Arnoldsweiler - Eine Bürgerinitiative will das Containerterminal verhindern

Eine Bürgerinitiative will das Containerterminal verhindern

Von: Jörg Abels
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Rurtalbahn-Geschäftsführer H
Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen geht davon aus, dass der Lkw-Verkehr von und zum Containerterminal über die neue A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide abfließen wird. Foto: Abels

Arnoldsweiler. Landrat Wolfgang Spelthahn und Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen sind dieser Tage viel unterwegs. Sie informieren über den geplanten Bau des Güterverkehrszentrums an der Bahnstrecke Düren-Köln in Höhe der S-Bahnhaltestelle Merzenich, beantworten Fragen und versuchen Ängste der Bevölkerung zu entkräften.

So Montagabend in Huchem-Stammeln, am Dienstagabend in Merzenich, in Kürze in Arnoldsweiler. Denn sie wissen: Internationale Investoren haben zwar signalisiert, das 50-Millionen-Euro-Projekt, durch das im Wachstumsmarkt Logistik zwischen 1500 und 1800 Arbeitsplätze in der Region entstehen könnten, zu finanzieren, doch Großkapital ist bekanntlich scheu. „Wenn es uns nicht gelingt, die Bedenken der Bevölkerung auszuräumen, werden wir scheitern”, betont Spelthahn immer wieder. Doch davon geht er nicht aus.

Klar ist aber auch: Er wird mit Hans-Peter Nießen noch dicke Bretter bohren müssen. In Arnoldsweiler und Merzenich formiert sich längst der Widerstand gegen das ehrgeizige Projekt, das in den kommenden fünf Jahren realisiert werden soll. Bürger aus beiden Orten haben die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Arnoldsweiler”, die vor Jahren bereits erfolgreich gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets „Im großen Tal” gekämpft hat, reaktiviert, um nun gemeinsam gegen den Bau des Containerterminals anzutreten.

Lärmbelästigung

Michael Breuer und Lars Ott von der BI halten den von der Rurtalbahn auf Basis eines Gutachtens des renommierten Frauenhofer-Instituts ausgewählten Standort zwischen den beiden Orten aufgrund einer Vielzahl von Gründen für gänzlich ungeeignet. Sie befürchten nicht nur eine immense Lärmbelästigung durch einen Terminalbetrieb rund um die Uhr, die angesichts der Höhenverhältnisse kaum durch Schutzmaßnahmen abgemildert werden können, sondern auch durch den unvermeidlichen Lkw-Verkehr.

Denn - und das unterstrich Spelthahn am Montagabend noch einmal ausdrücklich -, das Konzept sieht eine dezentrale Ansiedlung der Logistikbetriebe an. „Wir werden außerhalb des Terminals keine zusätzlichen Flächen in Anspruch nehmen.” Der Landrat verweist auf 385.000 Quadratmeter bereits erschlossener Gewerbeflächen in der Region, auf denen sich Unternehmen ansiedeln könnten.

Und Lkw-Transporte seien bis zu einer Entfernung von 50 Kilometer durchaus wirtschaftlich, betont Nießen. Ein Verkehrskonzept muss noch erstellt werden. Nießen und Spelthahn gehen aber davon aus, dass der An- und Abtransport der Container über die in unmittelbarer Nähe des Terminals entstehende A4-Anschlussstelle Merzenicher Heide erfolgen wird. „Denn Tempo ist in dieser Branche alles”, unterstreicht Spelthahn.

Der mit dem Terminalbetrieb verbundene Lärm werde sich im Übrigen in Grenzen halten, verweist Nießen auf die geplante Elektrifizierung und einen Rangierverkehr mit maximal 25 km/h. Die bereits jetzt auf der Strecke Köln-Aachen fahrenden Güterzüge und die vor Merzenich stark abbremsenden Hochgeschwindigkeits-Personenzüge würden weitaus mehr Lärm verursachen. So recht glauben wollen dass die BI-Sprecher Breuer und Ott nicht.

Sie bezweifeln zudem, dass die Angaben über den Flächenbedarf des Terminals stimmen. Die Rurtalbahn sprach bislang von einem 700 mal 30 Meter großen Vorbahnhof zum Rangieren und einem Terninalbereich, 700 bis 800 Meter lang und zwischen 80 und 120 Meter breit, mit vier bis fünf Gleisen, drei Kranbrücken, Container-Stellflächen und Lkw-Spuren. Die BI befürchtet indes, dass weitaus größere Flächen für die Containerlagerung benötigt werden, am Ende ein „trockener Hafen” (Breuer) entsteht, auf dem hunderte Container zwischengelagert werden. Wie viel Fläche tatsächlich benötigt werde, müsse noch ermittelt werden, betont derweil Nießen mit Blick auf die noch nicht abgeschlossenen Detailplanungen, die Grundlage für Immissions-, Umwelt- und Gewässerschutzmaßnahmen sind, Grundlage für das komplette Planungsverfahren.

Und weil diese und noch viele andere Fragen offen sind, werden Spelthahn und Nießen weiter Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit betreiben
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