalle, alleine für dieses eine Auftragswerk wurde über eine Million Euro ausgegeben. Geld, welches nicht nur dazu führt, dass die Geschwindigkeit bei der Silikonbeschichtung doppelt so hoch ist wie bei der alten Produktionsmaschine.

„Wir haben das Werk so aufgerüstet, dass während des Produktionsprozesses eine Kontrolle stattfindet kann, ob die Beschichtung optimal ist“, gibt Röttger einen Einblick in eine Technik, die in Europa einmalig ist. Per Laserstrahl wird dabei die Papierträgerbahn „abgetastet“, jeder noch so winzig kleine Fehler in der Beschichtung wird erkannt. Dieses so genannte Bahninspektionssystem, so sagt es Manager Thorsten Röttger nicht ohne Stolz, „verhilft uns zu einer hundertprozentigen Kontrolle, gibt unseren Kunden somit die Gewissheit, ein erstklassiges Produkt zu erhalten.“

Motivierte Mannschaft

Über 260 Millionen Quadratmeter Papier – so viel produziert das Koslarer Werk im Durchschnitt jährlich – werden dieser Kontrolle unterzogen. Dieses Qualitätsmerkmal zählt mit zu den drei Schwerpunkten, die sich die Mondi-Mannschaft aus Koslar auf die Fahnen geschrieben hat. „Hinzu kommt noch die Bestandserhaltung, die Erweiterung der Neukunden-Akquirierung sowie weitere Investitionen.“ Für Thorsten Röttger ist die Auftragslage gut, der Standort gesichert. Nicht zuletzt dank einer motivierten Mannschaft, die über moderne Technik verfügt, damit man weiterhin mit großem Abstand Marktführer in der Kleberträger-Produktion in Europa bleibt.

Der Koslarer Standort an der Rathausstraße ist spezialisiert auf Klebebänder, Dekorfolien, Etiketten oder Umschläge, die auch noch an weiteren fünf Standorten in Europa angefertigt werden. Diese so genannten Release-Liner sind einer von insgesamt vier Geschäftsbereichen, zu denen noch die Produktion von Wellpappe-Rohpapiere und Wellpappe-Verpackungen, Kraftpapiere für Industrie- und Lebensmittelverpackungen, Industriesäcke, Konsumgüterverpackungen, Büro- und professionelle Druckpapiere oder aber hoch entwickelte Folien und Komponenten gehören. Mondi ist in insgesamt in 30 Ländern vertreten, wobei die rund 100 Bedienstete aus Koslar zu den insgesamt 24.000 Mitarbeitern zählen, die das Weltunternehmen insgesamt beschäftigt.

Dass auch viel Geld in Sicherheitstechnik fließt, dies, so sagt es Röttger, sei für das Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Bestes Beispiel ist dabei die Sicherheitstechnik am Koslarer Standort, die ihresgleichen sucht. Zum Beispiel bei der neu erstellten „Ladestation“, wo die tonnenschweren Papierrollen nach der Beschichtung per Hubwagen verladen werden. „Jetzt ist es nicht mehr möglich, dass ein Lkw-Fahrer aus Versehen losfahren kann, wenn der Ladevorgang noch nicht beendet ist.“

Zum einen, so macht es der Mondi-Direktor deutlich, bremst ein Stoppschild wie man es aus der Formel 1-Szene beim Boxenstopp kennt, den Fahrer optisch aus. „Zum anderen fahren, nachdem der Lkw seine Ladeposition erreicht hat, automatisch aus dem Boden Feststellbarken heraus, welche die Räder des Beladungsfahrzeuges blockieren. Die können erst entfernt werden, wenn die Beladung abgeschlossen ist“, erklärt Röttger diese neueste Sicherheitsmaßnahme in der Beladungszone, zu der eine komplett neue Fahrstraße errichtet wurde.

Aber auch in die Sicherheit der Produktions- und Lagerhallen wurden viel Geld investiert. Dicke Stahlträger sichern die vorgeschriebenen Gehwege innerhalb der Produktionsstätte von den Fahrstraßen ab. „Will ich jetzt eine dieser Straßen überqueren, muss ich zuerst einen Entriegelungsknopf drücken, damit die entsprechende Tür sich öffnet, gleichzeitig leuchten überall Warnlampen an den Decken auf, Hinweise für die Hubwagenfahrer, dass sich Personen innerhalb der Halle befinden, das Fahrzeug stoppen muss.“

In den kommenden Tagen wird diese Sicherheitstechnik überall installiert, dann sind die Um- und Erweiterungsarbeiten unter dem neuen, 46 Jahre alten Koslarer Manager abgeschlossen. „Es wird weiter investiert“, verrät er, nicht nur in Arbeitssicherheit, sondern auch in Produktionstechnik.

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