Eine Frau vor den Scherben ihrer Ehe

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Was macht frau mit der gewonnen Freiheit, wenn er sich aus ihrem Leben verabschiedet hat? Foto: HvD

Jülich. Zum Abschluss der Theaterreihe „Von Frauen und Männern“ präsentiert das Jülicher Kulturbüro am Freitag, 8. Mai, ab 20 Uhr in der Stadthalle Jülich die „herrliche“ Komödie „Männer und andere Irrtümer“ in einer Inszenierung des Landestheaters Dinkelsbühl.

Früher war er zärtlich, leidenschaftlich, liebevoll, ein richtiger Schatz eben. Doch das ist lange her. Als Midlife Crisis, eheliche Routine und Nestbautrieb ihren Mann in die Arme einer „jungen, schönen Fee“ getrieben haben, für die er sich wieder in einen Märchenprinzen verwandelt, bleibt sie verlassen zurück.

„Männer und andere Irrtümer“ war eigentlich ein französischer Comic von Florence Cestac, und wurde, von Michèle Bernier und Marie Pascale Osterrieth zum Theaterstück umgewandelt, ein Renner auf den Boulevardbühnen. Anita Kupsch war 2004 die erste, die die verlassene Ehefrau in Deutschland verkörperte, im Grenzlandtheater Aachen unter der Regie von Manfred Langner.

Nun steht sie da vor den Scherben ihrer Ehe und muss sich der Frage stellen, was sie mit der gewonnenen Freiheit nun anfangen will. Ein und dieselbe Schauspielerin präsentiert die gesamte Gefühlspalette von Hysterie, Wut, Verzweiflung Frustration und Trauer. Schlüpft mit bissigem Humor und viel Selbstironie in sämtliche Rollen: von der gutgläubigen Gattin über den untreuen Ehemann bis zu seiner neuen Flamme – nicht zu vergessen die türkische Nachbarin oder die lieben Freundinnen.

Der Ehemann mag noch so abgenutzt gewesen sein – wenn er weg ist mit einer anderen, tut es weh. Dass man da auch mal acht Kilo zunimmt, zwei Wochen im Bett bleibt, Antidepressiva schluckt oder eine Heulattacke bekommt, nur weil man eine Portion Rinderleber weniger kauft, ist verständlich.

Genauso wie die Orientierungslosigkeit nach der Trennung, das langsame Hochrappeln, die demütige Suche nach einem Neuen. Und so entwickelt sich unter der raubeinigen Komödienfassade schließlich doch so etwas wie eine echte Lebensgeschichte mit Identifikationscharakter. Und dafür kommt man doch schließlich am liebsten ins Theater.

Karten gibt es in der Jülicher Buchhandlung Fischer oder online unter www.juelich.de/theater.

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