Einblicke in die Welt der Tarnfahrzeuge

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Der Kampfpanzer Leopard 2 war
Der Kampfpanzer Leopard 2 war unumstritten eine der Hauptattraktionen bei den Besuchern im Mechatronikzentrum. Dabei reizte weniger seine Feuerkraft als vielmehr die Aussicht, auf dem massigen Waffenträger eienmal herumklettern zu dürfen. Foto: Schmidt

Jülich. Das Gelände hinter dem Stacheldrahtzaun ist auffällig: Riesige Backsteinhallen, vor denen verschiedene Fahrzeuge in Tarnfarben stehen. Dies alles gehört zum Mechatronikzentrum der Bundeswehr, bei dem anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Instandsetzung in Jülich die Tore geöffnet wurden und hinter die Kulissen geschaut werden konnte.

Es kommt nicht häufig vor, dass man einfach so auf das militärische Areal spazieren darf, und so nutzten viele Neugierige den Tag der offenen Tür am Samstag für eine ausgiebige Besichtigung. Es gab in der Tat viel zu entdecken: Zunächst konnte man den Festakt verfolgen, der von dem Musikkorps des Mechatronikzentrums musikalisch begleitet wurde.

In seiner Festansprach ging Oberst a. D. Carl-Otto Lütjens auf „Jülich und seine Soldaten” ein. Die interessante Abhandlung der Geschichte Jülichs in Bezug zu Eisenbahn- und Militärwesen wurde mit viel Beifall belohnt. Nicht nur Carl-Otto Lütjens, sondern auch Bürgermeister Heinrich Stommel und einige weitere Gäste erhielten zum Abschluss des Festaktes das Wappen des Mechatronikzentrums von dessen Leiter, Oberstleutnant Johann Schnell, überreicht.

Direkt neben der Halle, in der der Festakt abgehalten wurde, gab es eine Ausstellung von Bundeswehr-Fahrzeugen, die auch von Innen erkundet werden konnten. Besonders umlagert war ein Kampfpanzer vom Typ Leopard, bei dem viele Besucher durch die zwei Einstiegsluken kletterten.

„Wolf” und Unimog

Etliche Autotypen der Fahrzeug-Ausstellung, wie „Wolf”, „KAT I” oder Unimog, fand man auch in den Werkstatthallen in unterschiedlichen Stadien der Zerlegung, der Instandsetzung und des Zusammenbaus. In Führungen oder auf eigene Faust konnten sich die Besucher über die Arbeitsschritte informieren, mit denen nicht nur Rad- und Kettenfahrzeuge, sondern auch Klimageräte, Container und Stromerzeugeraggregate instand gesetzt werden. Einige Anlagen waren in Betrieb und so verfolgten die Besucher beispielsweise das exakte Fräsen eines Reliefs in eine Aluminiumplatte oder bestaunten die Logistik des Kleinteilelagers.

In der Ausbildungswerkstatt, die seit 35 Jahren besteht, zeigten angehende Kfz-Mechatroniker an verschiedenen „Schrauber-” und „Diagnose”-Fahrzeugen, wie sie auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden. Passend dazu gab es einen Informations-Truck, in dem sich Interessenten zu Arbeitsmöglichkeiten bei der Bundeswehr beraten lassen konnten.

Buntes Rahmenprogramm

Neben der Bundeswehr waren zahlreiche Vereine und Unternehmen vertreten und hielten Betätigungsangebote bereit. So konnten die Besucher unter anderem Modellbahnen rangieren, eine Massage genießen, einen Segway-Parcours meistern, auf der Drehleiter der Feuerwehr das gesamte Gelände überblicken, Rennwagen inspizieren und den musikalischen Darbietungen auf den Bühnen lauschen. Für Kinder gab es diverse Spielgeräte und eine Hüpfburg. Nicht zuletzt bot die eigens für das 50-jährige Bestehen gebaute Eisenbahn eine gute Möglichkeit, das ausgedehnte Gelände in Jülich-Süd in Augenschein zu nehmen. Für das leibliche Wohl sorgten nicht nur Kaffee und Kuchen in der Cafeteria, sondern auch ein Eisstand sowie Imbiss- und Getränkewagen.

Bei überwiegend trockenen Wetter war das Jülicher Mechatronikzentrum am Samstag mit Sicherheit ein besonderes Ausflugsziel, das wohl die meisten Besucher mit zahlreichen neuen Eindrücken verlassen haben. Und dem Wissen, was genau sich hinter Stacheldraht und Backsteinhallen seit 50 Jahren verbirgt.
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