Kreishaus Jülich: Neubau soll Fehler der Vergangenheit korrigieren

Eine Abrissbirne schafft Platz für den Neubau im Herzen Jülichs

Von: Volker Uerlings
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Der Abbruch der Rathauspassage ist kein leichtes Unterfangen, denn der Betonkomplex ist massiv von Eisen durchzogen. Die Arbeiten unmittelbar hinter dem Alten Rathaus Jülich dauern bis Mitte Januar. Foto: Uerlings
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Die Drei an der Baustelle: Landrat Wolfgang Spelthahn, Peter Kaptain (GIS) und Bürgermeister Axel Fuchs. Foto: Uerlings

Jülich. Die Rathauspassage in ihrer schlichten Betonoptik wäre wohl auch bei großen Erschütterungen kaum umgefallen. Seit Donnerstag läuft ihr Abriss im Herzen der Stadt Jülich, und das Spezialgerät kann sich trotz großer Schnauze nur zentimeterweise durch das Mauerwerk fressen.

An Eisen und Armierungen wurde beim Bau offensichtlich vor über 20 Jahren nicht gespart. An der Ecke Kapuziner-/Düsseldorfer Straße wird Platz geschaffen für den neuen Anbau an das Alte Rathaus. Alt und Neu gemeinsam bilden dann später das Kreishaus Jülich. Es wird insgesamt noch bis Mitte Januar dauern, ehe das frühere Stüssgen-Grundstück geräumt ist. Die groben Arbeiten sollen vor Weihnachten beendet sein.

Darüber informierte am Donnerstag Peter Kaptain, Geschäftsführer der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) des Kreises Düren, der die Arbeiten mit Landrat Wolfgang Spelthahn und dem Jülicher Bürgermeister Axel Fuchs besuchte. Kaptain versprach, dass es „hier keine Brache wie in Düren geben wird“. Damit spielte er auf den jahrelangen Stillstand nach dem Abbruch der dortigen Stadthalle an. Inzwischen entsteht das Bismarck-Quartier.

Landrat Spelthahn, selbst gebürtiger Jülicher, sieht in der Maßnahme im Kern der Herzogstadt gleich die Korrektur von zwei Fehlern. Zum einen sei es die Beseitigung „der alten Bausünde“, zum anderen werde nun mit jahrzehntelanger Verspätung etwas gerade gerückt, was bei der Kommunalen Neugliederung „schief gelaufen ist“. Damals verlor Jülich den Status als Kreisstadt, und die Bewohner des Nordkreises hätten sich lange in dem neuen Gebilde nicht wiedergefunden. „Ein großer Teil der Menschen hat das als nicht wertschätzend empfunden“, sagte der Landrat, der auf die bis heute ausgeprägte Jülich-Identität verweist, die sich auch in der starken Nachfrage nach JÜL-Kennzeichen zeige.

Einnahmen im Straßenverkehrsamt

Mit dem „kleinen Kreishaus“, das ab 2018 errichtet wird, kehrt zwar der Kreis Jülich nicht zurück, aber die Kreisverwaltung rückt den Menschen im Jülicher Land wieder näher. Alle Dienstleistungen sollen hier angeboten werden, allen voran die des Straßenverkehrsamtes. „Theoretisch braucht kein Bürger aus dem Nordkreis mehr nach Düren fahren“, freut sich Spelthahn über das Vorhaben. Es trage der Tatsache Rechnung, „dass wir zwei starke Städte im Kreis haben“.

Völlig uneigennützig ist der Plan für die Kreisverwaltung nicht, denn sie gewinnt künftig Einnahmen im Straßenverkehrsamt, die bislang zur Partnerbehörde in Würselen abfließen, wo viele Menschen aus dem Jülicher Land ihre Fahrzeuge an-, ab- oder ummelden. Spelthahn: „Wir können darstellen, dass das Kreishaus Jülich auch wirtschaftlich eine gute Lösung ist.“

„Es geht wirklich los heute. Das ist für uns ein großer Gewinn“, sagte Bürgermeister Axel Fuchs, denn das Kreishaus Jülich bringt laut Prognosen täglich 600 bis 800 Menschen in die Innenstadt, die jede Form von Belebung gebrauchen kann. „Die Stadt ist dem Kreis und dem Landrat dankbar, dass er dieses Projekt angegangen ist.“

Derzeit laufen nach Angaben von Peter Kaptain die Verhandlungen mit mehreren Generalunternehmern, die sich um die Realisierung des Neubaus beworben haben. Nach einer Vergabe ließen sich konkrete Angaben zu den Kosten und zum Zeitplan machen. Angepeilt wird eine Fertigstellung 2019.

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