Jülich - Ein Lichtermeer für die stillen Helfer

Ein Lichtermeer für die stillen Helfer

Von: ptj
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Helles Lichtermeer trotzt dem Regen: Dank gemeinsamen Bemühens leuchteten viele der 1200 Lebenslichter. Foto: Jagodzinska

Jülich. Mit der Solidaritätsaktion „Lebenslichter für Jülich” hat der ambulante Caritas Hospizdienst Düren-Jülich zum elften Deutschen wie zum Internationalen Hospiztag ein sichtbares Zeichen gesetzt. 1200 Grablichter warteten auf dem Marktplatz darauf, für schwerkranke, sterbende und in Erinnerung an bereits verstorbene Menschen entzündet zu werden.

Durch den symbolischen Erwerb einer dieser Kerzen leisteten Bürger wertvolle Unterstützung der Hospizarbeit. Caritas-Zentrumsleiter Düren-Nord, Rudolf Stellmach, stellte zunächst die ehrenamtlichen Hospizbegleiter in den Vordergrund, die als „Säulen der Hospizgemeinschaft ihr Handwerkszeug eigentlich schon mitbringen”, wie Koordinatorin Dagmar Amthor hinzufügte.

Bewegende Worte

Die Lichter sollten auch die im Stillen geleistete Arbeit der Ehrenamtler versinnbildlichen und einen Rückblick auf ihre mit sehr intensiven Gefühlen durchlebte Zeit erlauben.

Einige Hospizbegleiterinnen fanden bewegende Worte, warum sie Menschen in Ausnahmesituationen nicht alleine lassen wollen. Hier einige Sätze im Bezug auf eine 90-jährige Demenzpatientin: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass mich eine Verbindung so bewegt. Ich möchte sie nicht mehr aus den Augen verlieren und möchte ihre Demenz verstehen, damit ich lerne, ihr Nichtssagen mit anderen Augen zu sehen.”

Die Ehrenamtlerinnen fühlen sich augenscheinlich selbst gut begleitet: „Frau Amthor hat uns ganz, ganz viel Werkzeug mit an die Hand gegeben”, oder „Die ganz besonders gestalteten Abende sind in einzelne Schritte unterteilt”, betonten die Damen.

Zu den wenigen „Quotenmännern” der Hospizbewegung zählt auch der 31-jährige Daniel Frank. Der junge Mann mit Handicap hat die Ausbildung abgeschlossen und will nun verstärkt Behinderte begleiten, weil er weiß, „wie es ihnen geht”. Ihnen allen galt ein „ganz, ganz großes Dankeschön” vom Zentrumsleiter.

Bevor das Lichtermeer jedoch die Herzen erhellen sollte, leisteten die etwa 20 Anwesenden der über 50 Kopf starken Hospiz-Crew ganze Arbeit, unterstützt von einigen Helfern aus der Zuschauerreihe. Wieder und wieder mussten die Dochte neu entzündet worden, die der Regen in regelmäßigen Zeitabständen erlöschen ließ.

Glücklicherweise war die Wahl auf Grablichter statt auf offene Kerzen gefallen, sonst wäre das äußere Zeichen der Solidaritätsaktion gleich zum Scheitern verurteilt gewesen. So aber wurde der Platz zu den harmonischen Klängen der fünf Tenöre von „Adoro” aus dem Lautsprecher stetig heller und wärmer.

Wärme erzeugte allerdings auch das gemeinsame Bemühen in Regen und Kälte. „Wir feiern das Leben und gehen gemeinsam die Wege, die vor uns liegen”, dieser Ausspruch von Dagmar Amthor schien auch hier besonders gut zu passen. Bewegt verweilten die Menschen in Meditation zu vorgetragenen Texten bei den Lebenslichtern.
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