Jülich/Titz - Ein Schul-Solo in Jülich oder ein Duett mit Titz?

Ein Schul-Solo in Jülich oder ein Duett mit Titz?

Von: Volker Uerlings
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Das Jülicher Schul-, Sanierungs- und Bauzaun-Zentrum an der Linnicher Straße: Im nächsten Jahr ziehen die Sekundar- und die Realschule – zur Hauptschule, die sich bereits dort befindet. Foto: Uerlings

Jülich/Titz. Der Herr war zu Scherzen aufgelegt und liebt ohnehin eine bildreiche Sprache. Jedenfalls beschwor Wolf Krämer-Mandeau (Projektgruppe biregio) am Donnerstagabend im Jülicher Rathaus so oft ein „Damoklesschwert“, dass damit ein ansehnliches Ritterturnier ausgestattet werden könnte. Er hält zum Beispiel den zweiten Anlauf, eine Gesamtschule Aldenhoven-Linnich einzurichten, für eine solche Gefahr wie das überlieferte Schwert am Rosshaar. Seinem Auftrag kam er indes auch nach.

Er hatte geprüft, ob die Schülerzahlen es auch erlauben, die Sekundarschule Jülich mit einem Teilstandort in Titz zu betreiben – oder auch nicht.

Krämer-Mandeau präsentierte in einer gemeinsamen Sitzung der Fachausschüsse aus Jülich und Titz in der Herzogstadt drei Möglichkeiten: 1. Die Sekundarschule Jülich wird „solo“ weiter betrieben, was natürlich die Möglichkeit einschließt, dass Titzer Kinder die Jülicher Schule besuchen. Allerdings: Eine eigene weiterführende Schule würde es in Titz dann nicht mehr geben. 2. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 könnte eine Sekundarschul-Dependance in Titz errichtet werden – und zwar für die Eltern, die das wünschen. Das wäre für mutmaßlich alle Titzer Eltern und die Titz-nahen Jülicher Stadtteile eine Option. Die anderen Kinder besuchten weiter den Standort Jülich, wie alle Jungen und Mädchen ab Jahrgang 7.

Dritte Möglichkeit nach Aussagen des Schulentwicklungsplaners: „Titz geht einen eigenen Weg und gründet eine Primusschule.“ Die gibt es bislang landesweit noch nicht. Sie nimmt die Jahrgangsstufen 1 bis 10 unter ein Dach (mit je zwei Parallelklassen) und habe „reformpädagogische Ansätze“. Für die Klassen 1 bis 4 würde der Nachwuchs aus Titz reichen, ab Klasse 5 wäre eine Primusschule auf Kinder auch aus anderen Kommunen angewiesen. Wird sie eingerichtet und angenommen, nehme sie langfristig der Sekundarschule Jülich einen Zug (heute 6).

Der Planer blickte mehrfach auf die geplante Nachbar-Gesamtschule und skizzierte zu erwartende Auswirkungen. Er prophezeit bei einer erfolgreichen Gründung: „Ohne die Kinder aus Aldenhoven und Linnich kollabiert ein Jülicher Gymnasium zwangsläufig.“ Scheitert die geplante Gesamtschule erneut, könne es durch die zu erwartenden Schülerströme in Jülicher Einrichtungen äußerst eng werden.

Die Politik stellte nur Fragen und wird in einem Arbeitskreis die Aussagen bewerten. Zeitdruck gibt es nur im Falle einer Primusschule (31. Juli). Die Jülicher Politiker kamen überein, sich aus Rücksicht auf Titz frühzeitig festzulegen.

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