Eine Ehemalige wird neue Leiterin des Mädchengymnasiums

Von: Antonius Wolters
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Ehemalige Schülerin und Abiturientin, ab 1. Februar neue Schulleiterin: Mit Christiane Clemens (44) erhält das Mädchengymnasium Jülich die jüngste Direktorin aller Zeiten. Foto: Wolters

Jülich. Sie ist zwar bereits ernannt, hat ihr Amt aber noch nicht angetreten: Damit enden auch schon die Ähnlichkeiten zwischen Donald Trump und Christiane Clemens, der künftigen Leiterin des Mädchengymnasiums Jülich (MGJ), die am 1. Februar das Amt antritt.

„Ich fühle mich als Jülicherin“, sagt die 44-Jährige, die als Sechsjährige mit Eltern und Geschwistern in die Herzogstadt umgezogen ist.

Unlängst ist die designierte Direktorin den sechs Bürgermeistern aus dem Nordkreis vorgestellt worden, aus deren Kommunen Schülerinnen das MGJ besuchen. Die hätten sich regelrecht dankbar gezeigt, dass es eine reine Mädchenschule wie das MGJ als „sinnvolle pädagogische Alternative“ gebe, erzählten Christiane Clemens und Dr. Barbara Schellenberger, die als Vertreterin der Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft auftrat, den Trägerverein des MGJ, der die Leitungsstelle öffentlich ausgeschrieben und die Bewerbungsgespräche geführt hatte. Beim Gespräch mit den Bürgermeistern und Landrat Wolfgang Spelthahn sei es auch um Geld gegangen, mit dem die Ersatzschule unterstützt werden solle, die im gymnasialen Bereich einen Teil des Bedarfes abdeckt.

Erstaunt und erfreut waren Clemens und Schellenberger, dass selbst Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (Linnich) und Bürgermeister Ralf Claßen (Aldenhoven) sehr wohlwollende Worte für das MGJ fanden, obwohl beiden die gemeinsame Gesamtschule näher stehe.

144 Mädchen aus Linnich, rund 130 aus Aldenhoven, 89 aus Titz, 35 aus Bedburg und 232 aus Jülich besuchen das MGJ, das mit 630 Schülerinnen eine kleine Schule ist, die durchweg die Dreizügigkeit erreicht und in einzelnen Jahrgängen sogar auf vier Klassen kommt. Unterrichtet werden die Mädchen und jungen Frauen von einem 56-köpfigen Kollegium. „Es ist bunter geworden und internationaler“, konstatieren Clemens und Schellenberger angesichts von 100 ungetauften Schülerinnen und 20 Prozent Schülerinnen mit evangelischem Bekenntnis. Beim jüngsten Europafest seien die Gäste in 24 Sprachen begrüßt worden, wobei sich die Herkunft der Schülerinnen sogar auf bis zu 45 Nationen verteile.

Stolz ist Christiane Clemens, wie die beiden Flüchtlingsmädchen, die das MGJ seit etwa anderthalb Jahren besuchen und sich „hier gut aufgehoben fühlen“, von ihren Mitschülerinnen unterstützt werden.

Voranbringen möchte Clemens die Schulentwicklung, auch wenn die „Schule schon sehr gut aufgestellt ist“, wie ihr von den Qualitätsprüfern bescheinigt worden sei. So wolle das MGJ „eine gute Schule bleiben und das gute Angebot erhalten“. Weiter entwickelt werden solle das Profil als Mädchenschule, etwa mit dem regelmäßigen Einrichten des Leistungskurses Physik durch die Kooperation mit dem Schülerlabor am Forschungszentrum Jülich.

Der neu eingerichtete bilinguale Zweig soll das Profil der Europaschule schärfen und stelle ein Alleinstellungsmerkmal des MGJ dar. „Wir sind gespannt“, habe es schon etliche Anfragen zu dem Bildungsgang gegeben, der zwei Jahre lang mit zwei zusätzlichen Stunden Englisch verbunden sei. Später werde das Fach Biologie zweisprachig unterrichtet, bevor ab Klasse 8 auch das Fach Politik in der Fremdsprache vermittelt werde.

Die Vermittlung des christlichen Menschenbildes und Raum für religiöse Bildung sollen vor allem in der Orientierungsstufe das MGJ als christliche Schule kennzeichnen, wenn die Schülerinnen für solche Themen offenbar noch ansprechbarer seien. „Wir verlieren sehr wenige auf dem Weg zum Abitur“, gehe das offenbar ohne Überforderungen.

Personell geht das mit einem Generationswechsel einher. Das betrifft neben der Direktorin die erweiterte Schulleitung, die gerade im größeren Stil wechselt. Nach dem Ausscheiden des kommissarischen Schulleiters Norbert Billstein zum Ende des Schuljahres bleibt Hansbert Schruff als einziger von vorher zwei stellvertretenden Schulleitern übrig, und der ist auch erst seit einem Jahr im Amt.

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