Linnich - Eine 50 Meter lange Mauer als Träger einer Botschaft

Eine 50 Meter lange Mauer als Träger einer Botschaft

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Die Künstlerin Anne-Katrin Puchner vor der Wand, die von ihr mit dem Piktogamm eines Stacheldrahtzaunes gestaltet wurde. Foto: Blanche

Linnich. Ganze zwei Mal wurde die Polizei von vorsichtigen Nachbarn angerufen, die aufgeregt mitteilten, jemand sei gerade dabei, eine Grundstücksmauer in der Jülicher Straße in Linnich zu beschmieren. Doch was aus der Entfernung vielleicht für Sachbeschädigung gehalten werden konnte, geschah mit vollem Einverständnis des Hausherren, der sogar den Auftrag dazu gegeben hatte.

Plexiglas-Unternehmer Hermann Schuran hatte mit der Düsseldorfer Künstlerin Anne-Katrin Puchner eine alte Bekannte dazu eingeladen, seine Grundstücksmauer künstlerisch zu gestalten und somit zu einer 50 Meter langen „Leinwand“ werden zu lassen.

Kürzlich luden Puchner und Schuran zahlreiche Kunstfreunde der Region zu einer munteren Gartenparty ein, bei der das mittlerweile vollendete Kunstwerk sowie weitere Werke Puchners bestaunt werden durften. „Inkognito“, so der Name der Ausstellung, soll dem Betrachter vor allem eines vor Augen führen: die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit sowie deren zunehmendes Verschwimmen in der heutigen Zeit.

„Wann und wie sind wir privat? Und wann und wie sind wir öffentlich?“, fragt Anne-Katrin Puchner die Gäste während ihrer Eröffnungsansprache. „Wie viel Privatheit brauchen wir, und wann wird sie zum Gefängnis?“

Piktogramm

Bei diesem Thema verwundert es nicht, dass die heute 40-jährige Künstlerin als Motiv für die zu gestaltende Mauer ein Piktogramm gewählt hat, dass einen Stacheldraht symbolisiert. Eine künstlerische Grenze also zwischen einem Privatgrundstück und einem öffentlichen Raum.

Anne-Katrin Puchner, geboren in Regensburg, studierte zunächst Kulturwissenschaften in Hildesheim. Nach ihrem Diplom nahm sie das Studium der freien Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie auf und schloss im Jahr 2006 dort mit dem Titel als Meisterschülerin ab.

Gartenatmosphäre

Hausherr und Förderer Hermann Schuran begleitet Anne-Katrin Puchner und ihre Arbeit seit mittlerweile 14 Jahren. „Für mich und für alle Künstler sind solche Menschen sehr wichtig. Nicht nur weil sie Kunstwerke kaufen, sondern auch, weil sie einen Künstler emotional in seiner Arbeit stärken“, bedankt sich die Künstlerin, die bereits auf Ausstellungen in der ganzen Welt zurückblicken kann, für eine durchweg gelungene Präsentation in wunderbar geselliger Gartenatmosphäre.

Als durchweg gelungen erachteten die Veranstaltung auch die zahlreichen Gäste, die noch bis in den späten Abend hinein Gelegenheit hatten, bei einem Glas Wein, eine ganz besondere Künstlerin persönlich kennen zu lernen.

All jene, die nicht anwesend waren, können Puchners Werk von nun an 365 Tagen im Jahr entlang der Jülicher Straße in Linnich besuchen.

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