Ein Remis hilft dem TTC Indeland nicht weiter

Von: Antonius Wolters
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Coach Miro Broda (Bildmitte), der für Sonntag mit neuen Doppeln plant, und die Mannen seines Zweitliga-Kaders. Foto: Kròl

Jülich. Mit dem TuS Fürstenfeldbruck gastiert der aktuelle Tabellenfünfte der 2. Tischtennis-Bundesliga am Sonntag um 14 Uhr in der Jülicher Nordhalle an der Berliner Straße, wo der TTC Indeland mit einem Sieg den Sprung in die obere Tabellenhälfte schaffen möchte.

Nach Auskunft von TTC-Manager Arnold Beginn wollten die Gäste ursprünglich den Aufstieg in die Bundesliga schaffen und hatten deshalb den starken Südkoreaner Jung Hoon Kim verpflichtet. Doch der kam bislang nicht zum Einsatz, weil es offenbar Probleme mit der Arbeitserlaubnis des Asiaten gab. Dass der Spitzenmann des TuS ausgerechnet in der Herzogstadt seinen Einstand gibt, glaubt deshalb niemand im Lager der Indeländer.

Zuletzt besiegte Fürstenfeldbruck im Heimspiel Borussia Dortmund mit 6:4, wobei die Gäste allerdings auf ihre Nr. 1 Eric Bottroff verzichtet mussten. „Wir stehen besser da, als es dem Leistungsstand entspricht“, heißt es auf der Internetseite des Vereins nach diesem Sieg, den einmal mehr das untere Paarkreuz der Südlichter sicher stellte. So warnt auch TTC-Manager Beginn vor der Stärke von Filip Cipin und Bojan Crepulja, die Hermann Mühlbach und Ewout Oostwouder sicher stark zusetzen werden.

Das obere Paarkreuz mit Lauric Jean und Yoshihiro Ozawa ist dagegen im Vergleich zu Michal Obeslo und Florian Schreiner höher einzuschätzen, so dass den beiden Doppeln wieder eine Schlüsselrolle zukommt. Nach den jüngsten Misserfolgen in der laufenden Saison – Beginn spricht hier gar von Doppel-Katastrophe – hat sich die Mannschaftsfleitung zur Umbesetzung der Doppel entschlossen nach der Devise: Es kann nur besser werden.

„Wir haben in der vergangenen Saison von den Doppelerfolgen gelebt“, kann sich der Manager den eklatanten Leistungsabfall der beiden Gespanne zwar nicht erklären, sieht sich aber zum Handeln gezwungen, um eine Verbesserung herbeizuführen. Ob die sich schon am Sonntag einstellt, bleibt zunächst abzuwarten. Da die Spieler unter der Woche beim Verbandstraining beschäftigt waren, kommen sie am Sonntag etwas früher in die Nordhalle, so dass Coach Miro Broda dort mit den neuen Doppeln trainieren und die Formationen schon ein Stück weit für die dann folgende Partie einschwören kann.

Nach Worten Beginns liegt am Sonntag „ein Unentschieden auf der Hand, doch das hilft uns nicht weiter“. So blickt der Manager längst über diese Begegnung hinaus und hat die beiden folgenden Vorrundenpartien bei Borussia Dortmund und das Heimspiel gegen den TSV Bad Königshofen im Blick: „Vier Punkte sind in den kommenden drei Spielen Pflicht“, gibt der Ehrenpräsident vor, der spätestens mit dem Ende der Hinrunde über die Mannschaft für die kommende Spielzeit nachdenkt. „Dann besteht Planungssicherheit und die Wechselbörse startet“, geht der erfahrene „Strippenzieher“ davon aus, dass die Gerüchteküche zu möglichen Wechseln innerhalb und zwischen den Ligen deutlich früher angeheizt wird.

Für den heimischen TTC Indeland hat Beginn die laufende Saison offenbar schon als „Übergangsjahr“ abgehakt. Seine wichtigste Erkenntnis aus dem bisherigen Verlauf mit Licht und auch viel Schatten: Durch die langwierige Armverletzung von Ewout Oostwouder etwa sei die Mannschaft phasenweise nur mit drei Spielern angetreten, die im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Publikumsliebling Ozawa werde regelmässig vom japanischen Verband angefordert. Daraus und anderen Verletzungen bei anderen Zweitligisten zieht der Manager den Schluss, dass der TTC für die kommende Saison fünf statt vier zweitligataugliche Spieler nominieren muss, was auf der anderen Seite natürlich die Kosten nach oben schraubt.

„Ich stehe vor äußerst schwierigen Verpflichtungen“, will der ausgefuchste Manager einmal mehr das Kunststück vollbringen, mit wenig Geld viel Talent einzukaufen. Er hat bei seinen Überlegungen auch schon zwei junge Topspieler im Visier, „die uns weiterhelfen“, möchte in dieser Phase aber natürlich noch keine Namen nennen.

Klar ist für den Ehrenpräsidenten, der bei allem Verhandlungseifer auch „immer auf die Finanzen schauen muss“, dass an der bestehenden Vereinsstruktur mit riesengroßer und sehr erfolgreicher Jugend- und Amateurabteilung, die selbstverständlich auch nicht ganz billig sind, nicht gerüttelt wird. Der daraus folgende Spagat wird den Indeländer somit wohl noch lange erhalten bleiben.

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