Ein "Stroßedüvvel" hat in Jackerath die Schubkarre vorn

Letzte Aktualisierung:
15415595.jpg
Die Ziellinie erreicht: Der Jackerather Ortsvorsteher Artur Faulhammer aus der Klompengruppe „Stroßedüvvel“ wird Klompenkönig 2018. Foto: Jagodzinska

Jackerath. Knapp zwei Stunden nach Beginn des traditionellen Schubkarrenrennens auf dem Pötzberg hatte die Spannung ihren Höhepunkt erreicht: Gibt es einen Klompenkönig 2018?

Nicht zum ersten Mal fanden sich zunächst keine Bewerber für das finale Rennen um die Königswürde. „Damit müssen wir dann auch leben“, sagte Moderator Wolfgang Sieben resigniert. Er wollte schon zur Aufstellung des sich anschließenden Klompenzuges ins Festzelt aufrufen, als das „Klompenkomitee“ in letzter Sekunde doch noch fünf Anwärter meldete. Sie legten die etwa fünf Kilo schwere Holzkugel in die farblich abgestimmte Schubkarre und balancierten sie in ihren mit Stroh gefüllten Holzklompen über die 150 Meter lange Kurzstrecke.

Doch kein „Klompenkaiser“

Als erster erreichte der Jackerather Ortsvorsteher Artur Faulhammer aus der Motivgruppe „Stroßedüvvel“ die Ziellinie und wurde gebührend gefeiert. Dicht hinter ihm ging Dirk Schößer ins Ziel, der sich bereits zweimal als Klompenkönig qualifiziert hatte und im Falle eines Sieges „Klompenkaiser“ geworden wäre. #

Dafür gewann letzterer aber, „weit abgeschlagen von den anderen“, die „Große Runde“ auf Zeit, ein „sensationell anstrengendes Rennen“ über rund 1000 Meter quer durch den Ort – in stolzen 6:57 Minuten. Adalbert Schößer ging hier als Zweiter ins Ziel, gefolgt von seiner Frau Ina vor Dieter Wirtz. Ina Schößer war insgesamt erst die dritte Frau, die an dieser Ausnahmequalifikation teilgenommen hat.

1927 wurde das in der Region einmalige Schubkarrenrennen erstmals erwähnt, wahrscheinlich wurde es schon vorher ausgetragen. Die insgesamt elf Jackerather Klompengruppen, die größte davon heißt „Wilde 60er“, hatten am Montag des Klompenfestes beim idealistischen Qualifikationslauf schon etliche Rennen hingelegt. Männer, Frauen und Kinder gingen einzeln oder gemischt an den Start. Als Lohn winkten den Erwachsenen Biermarken, den Kindern Schokolade.

Bei der anschließenden Feier im Zelt wurden die schönsten Klompen prämiert, wobei die Wahl schwer fiel: Die Motive reichten vom symbolisierten Schubkarrenrennen auf je einem blauen und einem roten Klompen aus der Gruppe der amtierenden Königin „Heike I. vom Petershof“ über flammenbemalte Klompen der „Stroßedüvvel“ bis hin zu Holzmotiven auf Moos der „Holzfäller“.

Fassanstich und Fahnenhissung

Das rauschende Klompenfest hatte bereits am Donnerstag mit dem Fassanstich begonnen. Auf die spaßige Fahnenhissung am Freitag folgte die sehr gut besuchte und von „Superstimmung“ geprägte „Après-Ski-Party“.

Während des Königsballs am Samstag übergab Réné Waßen die Königskette an seine Nachfolgerin Heike I. vom Petershof. Der Sonntag war geprägt vom Kirchgang mit anschließender Gefallenenehrung und dem nachmittäglichen Festzug durch den Ort. Zum Start des krönenden Schubkarrenrennens am Montag spielte der Marinespielmannszug. (ptj)

 

 

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert