Eine handfeste Arbeitsgruppe in der schuleigenen Feldschmiede

Von: Antonius Wolters
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Wollen das Eisen schmieden, we
Wollen das Eisen schmieden, wenn es heiß ist: Hartwig von Hoym (v.l.), Neuntklässler Marc und Kupferschmiedemeister Engelbert Quast. Foto: Wolters

Inden/Altdorf. Ein Schülertrio aus der Klasse 9 vertauscht am Dienstagnachmittag den Klassenraum in der Gemeinschaftshauptschule Inden mit der schuleigenen Feldschmiede im hinteren Bereich des Schulgeländes, die lange Jahre brach lag und erst unlängst auf Betreiben von Berufswahlkoordinator Frank Mürkens und Schulleiter Jürgen Rudig reaktiviert worden ist.

Die vielleicht 5X5 Meter kleine Hütte aus Stein beherbergt den Schmiedeherd, ein Arsenal von Hämmern und den unvermeidlichen Amboss. Auf eine Anzeige der Schule hin hat sich Hartwig von Hoym gemeldet, der die kleine Arbeitsgruppe, die noch weiter wachsen soll, in die Geheimnisse des Schmiedens einführt.

Kupferschmiedemeister Quast

Ihm zur Seite steht Engelbert Quast aus Pier, der sich vor 40 Jahren als Kupferschmiedemeister selbstständig gemacht hat und bis heute in der Lehrlingsausbildung aktiv ist. „Von ihm kann ich auch noch viel lernen”, sagt Hobbyschmied vom Hoym anerkennend, der selbst unter anderem ein Schmiedepraktikum absolviert hat.

Formen und Umformen

Das Formen und Umformen von Metallen durch Hitze und mit mechanischen Mitteln ist eine uralte Kulturtechnik, deren geschichtlichen Wurzeln wie die Eisenerzeugung oder der heimische Bergbau den Pennälern ebenfalls nahe gebracht werden.

So wird zum Befeuern des alten Schmiedeherds, der im Zuge der Reaktivierung der Feldschmiede entstaubt worden ist und einmal das Hüttchen erwärmen wird, eine spezielle Schmiedekohle benötigt, die schwefelarm ist und gut „backt”. Das heißt, dass die hohen Temperaturen rasch erreicht werden, die für das Formen und Umformen benötigt werden. Bezogen wird die so genannte Nusskohle von einem Brennstoffhändler in Birkesdorf, ist zu hören.

„Wir fangen bei Null an”, sagt Schmiede-Dozent von Hoym, der über das Landesprogramm „Geld statt Stellen” finanziert wird.

Und müssen die Teilnehmer am „Schmiede-Dienstag” morgens ein Butterbrot mehr essen, um die körperliche Beanspruchung zu bewältigen? „Das können auch Mädchen”, lautet die lapidare Auskunft.

Marc, einer der Neuntklässler, der zu den drei Pionieren gehört, hat sich für die Arbeitsgemeinschaft interessiert, weil er später beruflich mit Metall arbeiten möchte. Hier kann er den Anfang machen und sich dem Material sogar mit Hammerschlägen nähern. Die bereitliegenden Werkzeuge sind zwischen 0,5 und fünf Kilo schwer - also nichts für Weicheier.

Zudem erfährt der Schmiede-Nachwuchs etwas über Takt und Rhythmus, der einzuhalten ist, wenn mehrere ein glühendes Metallstück unter den Hammer nehmen, das in einem Behälter mit Wasser laut zischend abgekühlt wird. Und den Leitspruch: „Nieten, Stemmen, Löten hilft dem Kupferschmied in allen Nöten.”
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