Ein Top-Jahr für die Zuckerfabrik

Von: gep
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Willi Kremer-Schillings an der
Willi Kremer-Schillings an der Rampe mit einer XXL-Rübe: 10,8 Kilogramm wiegt dieses Prachtexemplar. Daraus können etwa 600 Stück Würfelzucker hergestellt werden. Normalerweise wiegen Zuckerrüben etwa ein Kilogramm. Foto: gep

Jülich. Schon früh in der Kampagne deutete alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Superjahr 2009 hin. Jetzt herrscht Gewissheit: Es wird erneut ein Top-Jahr für die Zuckerfabrik Jülich.

Denn die Witterung war und ist einfach „traumhaft”, sagt Dr. Willi Kremer-Schillings („KS”), Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung in Jülich. Da dem goldenem Oktober noch ein „goldener November” gefolgt ist, schildert KS, steigt der Zuckergehalt stark an. Er erhöht sich dann besonders schnell, wenn die Differenz zwischen sonnigen und warmen Tagen und kühlen Nächten hoch ist.

Der Start ins Rübenjahr verlief schon nach Wunsch: Bei früher Aussaat bis Ende März war der Boden gerade noch feucht genug für die Keimung. Da in den folgenden drei Monaten nur etwa 30 bis 40 Millimeter Niederschlag fielen, bildeten die Sämlinge sehr tiefe Wurzeln aus. Und der regenreiche Sommer stellte richtiges „Rübenwetter” (KS) dar.

In den tieferen Bodenschichten war reichlich Wasser gebunkert, so dass die Pflanzen „aus dem Vollen” (Stickstoff, Spurenelemente) schöpfen konnten. Zugleich blieben die Temperaturen moderat. Das förderte das Wachstum. Der trockene Herbst schließlich brachte schon früh hohe Zuckergehalte.

Mehr Masse, längere Kampagne

Abgeschlossen wird die Kampagne nach derzeitigem Stand am 20. Januar 2012. Damit dauert sie länger als zunächst geplant (6. Januar). Die Ernte übersteigt die anfänglichen Erwartungen deutlich. Der Massenzuwachs auf den Äckern ist unglaublich: Jede Tonne Mehrertrag auf den insgesamt 22.000 Hektar der Vertragslandwirte bedeutet auch, dass die Zuckerfabrik einen Tag länger unter Dampf steht. Unter dem Strich müssen 176.000 Tonnen mehr verarbeitet werden.

Rekord wird nicht gebrochen

Bisher sind 1.1 Millionen Tonnen Rüben in rund 47.000 Fuhren angeliefert worden, das sind 58 Prozent der erwarteten Ernte. Allerdings erreicht der Zuckergehalt - 17,1 Prozent, „möglicherweise etwas höher” - nicht den Wert des Rekordjahres 2009 (17,94 Prozent). Aber beim Rübenertrag wird mit 78 (2009: 73,42) Tonnen/Hektar gerechnet, und der Zuckerertrag wird mit 13,34 to/ha über dem 2009er Wert (13,18) liegen.

Bis zum 10. Dezember sollen alle Rübenschläge gerodet sein, nur bis dahin sind die Erzeuger über den Frostfonds abgesichert. „Die Bauern haben wieder Spaß am Rübenanbau”, stellt KS auch mit Blick auf den derzeit sinkenden Abnahmepreis für den Konkurrenten Getreide fest. Die Lieferkontrakte für 2012 seien schon alle gezeichnet.

In der laufenden Kampagne erlösen die Landwirte für Quotenrüben einschließlich der Zuschläge für Zuckergehalt, Schnitzelvergütung, Prämien und einem generellen Knappheitszuschlag von zwei Euro rund 34 Euro pro Tonne, der Preis für Industrierüben liegt drei bis vier Euro unter dem Quotenpreis.

„Es geht unheimlich ruhig zu”, wundert sich KS ein wenig über den bisherigen Kampagnenverlauf. „Es läuft problemlos.” Das mag auch daran liegen, dass die üblichen Reibereien über „Schmutzprozente” bisher ausgeblieben sind. Die Rüben kommen vielmehr schon „blitzsauber” in die Mieten , stellt KS fest.

Der Erdanteil bewegt sich jedenfalls deutlich unter den Vorjahreswerten von etwa fünf Prozent, entsprechend gering ist der Abzug. Auch die Rodungen verliefen „ausgesprochen gut”, nur auf leichten und daher jetzt sehr trockenen Böden gebe es Probleme etwa mit Wurzelbruch. „Die Maschinen leiden eher unter dem Staub.”
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