Ein Konzerterlebnis der besonderen Art

Von: Hilde Viehöfer
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Stefan Palm scharte in der Sch
Stefan Palm scharte in der Schlosskapelle der Zitadelle wieder ausgezeichnete Musiker um sich. Unter dem Namen „Palm Concertino” gaben sie ein begeisterndes Konzert in der Vorweihnachtszeit.

Jülich. Viele Musikfreunde fanden den Weg in die Schlosskapelle der Zitadelle, um dem Konzert von „Palm Concertino” zu lauschen. Hinter diesem Namen verbergen sich jedes Jahr Musiker um den Ini­tiator Stefan Palm.

Allein dieser Name steht nicht nur im Jülicher Land für besondere Konzerterlebnisse. Auch die Musiker, die er um sich schart, um ein besonderes Programm zu gestalten, begeistern immer wieder die Zuhörer.

Sein Orchester setzte sich in diesem Jahr aus Stefan Palm (Cembalo), Iva Brockmann, Elsinora Arnold und Hubertus Schade (Violine), Susanne Trinkaus und Walter Haas (Viola), Arabella Ristenpart (Violoncello) und Georg Gehlen (Kontrabass) zusammen.

Mit der Solistin an der Violine, Laura Palm, begann der Programmreigen mit dem Konzert E-Dur für Violine und Orchester von Johann Sebastian Bach. Tutti und Soli wurden verwoben zu einem gemeinsamen Klangwerk, das von dem klaren, klangvollen Spiel der Solistin und dem harmonischen Einklang des Orchesters zu einem tiefen musikalischen Ausdruckswerk wurde.

Ergreifendes Klagelied

Besonders berührend mutete das Adagio an, ein Zwiegesang von herber Innerlichkeit zwischen Geige und Bässen entwickelte sich zu einem ergreifenden Klagelied. Fast übermütig, von der Solistin gelöst gespielt, erklang das Rondo.

Nach diesem gewichtigen ersten Beitrag folgte leicht und heiter das Konzert Nr. 1 für Cembalo und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart.

In perfekter Einheit und mit spielerischer Leichtigkeit musizierten Solist Stefan Palm und sein Ensemble.

Den Streichern gewidmet

Ausklang des ersten Konzertteiles war - der Adventszeit entsprechend - das „Concerto grosso fatto per la notte di natale” von Arcangelo Corelli, dem erste Großmeister des Concerto grosso. Seine Werke sind hauptsächlich den Streichern, aber auch dem Cembalo gewidmet.

So gab dieses Weihnachtskonzert Streichern und Cembalisten gleichermaßen Gelegenheit, als Einzelstimmen eingebettet in die Orchesterform solistisches Können und homogenes Musizieren zu demonstrieren.

Das Konzert verkörperte das klassische Schönheitsideal der barocken italienischen Streichmusik. Es bewegte sich in dem harmonischen Gleichgewicht zwischen Form und Ausdruck in einem in sich geschlossenen kleinen Kosmos. Die Solovioline trat in einzelnen Sätzen hervor und gab strahlenden Glanz.

Solistin begeistert

Als zweite Solistin des Abends begeisterte Stefanie Sassenrath an der Oboe. In vollendeter Harmonie mit Orchester und Cembalo musizierte sie das Konzert g-moll für Oboe und Orchester von Georg Friedrich Händel.

Auch im folgenden Konzert F-Dur für Violine, Cembalo und Orchester von Joseph Haydn faszinierte sie. Dank ihrer perfekten Technik wurden schwierigste Passagen mit großer Leichtigkeit, unbeschwerter Musizierfreude und vollendet weichem Ton gemeistert.

Beeindruckend war die Gabe, den Klang der Oboe aus ihrem meist typischen leicht herben Klangbild zu befreien und einen warmen, einfühlsam differenzierten Ton angepasst an die musikalische Struktur der Werke zu präsentieren.

Ein begeistertes Publikum dankte für ein stimmungsvolles und musikalisch hochstehendes Konzert und freute sich über zwei Zugaben und ein gemeinsames Weihnachtslied.
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