Jülich/Düren - Ein leiser Landwirt als CDU-Lokomotive

Ein leiser Landwirt als CDU-Lokomotive

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
uhlenberg bild
Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (Mitte) bekam von den Landtagskollegen Rolf Seel (links) und Josef Wirtz nach seiner Rede in Jülich Wein als Wegzehrung für die Heimreise: „Das ist roter - den muss man vernichten...” Foto: Uerlings

Jülich/Düren. Eckhard Uhlenberg ist Landwirt aus Überzeugung und war nach eigenem Bekunden in der „Jülicher Bucht” am Dienstagabend genau richtig: „Da geht mir das Herz auf, wenn ich die Ackerböden hier mit dem besondern fruchtbaren Boden sehe.”

Der Landesminister für Umwelt und Naturschutz, Verbraucherschutz und eben auch Landwirtschaft sah davon am Abend im Glashaus des Jülicher Brückenkopf-Parks zwar nicht mehr viel, blickte als „Wahlkampflokomotive” wenige Tage vor dem Urnengang beim CDU-Kreisverband Düren dennoch in viele Richtungen.

Gemeinsam mit den Unionskandidaten für die Wahlkreise Düren I, Josef Wirtz, und Düren II, Rolf Seel, gab es nur ein Ziel: Die eigenen Reihen zu schließen und zu motivieren angesichts der Prognosen, die einen knappen Ausgang vorhersagen: „Wir können es schaffen!” Mit „Wir” meinte der Mann aus dem „Rüttgers Club” unmissverständlich Schwarz-Gelb, gleichwohl fasste Uhlenberg die Freidemokraten nicht mit Samthandschuhen an.

„Krawallpolitiker”

Auf Zweitstimmen aus dem Lager der Christdemokraten sollten die Liberalen gar nicht erst schielen. Und auch der Vizekanzler bekam sein Fett weg: Guido Westerwelle habe das Thema Steuererleichterungen im Bundestagswahlkampf „völlig überhöht - und sich danach „zu einem Krawall-Politiker entwickelt, weil er aufs falsche Pferd gesetzt hat”.

Das waren die rustikalsten Äußerungen eines Mannes, der ansonsten lieber leise und sachlich argumentiert. So überraschte der Minister, der in Soest zu Hause ist, seine Parteifreunde mit einem flammenden Appell pro Umweltschutz.

Die unter seiner Verantwortung umgesetzten Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft, die Initiative, den zu hohen Flächenverbrauch an Rhein und Ru(h)r einzudämmen sowie weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität listete Eckhard Uhlenberg als Arbeitsnachweise auf. „Das waren nicht die Grünen, das waren Christdemokraten, die das umgesetzt haben”, sagte er den vielen Gästen aus dem Kreis Düren.

Dreiklang

Das passt laut Minister aber bestens ins Profil der aus seiner Sicht „einzigen Volkspartei” im Land: Schließlich sei die Bewahrung der Schöpfung ein ureigenes Ziel seiner Partei und ein Bestandteil eines „Dreiklangs”, zu dem auch die „wirtschaftliche Vernunft” und die „soziale Gerechtigkeit” gehörten.

Die Regierung von Jürgen Rüttgers habe laut Uhlenberg mit dem Tritt auf die Schuldenbremse, den gezielten Investitionen in Bildung und Schulen, dem Ausbau der U3-Betreuung sowie der Stärkung aller Regionen („nicht nur des Ruhrgebiets”) Kompetenz bewiesen.

Uhlenberg machte keinen Hehl daraus, dass es für CDU und FDP in Düsseldorf in jüngster Zeit nicht einfach war. Das „Theater” von Christ- und Freidemokraten nach der Bundestagswahl und ganz aktuell die Griechenland-Debatte seien keine idealen Voraussetzungen gewesen. Der Minister: „Wir haben die Wahl noch nicht gewonnen, aber wir können sie gewinnen!”

Uhlenberg teilte die Einschätzung seiner Landtagskollegen Seel und Wirtz, dass die SPD mit den Grünen und der Linken paktieren werde, wenn sich die Möglichkeit bietet. Von daher sei der Urnengang am 9. Mai eine „Richtungs-, ja eine Schicksalswahl”.

Wirtz und Seel erklärten den Christdemokraten, dass sie in den letzten fünf Jahren „hervorragend zusammengarbeitet” hätten. Die Parteifreunde sahen das wohl auch so und applaudierten den Abgeordneten, die gelegentlich sogar auf einen gemeinsamen Briefkopf zurückgreifen.

„Lassen Sie uns einen Wahlkampfendspurt hinlegen, der diesen Namen verdient”, gab sich Wirtz kämpferisch und warb wie Seel um beide Kreuzchen für die Union, denn erstmals gibt es wie bei Bundestagswahlen Erststimmen für die Direktkandidaten der Wahlkreise und Zweitstimmen für die Zusammensetzung des Landtags.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert