Einblick in die Kinderstube der Fledermäuse

Von: Regine Beyß
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Spannende Führung durch das Winterquartier: In der Festungsanlage konnten sich die Kinder anschauen, wo die acht Fledermausarten der Zitadelle ihren Winterschlaf halten. Foto: Beyß

Jülich. Wenn sie aus ihren Verstecken kriechen, neigt sich der Tag bereits dem Ende. Im Zickzackflug fliegen die flinken Nachtschwärmer dann um heimische Terrassen und sorgen hier und da für großes Aufsehen. Doch woher kommen die kleinen Versteckkünstler und was macht sie zu so interessanten Tieren?

Bei der 13. Europäischen Fledermausnacht in der Festungsanlage der Zitadelle in Jülich gab es Antworten auf diese Fragen. Einen ganz Abend lang konnten sich Kinder und Erwachsene über Fledermäuse informieren, sich ihr Winterquartiere selbst anschauen und die kleinen Artisten der Lüfte bei ihren blitzschnellen Flugmanövern beobachten.

Bedrohte Tierart

An der Europäischen Fledermausnacht beteiligen sich jedes Jahr über 30 Länder mit Aktionen und Veranstaltungen, um auf die Situation der bedrohten Tiere aufmerksam zu machen.

Das Museum Zitadelle, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, der Arbeitskreis Fledermausschutz in den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen und der Arbeitskreis Historische Festungsstadt stellten zu diesem Anlass zum dritten Mal ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt auf die Beine. Die Zitadelle Jülich, das größte bekannte Winterquartier der Börde, bot dazu einen einmaligen Rahmen.

Die ersten Wissensgrundlagen konnten die Besucher an den Infoständen legen. Experten klärten Interessierte zum Beispiel über Lebensweise der Fledermäuse auf und beantworteten alle wichtigen Fragen. Vorträge und Filme gaben darüber hinaus Informationen über Artenschutz und Flughunde auf dem australischen Kontinent. Eine Ausstellung im Museum Zitadelle Jülich gab Einblicke in den Schutz dieser bedrohten Tiergruppe im Siedlungsbereich und zeigte, wie in Jülich Denkmalpflege, Naturschutz und Museumsbetrieb in einen harmonischen Einklang gebracht werden.

Acht verschiedene Fledermausarten überwintern jedes Jahr in der Zitadelle. Grund genug einen Abstecher in die Festungsanlage zu machen.

Besonders Kinder reizte die Führung durch die dunklen und kühlen Gänge, bei dem sie ihr zuvor gesammeltes Wissen direkt anwenden konnten. Dass Fledermäuse Säugetiere sind und mit den Ohren „sehen” - das war für die jungen Hobbyforscher nichts Neues mehr.

Ganztägig lief auf dem Lindenkarree ein Mitmachprogramm, wo die Kinder beim Malen und Basteln einen spielerischen Zugang zu den Jägern der Nacht bekamen.

Fütterung der „Raubtiere”

Besonderer Höhepunkt war die Live-Fütterung der kleinen Fledermaus-Pfleglinge, bei der die Besucher ein neun Wochen altes Tier aus der Nähe betrachten konnten. Während die Fledermaus genüsslich Mehlwürmer verspeiste, erklärten die Profis vom Arbeitskreis Fledermausschutz, wie man mit einer gefundenen Fledermaus am besten umgeht. Außerdem hatten die Besucher die einmalige Möglichkeit, Forschern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes in der Zitadelle wurden Fledermäuse gefangen, bestimmt und beringt. Bei Einbruch der Dunkelheit konnten die nachtaktiven Flugkünstler bei Führungen zu ihren Jagdgebieten an der Rur live beobachtet werden.

Wenn den Besuchern nun bei Dunkelheit wieder ein solcher Jäger der Nacht begegnet, wissen sie, mit wem sie es zu tun haben und dass die bedrohten Tiere im Winter jeden Unterschlupf gebrauchen können - und sei es der heimische Keller.
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