Jülich - Eine Frau, etliche Puppen und viel Fantasie beim Kinderkultursommer

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Eine Frau, etliche Puppen und viel Fantasie beim Kinderkultursommer

Von: dol
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Eine abenteuerliche Jagd nach der Kaffeemühle erlebte die Großmutter (Sabine Mittelhammer), nachdem der Räuber Hotzenplotz ihr diese gestohlen hatte. Foto: Dolfus

Jülich. Ein altes Stück mit neuem Zauber inszeniert – das ist der Kompanie Handmaids aus Berlin mit Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“ hervorragend gelungen. Im Rahmen des Jülicher Kinderkultursommers kamen im Renaissance-Garten der Zitadelle wieder viele kleine und große Zuschauer in den Genuss eines liebevoll inszenierten Kinderstücks.

Darstellerin und Puppenspielerin Sabine Mittelhammer zog das Publikum mit ihrem Spiel, Gesang und Musik schnell in ihren Bann. In der Rolle der Großmutter mit „nur zwei Falten“ erhielt sie rasch Besuch vom allseits gefürchteten Räuber, erkannte ihn aber nicht als solchen. „Ja liest Du denn keine Zeitung?“, wollte der grimmige Kerl wissen, bevor er der verdutzten Oma die berühmte Kaffeemühle raubte. Doch Hotzenplotz hatte die Rechnung ohne die liebe, aber auch etwas eitle Großmutter gemacht. Denn deren wenige Falten sind ja nur auf viel kalten Kaffee zurückzuführen. Und für ihr Jungbrunnenrezept brauchte sie nun mal die gute alte Mühle.

Gemeinsam mit ihren Enkeln Kasperl und Seppl nahm sie die Verfolgung auf, nachdem Wachtmeister Dimpfelmoser seine Machtlosigkeit erklärt hatte. In der Folge gerieten sie in so manches Abenteuer – denn der Hotzenplotz ist bekanntlich ein gewiefter Hund und fiel natürlich nicht auf die Falle von Kasperl und Seppl herein.

So landete Kasperl, den der Räuber aber versehentlich für den Seppl hielt, im Schloss des bösen Zauberers Petrosilius Zwackelmann und traf dort eine verzauberte Fee. Und natürlich nahm schließlich alles ein gutes Ende und es wurde Kuchen gegessen.

Klassische Kasperltheater-Elemente

Alle Charaktere wurden von Sabine Mittelhammer gespielt und in verschiedenen Tonlagen und Dialekten gesprochen. Während Oma und Enkel Berliner Akzent hatten, sprach Dimpflmoser breites bayerisch und Zwackelmann mit leicht polnischem Zungenschlag, was die Persönlichkeiten der einzelnen Figuren wunderbar unterstrich.

Natürlich durften klassische Kasperltheater-Elemente nicht fehlen – mit Begeisterung riefen die Kinder den Dimpflmoser herbei: „Po-li-zei, Po-li-zei!“ oder sangen mit Inbrunst das „Kalter Kaffee hält jung“-Lied mit. Die Darstellerin beeindruckte zudem nicht nur mit ihrer wandelbaren Stimme, sondern auch mit Akkordeon- und Ukulelenspiel nebst Gesang.

Und nicht nur die Kinder kamen auf ihre Kosten: So manch versteckter Witz entlockte vor allem den Erwachsenen einige Lacher. „Figurentheater ist nicht nur was für Kinder“, schmunzelte Christoph Klemens, Leiter des Kulturbüros der Stadt Jülich und verantwortlich für den Kinderkultursommer. Daher sollen die Erwachsenen im kommenden Frühjahr auch auf ihre Kosten kommen. Der Regisseur des „Hotzenplotz“, Daniel Wagner, kommt im März mit einem speziell für Erwachsene konzipierten Stück in den Kulturbahnhof.

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