Ein Willkommensnachmittag wird zum Begegnungsfest

Von: ptj
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Willkommen in Deutschland: Austausch und Kennenlern-Veranstaltungen wie hier in Rödingen dienen dazu, dass die Flüchtlinge „ein Stückweit Heimat finden“. Foto: Jagodzinska

Titz. „Lasst uns nun miteinander feiern und eine Gemeinschaft werden. Willkommen in unserer Heimat“, begrüßte Heinz-Günter Jülich vom Rat der Gemeinschaft der Gemeinden Titz (GdG-Rat) die in der Landgemeinde angekommenen Flüchtlinge. Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Asyl-Helfern waren sie zu Kaffee, Tee und Kuchen, hauptsächlich aber zu Austausch und Kennenlernen ins Leo-Lange-Haus eingeladen.

Bürgermeister Jürgen Frantzen und Pfarrer Dieter Telorac hießen die Gäste ebenso herzlich willkommen und wünschten ihnen, „ein Stück weit Heimat finden zu können“. Die Kurzansprachen wurden ins Englische und Arabische übersetzt. Während die Kinder am Spieletisch mit Schminkmöglichkeit Platz nahmen, kamen Einheimische und erwachsene Gäste miteinander ins Gespräch.

Mit Englisch und Gestik

Einige Ankömmlinge haben schon ein wenig Deutsch gelernt, darunter Fashion-Designerin Agneza aus Albanien, die mit ihrem Mann Denis, von Beruf Friseur, und ihren drei kleinen Söhnen nach Deutschland gekommen ist. Ansonsten wurde viel Englisch gesprochen und gestikuliert, gelegentlich wurde auch eine Übersetzer-App auf dem Smartphone zu Rate gezogen. „Wir sind hier nach Deutschland gekommen, um unser Leben zu retten“, erzählt Agneza, die nun darauf hofft, in Deutschland bleiben und arbeiten zu können.

Arabisch-Übersetzer Hassan zählte einst zu den rund 500.000 staatenlosen Palästinensern in Syrien, die zwischen den Fronten des Bürgerkriegs standen und das Land nicht legal verlassen durften. Eine Zeitlang sei es in Syrien genauso schön gewesen wie hier in Deutschland, bis es einfach nicht mehr ging, erzählte der Englischlehrer in englischer Sprache. Nach seiner zweiten Flucht, diesmal nach Deutschland, hofft er nun auf eine bessere Zukunft. Hassan ist Muslim, betonte aber sogleich, er glaube daran, dass „Gott alle Menschen liebt“.

Manche Neuankömmlinge schienen noch etwas schüchtern, andere suchten gerne Kontakt, darunter auch eine Frau mit Niqab, die also bis auf die Augen vollverschleiert war. Freundlich und lebhaft gaben ihre Augen zu erkennen, dass sie sich trotzdem nicht abgrenzen möchte.

Die rund 180 Flüchtlinge in der Gemeinde Titz treffen sich am Dienstag wieder um 16 Uhr zum offenen „Flüchtlingscafé“ in der zweiten Etage der Primusschule, eine Stunde vor ihrem Deutschunterricht. Beim Treffen soll vorzugsweise Deutsch gesprochen und der Kontakt mit Einheimischen hergestellt werden.

Als Weihnachtsgeschenk für die Neuankömmlinge haben Primus- und Grundschüler Lebensmitteltüten gesammelt, der Gemeindekindergarten hat Spielsachen zusammengetragen.

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