Ein Wirtschaftsgeograf für die Landgemeinde

Von: hfs.
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Mit einem Blumenstrauß gratulierte Bürgermeister Jürgen Frantzen dem künftigen Beigeordneten Stephan Muckel (r.) zur einstimmigen Wahl. Er wird voraussichtlich im Herbst seine Stelle antreten. Foto: Gemeinde Titz

Titz. Die Gemeinde Titz hat einen neuen Beigeordneten. Bei der jetzigen letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wählte der Rat einstimmig den 35-jährigen Stephan Muckel für den im Mai zur Stadt Kerpen gewechselten Christian Canzler.

Muckel hatte sich als einer von insgesamt 25 Bewerbern durchgesetzt, hatte es, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen nach der Wahl erklärte, bis in die Finalrunde geschafft, wo noch fünf potenzielle Bewerber den Fraktionen Rede und Antwort standen. Die entschieden sich fast einstimmig - nur die W.I.R.-Fraktion enthielt sich mit zwei Stimmen - für den Wirtschaftsgeografen an der RWTH Aachen.

„Ich werde mich sofort mit ihrem Arbeitgeber in Verbindung setzen, Sie so schnell wie möglich loseisen, denn wir brauchen Sie hier dringend“, meinte Frantzen nach der Wahl, überreichte einen Blumenstrauß, gratulierte herzlichst und versprach eine „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Die hatte auch der neue Beigeordnete direkt angeboten, der sich für seine Wahl bedankte, um dann persönlich die Glückwünsche aller Fraktions-Vorsitzenden entgegenzunehmen. Auch die der W.I.R.-Fraktion. „Auch wenn wir uns enthalten haben – wir möchten eine gute Zusammenarbeit anstreben“, bemerkte Vorsitzende Dagmar Kalugin, die sich mit ihrem Kollegen Detlef Cremer vor dem Wahlgang anscheinend nicht einig war, ob man eine geheime Wahl anstreben sollte.

Schließlich entschied man sich, öffentlich abzustimmen. So blieb die vorbereitete Wahlkabine unbenutzt, Stimmzähler wie -zettel waren nicht notwendig. Bei den zwei Enthaltungen stimmten anschließend 21 Ratsmitglieder plus Bürgermeister für den 35-Jährigen, der in Aachen Wirtschaftsgeografie, Geografie und Volkswirtschaftslehre studierte, Angestellter der FU Berlin sowie der Uni Köln war, bevor er dann ab 2013 erneut nach Aachen wechselte, um dort für das Rektorat im Forschungsmanagement tätig zu sein.

Nach dem Motto „Wo geht die Reise der Hochschule hin“ – Muckels Vertrag für die RWTH Aachen läuft noch bis Oktober 2017 – wird er nun sein Bestreben auf die künftige Entwicklung und die Herausforderungen der Gemeinde Titz legen, natürlich auch vor dem Hintergrund des ihm bestens bekannten Braunkohletagebaus.

„Die Themen der Stellenausschreibung waren unheimlich spannend, für einen Wirtschaftsgeografen genau das Richtige“, sagte Muckel, der in Bellinghoven wohnt und zuversichtlich ist, dass die „Loseisungsversuche“ seines künftigen Chefs vom Erfolg gekrönt sind.

„Ich kann mir vorstellen, dass es nach der Sommerpause im Herbst in Titz losgeht“, sagte der künftige Beigeordnete, der die Glückwünsche zur Wahl von seiner jetzigen Chefin bereits Freitagmorgen erhielt. Stephan Muckel ist verheiratet, hat eine zweijährige Tochter und ist in zweiter Periode für die CDU im Stadtrat von Erkelenz aktiv. Vorgeschlagen zur Wahl hatte Muckel der CDU-Fraktionsvorsitzende Robert Holzportz.

„Es hat sich gezeigt, dass die zweite Ausschreibungsrunde sinnvoll war, wir geeignete Bewerber hatten. Und wir schlagen, auch nach dem Ergebnis des zweiten Vorstellungsgesprächs, nun Stephan Muckel für die Stelle des Beigeordneten vor.“ Dem haben sich alle anderen im Titzer Rat vertretenen Parteien angeschlossen.

Die hatten sich im Frühjahr dazu entschlossen, die ursprünglich erfolgte Stellenausschreibung zu „präzisieren“ und erneut auszuschreiben, denn die vielen eingegangenen Bewerbungen entsprachen nicht den Vorstellungen der Titzer Gemeindevertreter.

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