Eine Internetseite für die Jülicher Flüchtlingshilfe

Von: Dorothee Schenk
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Jülich hilft
Entlastung auf der einen Seite, Koordination auf der anderen: Die Homepage „Jülich hilft“ soll dazu beitragen, dass Flüchtlinge noch besser unterstützt werden können. Screenshot: ZVA

Jülich. Nicht vereinzelt erreichen Flüchtlinge Jülich, sondern in – unvorhersehbarer – großer Zahl. Doris Vogel, Leiterin des Jülicher Sozialamtes, steht mit ihrem Team täglich vor neuen Herausforderungen: Unterkünfte organisieren, für erste Ausstattung mit Handtuch, Bettwäsche, Geschirr, Einrichtungsgegenständen und Kleidung sorgen.

Zur Erstausstattung gehören weder Fernseher noch Smartphone. Solche Gerüchte treiben Doris Vogel die Zornesröte ins Gesicht. Gerade am Smartphone reibt sich gerne die Volksseele auf. Oft, erklärt sie, ist dieses „Allround-Gerät“ eines der wenigen Dinge, die die Flüchtlinge mitnehmen. Der Grund: Es ist ihre Verbindung zu den Zurückgebliebenen.

In diesem Monat wurden Jülich bereits 70 Menschen aus Krisengebieten zugewiesen. So sind insgesamt 444 Flüchtlinge in der Kernstadt und auf den Dörfern angekommen. Das Thema Flüchtlinge ist eine Mammutaufgabe, und trotzdem müssen die Standardarbeit des Sozialamtes sowie die Grundsicherung weiter bearbeitet werden: „Wir versuchen durch enorme Mehrarbeit, auch hier alles zeitnah zu erledigen“, betont Doris Vogel.

Dabei soll der soziale Friede innerhalb der Jülicher Bevölkerung und der Flüchtlinge untereinander erhalten bleiben. Eine Sozialarbeiterin für die Flüchtlingsarbeit und ein „Bufdi“ sind für die Zusatz-Aufgabe Flüchtlinge da. Zwei weitere Vollzeitstellen für Sozialarbeiter sind ausgeschrieben. Aus Personalmangel rückt die Amtsleiterin abends um 21.30 Uhr auch schon mal selbst aus, um im Krisenfall für Ordnung zu sorgen.

Das gute soziale Netzwerk in Jülich von fairkauf, Möbel und mehr, Kleine Hände, Arbeitskreis Asyl und Jülicher Tafel ist eine große Hilfe, aber auch die Ehrenamtlichen sind inzwischen am Ende ihrer Lager- und Leistungsfähigkeit angelangt. Um einerseits eine Entlastung zu erreichen, andererseits Unterstützungswilligen die richtigen Ansprechpartner zu geben, wird aus diesem Kreis eine Website erarbeitet. Simon Diercks, IT-Fachmann und Pfarrer der freien evangelischen Gemeinde, hat mit Karl Lohmer von der Freiwilligenvermittlung die Homepage „Jülich hilft“ nach bereits bestehenden Mustern entworfen – ehrenamtlich. Zunächst in drei Sprachen soll die Seite nutzbar sein.

Hilfswillige werden gebeten, noch etwas Geduld zu haben. Fieberhaft arbeiten die Ehrenamtlichen derzeit die Sachspenden ab. Hierzu gibt es eine Bitte: Erst nachfragen, was gebraucht wird, um die spärlichen Lagerkapazitäten richtig nutzen zu können. Das gilt für Fahrräder, Kochgeschirr und Lampen gleichermaßen. Die Lager von „Möbel und mehr“ sind erschöpft. „Bei uns stehen in jedem Büro und sogar bis zu den Sanitärräumen Kisten und Säcke“, schildert Dr. Thomas Kreßner vom Träger Christliches Sozialwerk.

Bis zur Türe stapeln sich im „fairkauf“ und bei den „Kleinen Händen“ die Kleiderspenden. Daher auch von dieser Seite die Bitte: Keine Sommersachen abgeben. Wer helfen möchte, sollte die Kleidung gewaschen und soweit möglich sortiert verpacken und nach Größen und nach Geschlecht abgeben. Auch hier gilt: Bitte erst die Einrichtungen kontaktieren. Hierzu bitte wenn möglich nicht anrufen, sondern per Mail Kontakt aufnehmen mit dvogel@juelich.de.

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