„Ein Wintertag kurz vor Weihnachten“: Herr Holle spielt den Nikolaus

Von: ptj
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Am Nikolaustag auf Schlittenfahrt in der Schlosskapelle: Trotz Verkleinerung des kammermusikalischem Teams erleben kleine und große Gäste ein ansprechendes Familienweihnachtskonzert in der Konzertreihe „Fidolino“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Restlos ausverkauft war das Familienkonzert „Ein Wintertag kurz vor Weihnachten“ in der Reihe „Fidolino“ am Nikolaustag in der Schlosskapelle. Zum Leidwesen einiger Familien, die sich noch vor Ort Karten kaufen wollten und enttäuscht heimwärts zogen.

Ein weiterer Beweis für die Beliebtheit der Konzertreihe, die erstmalig am Wochenende zur Aufführung kam. „Ich bin ja nur zu spät gekommen, weil ich noch auf Johanna (Kölle) gewartet habe. Aber die Geigerin ist krank“. So klagte Querflötistin und Moderatorin Claudia Runde den Gästen einführend ihr Leid. Natürlich wären Violinenklänge schön gewesen, aber auch mit den verbleibenden kammermusikalischen Instrumenten erlebten Jung und Älter ein schönes klassisches Konzert mit integrierter Weihnachtsgeschichte für den allerersten Einstieg Vier- bis Sechsjähriger in das Konzertleben.

Nach der einführenden „musikalischen Schlittenfahrt“ von Leopold Mozart spielten Fagottist Thomas Krügler, Pianistin Natalia Gamper und Claudia Runde zunächst „die Tonleiter rauf und runter“. Dazu gesellten sich etliche weitere Instrumente, nämlich die Stimmen des Publikums. Weil nicht alle Kinder das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ kannten, wurde es Vers für Vers eingeübt, was augenscheinlich allen Spaß bereitete. So herzlich eingeladen, trat der Nikolaus (Ulrich Holle) in die Schlosskapelle und ließ sich zunächst die Instrumente erklären.

Der „Knotenstock“, oder besser das Fagott, ist ein 2,60 Meter langes Holzblasinstrument, das in seiner gebogenen Form nur noch die halbe Länge misst. Nach Einsetzen des Doppelholzblatt-Mundstückes „klingt es ganz göttlich“. Das Mitmachkonzert wurde verfeinert: „Mal singt ihr, mal spielt das Fagott, manchmal auch die Flöte und fast immer das Klavier“, gab die Moderatorin die Regeln für musikalische Variationen vor. Der Nikolaus war für das Geschichtenerzählen zuständig, umrahmt von wunderschönen Instrumentenklängen.

Der Schneemann erwacht

An einem „Wintertag kurz vor Weihnachten“ schneite es in dicken Flocken und ein Junge baute draußen freudig einen Schneemann. Dazu wurde „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ angestimmt und auf der Leinwand passendes Bildmaterial eingeblendet. Weil man „sich bewegen muss, wenn es im Winter kalt ist“, wurde gemeinsam aufgestampft, die Hände wurden gerieben und in sie hineingehaucht.

Am nächsten Morgen war, oh Wunder, der Schneemann zum Leben erwacht. Der Junge lud ihn ins Haus ein, immer darauf achtend, dass er nicht schmolz. Im Kinderzimmer zog er die Spieluhr auf. Gestenreich stimmten Nikolaus und Instrumentalisten „Die Spieldose“ von Howard Blake an. Nun machten sich der Junge und sein eiskalter Freund auf den Weg durch die winterliche Traumwelt und nahmen das Publikum gleich mit. Der „Minutenwalzer“ von Frédéric Chopin und der „Tanz der Schneemänner“ von Blake führten zur Begegnung mit Rentier und Weihnachtsmann, der dem Jungen einen blauen Baumwollschal schenkte.

Wenn auch nach dem Aufwachen am nächsten Morgen der Schneemann geschmolzen war, so trug der Junge doch dieses Weihnachtsgeschenk um den Hals. Auf das technisch anspruchsvolle, aber nicht überladene „Allegro assai“ aus der Sonate D-Dur von Guiseppe Tartini folgte abschließend das Fidolinolied „Der Schneemann“. Für Fragen und das nähere Betrachten der Instrumente stand das kammermusikalische Team gerne bereit.

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