Inden - Ein Stück Heimat bewahrt: Geschichtsverein Inden wird 40 Jahre

Ein Stück Heimat bewahrt: Geschichtsverein Inden wird 40 Jahre

Von: Antonius Wolters
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Das Ortsgeschichtliche Museum Lucherberg ist der ganze Stolz des Geschichtsvereins der Gemeinde Inden. Das Foto zeigt Vorsitzenden Jörg Lakeberg (2.v.r.) im Kreise seiner Vorstandskollegen. Foto: Wolters
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Laurenz Grobusch – hier mit Familienwappen – ist letzter noch lebender Gründer des Geschichtsvereins der Gemeinde Inden.

Inden. Unter dem Motto „Eine Zukunft für unsere Vergangenheit“ ist vor 40 Jahren, genau am 2. November 1977, der Geschichtsverein der Gemeinde Inden aus der Taufe gehoben worden.

„Ich hatte die Idee“, sagt der damalige Ratsherr Lauzenz Grübusch mit sichtlichem Stolz, der ein Jahr zuvor am 7. November 1976 im Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde den Antrag auf Sicherung und Erhaltung historischer Gegenstände im Gemeindegebiet gestellt hatte. „In den großen gelben Containern vor den Haustüren gingen viele Dinge unwiederbringlich verloren“, schildert Grobusch seinen damaligen Grundgedanken, historisch wertvolle Gegenstände zu sammeln und der Nachwelt zu erhalten.

Historischer Förderkreis

Die Resonanz auf seine Initiative war positiv und es wurde angeregt, einen historischen Förderkreis Inden zu gründen, die Keimzelle des späteren Geschichtsvereins. Unter Leitung von Rektor Heinz Pilartz tagte der Förderkreis mehrfach und erörterte die Idee eines Geschichtsvereins für die gesamte Gemeinde Inden, die bei der Gründungsversammlung am 2. November folgte. Sieben Personen unterschrieben die Satzung des neuen Vereins, darunter auch Grobusch, der einziger noch lebender Gründer ist. Der erste Vorsitzende war Goswin Flatten aus Inden, die Zahl der Mitglieder betrug am 31. Dezember 1977 zehn Personen.

„Wir haben sehr viel Freude gehabt“, erinnert sich Laurenz Grobusch, damals Schriftführer, später 2. Vorsitzender und heute Ehrenmitglied, an die „tolle Zeit der ersten 20 Jahre“ des Geschichtsvereins, dessen Mitglieder zunächst in der Hauptschule Merödgen tagten. Später sorgten Gemeindeirektor Gerards und Bürgermeister Wolff dafür, dass der Verein in der ehemaligen Lehrerwohnung der Grundschule Lucherberg Räume erhielt.

Sammlung ist Basis des Museums

Im ehemaligen Rathaus Lucherberg wurde später ein Ortsgeschichtliches Museum eingerichtet. Den Grundstock dafür bildete die Sammlung von Fotos und historischen Gegenständen, die stetig wuchs und natürlich katalogisiert werden musste. Neben der Sammlung von mehr als 5000 Bildern wurde ein Archiv mit Büchern zur Heimatgeschichte aufgebaut, während ein Filmteam interessante Dokumentationen in bewegten Bildern festhielt. Plakate für Ausstellungen oder eigene heimatgeschichtliche Publikationen, die seit 1978 veröffentlicht worden sind, entstanden in den Gründerjahren noch in reiner Handarbeit, erinnert sich Grobusch.

Um sich bei der Sammlung historisch relevanter Gegenstände bei der Bevölkerung legitimieren zu können, wurden auch Mitgliedsausweise erstellt, wobei Laurenz Grobusch noch heute den Ausweis mit der Nr. 0001 besitzt.

In den 40 Jahren seines Bestehens hat der Geschichtsverein der Gemeinde Inden, der sich bei seiner Gründung auch als Klammer für das durch die kommunale Neugliederung entstandene Gemeinwesen empfand, die Menschen durch die schweren Jahre der Umsiedlung und des Abschieds von den Altorten begleitet, die in den Publikationen und auf historischen Fotos weiter lebendig bleiben. Insofern traf die Gründung des Geschichtsvereins quasi am „Vorabend“ der grundlegenden Umgestaltung des Gemeindegebiets einen Nerv.

Tagebau hat Bande gekappt

Im Vorsitz wurde Goswin Flatten (1977-1980) durch Helmut Scheuer (1981-1998), Renate Xhonneux (1998-2009) und Jörg Lakeberg (seit 2009) abgelöst. Zusätzlich amtiert ein maximal achtköpfiger Beirat, der dem Vorstand zur Seite steht. Die Zahl der Mitglieder – der Höchststand lag bei 320 – beträgt aktuell rund 250 Personen. Ausflüge, heimatgeschichtliche Vorträge, Ausstellungen, regelmässige Museumssonntage prägen das Vereinsleben. Eigene Publikationen gibt es im zweijährigen Wechsel als Bildbände oder Textbeiträge. Ein größeres Fest wie mit dem Römischen Jahrmarkt zum Silberjubiläum im Juni 2002 wird es nach Worten des amtierenden Vorsitzenden Jörg Lakeberg erst wieder mit der 50-Jahr-Feier 2027 geben.

Laurenz Grobusch, der berufsbedingt ein paar Jahre im Ausland verbrachte, hat sich nach seiner Rückkehr in Jülich niedergelassen. Durch den Tagebau seien inzwischen „die Bande nach Inden gekappt worden“, sagt der 78-Jährige, dem Besuche beim Geschichtsverein inzwischen schlicht „zu weit sind“. Gleichwohl ist es ihm ein persönliches Anliegen, „allen Mitgliedern dafür zu danken, dass sie dem Geschichtsverein Inden die Treue gehalten haben. Ich wünsche ihm mindestens 40 weitere Jahre“.

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