Ein Koffer voller Bücher geht auf Reisen

Von: rb
Letzte Aktualisierung:
schmöker3sp
Nanu, was ist denn das? Birgit Kasberg zeigte den Kindern im Kindergarten „Purzelbaum”, wie der Schmöker-Koffer funktioniert. Foto: Beyß

Broich. Er hat einen langen Weg vor sich: der Schmöker-Koffer der Stadtbücherei Jülich. Bis Mai 2011 reist er durch die städtischen Kindergärten und hat eine Menge Geschichten im Gepäck. Im Kindergarten „Purzelbaum” in Broich startete der voll bepackte Koffer seine Tour.

„Ich sehe schon, wie gespannt ihr seid”, sagte Birgit Kasberg lächelnd bei der offiziellen Übergabe an die Kindergartenkinder. „Dann will ich euch mal erklären, was es mit diesem Koffer auf sich hat.” Rund 20 Bücher finden in dem dekorierten Koffer Platz. Von Wimmel-Büchern über Bilderbücher bis hin zu Märchenbüchern zum Vorlesen ist für jedes Alter etwas dabei. „Und ihr sollt darin kräftig rumschmökern”, ermunterte Kasberg die Nachwuchs-Leser im „Purzelbaum”.

Sprachförderung

Der Schmöker-Koffer ist Teil des breit angelegten Leseförderungsprogramms der Stadtbücherei. Nach den weiterführenden und Grundschulen sollen nun auch die Kleinsten mit Büchern in Kontakt gebracht werden.

„Die Kinder können zwar noch nicht lesen, aber das Vorlesen, das Sprechen über die Bücher und das Betrachten bildet die Vorstufe zum späteren Leseverständnis”, erklärte Kasberg. „Zudem werden die physischen Fähigkeiten und die Motorik der Kinder gefördert, der erste Kontakt zum Material âBuch´ wird hergestellt.”

Und nicht nur jedes einzelne Kind soll seine Kompetenzen stärken, sondern die gesamte Gruppe. Nach etwa drei Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Koffer und seinen Geschichten haben die Kinder die Aufgabe, ihn selbst in den nächsten Kindergarten zu bringen. Die Route des Koffers ist dabei so angelegt, dass sie auch für kleine Füße zu bewältigen ist.

Vom „Purzelbaum” aus reist der Koffer in die städtischen Kindergärten „Sternschnuppe”, „Rappelkiste”, „Grünschnäbel”, „Sonnenschein”, „Wilde 13” und „Regenbogen”. Bei jeder Übergabe soll ein Austausch über den Inhalt des Koffers stattfinden - in welcher Form auf immer. Birgit Kasberg hat dafür schon jetzt viele Ideen: „Vielleicht basteln die Kinder Spiele zu den Büchern oder sie gestalten ein eigenes Bilderbuch. Es gibt so viele Möglichkeiten.”

So spielt neben der Beschäftigung mit Sprache, Schrift und Lesen auch die Kommunikation eine wichtige Rolle.

Katharina Esser, Leiterein des Amtes für Kinder, Jugend und Sozialplanung, koordiniert und betreut das Projekt der Kindergärten und betonte vor allem die Reichweite des Schmöker-Koffers: „Wir erreichen über 100 Kinder zwischen vier Monaten und zwölf Jahren, weil in manchen Einrichtungen auch Betreuung für Kinder unter drei Jahren sowie Schulkinder angeboten wird.”

Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, Kinder mit und ohne Behinderung - alle hätten gleichermaßen Anteil an dieser besonderen Art der Sprach- und Leseförderung.

Hat der Koffer alle Stationen hinter sich, bringen alle Kinder ihn gemeinsam wieder in die Stadtbücherei. Dort wartet dann ein großes Fest auf alle Teilnehmer - und sicher eine Menge eigener Geschichten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert