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Eine Großtagespflegestelle für die Kleinen

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Fünf Kinder sind schon auf dem Willkommenstuch verewigt, vier fröhliche „Waldtflöhe“ sollen noch hinzu kommen, hofft Tagesmutter Sabina Waldthausen, Foto: O. Jonel
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Abnahme: Nicole Hensel (2.v.r) und Kollegin Marianne Nöldgen (r.) inspzieren das Haus, rechts Ute Bestgen-Perino vom Träger.

Linnich. Dass unter der Adresse Bendenweg 23 früher einmal der Hausmeister des heutigen Grundschulverbundes Linnich wohnte, lässt nur noch die unmittelbare Nachbarschaft vermuten. In dem Bungalow residiert künftig Linnichs Großtagespflegestelle für U-3-Kinder.

„Also noch’n Kindergarten in Linnich?“ Jein, denn die Großtagespflege ist ein besonderes Angebot, dass die Merkmale von Tagesmutterbetreuung und Kindergartenbetreuung vereint.

In die Großtagespflegestelle werden maximal neun Kinder aufgenommen. Betreut werden sie von zwei Tagesmüttern. Jede Tagesmutter hat „ihre“ fest zugewiesenen Kinder, für die sie, wenn nicht Ersatz-Mutti, so doch eine enge Bezugsperson ist.

Sabina Waldthausen wird nach derzeitigem Stand zunächst die erste und einzige Betreuerin in der Linnicher Großtagespflegestelle sein, da bisher erst fünf Kinder angemeldet sind. „Sobald das sechste Kind hier angemeldet ist, wird die zweite Betreuungskraft hinzu kommen“, sagt sie und fiebert diesem Tag förmlich entgegen. Allzu lange wird sie wohl nicht warten müssen. Mindestens eine weitere interessierte Anfrage liegt vor.

Das Haus der beiden Tagesmütter jedenfalls ist fertig und bereit zur Aufnahme der Kinder. Alles ist auf die künftigen kleinen Hausbewohner ausgerichtet. Das Mobiliar ist auf Zwergerlgröße gehalten und damit genau passend für die Kinder im Alter von einem bis drei Jahren. Lediglich in der voll ausgestatteten Küche – hier will Tagesmutter Waldthausen täglich für und eventuell mit den Kindern kochen - treffen Kinderstühlchen und –tischchen auf ihre Gegenstücke für Erwachsene.

Auf die Bedürfnisse der Kinder ist natürlich auch das Bad ausgerichtet, das in erster Linie als Wickelraum dient.

Noch ein wenig spartanisch möbliert ist das „Schlafzimmer“. Allerdings soll hier in den kleinen Schlafmulden ja auch nicht getobt werden. Dafür ist genügend Platz und Gelegenheit in dem großen Spielraum geboten. Vom „Bällebad“ bis zum Bilderbuch wartet jede Menge Spielzeug darauf, seinen Zweck zu erfüllen. Komplett ist der Spielfundus aber nicht. „Fingerfarbe wollte ich noch besorgen“, schreibt Sabina Waldt-hausen im Geiste auf den Einkaufszettel. „Mobilar“ für eine Kuschelecke wäre auch schön, meint sie, wenn sie sich etwas wünschen dürfte. Clou des großen Toberaums: Er kann bei Bedarf durch eine Schiebewand in zwei Räume geteilt werden.

Im letzten Raum des Hauses ist auch ein Teil des Draußen-Spielzeugs „geparkt“: Kinderwagen, BobbyCar mit Anhänger und Dreirädchen. Von dort aus gelangt man auf das Außengelände. Dort tobt derzeit zwar nicht der Bär, aber der Maulwurf. Überall beulen die typischen Erdhügel die Rasenfläche aus. Im Frühjahr wäre da wohl Spateneinsatz des Bauhofs fällig.

Insgesamt macht die gesamte Einrichtung einen ausgesprochen guten Eindruck, wie sich Nicole Hensel vom Kreisjugendamt, zuständig für Tagesbetreuung (Kindertagesbetreuung) und ihre Kollegin Marianne Nöldgen bei der Abnahme der Räumlichkeiten am Freitag überzeugen konnten. Sie begutachteten nicht zuletzt, „ob die Einrichtung kindgerecht ist und die Sicherheitsbestimmungen erfüllt“. Begleitet wurden sie von Ute Bestgen-Perino vom Träger der Großtagespflegestätte, dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung.

Anders als zunächst angenommen, hat sich der „Umbau“ der Hausmeisterwohnung im städtischen Haushalt überhaupt nicht niedergeschlagen. „Meines Wissen haben wir dafür bis auf ein paar kleinere Maßnahme kaum etwas machen müssen“, sagte Beigeordneter Hans-Josef Corsten und zollt der Lebenshilfe Anerkennung. Die hatte zuvor zwei Jahre lang die Wohnung als Interimsquartier genutzt bis zur Fertigstellung der Erweiterung der benachbarten integrativen Kindertagesstätte „Bachpiraten“.

Möglichst flexibel bezogen auf die Betreuungszeiten will Sabina Waldthausen auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen. Aber Kernzeit der Großtagespflege wird wohl von 7 bis 16 Uhr sein. Dass die Kinder aus dem Stadtgebiet Linnich kommen müssen, ist im Übrigen keine Bedingung.

Heute in einer Woche soll Linnichs Großtagespflegestelle den Betrieb aufnehmen. Bis dahin will Sabina Waldthausen unbedingt den Baum ausgemalt habe, dessen Bleistiftumrisse bereits eine ganze Wand des Toberaums einnehmen. „Der ist einfach klasse!“, schwärmt sie von dem noch unvollendeten Sinnbild des Lebens.

„Klasse“ – mit einem solchen Qualitätsurteil von Eltern und Besuchern könnten sie und ihre Kollegin nach dem Start des Kinderhauses am 18. Januar fraglos bestens leben.

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