Ein Jubiläum krönt das Hildegardisfest

Von: ptj
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„Erntedank“ ist das Motto des ökumenischen Gottesdienstes zum Hildegardisfest mit Jubiläum. Foto: Jagodzinska
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Sie sieht ihren „Beruf als Berufung“: Caritas-Vorstandsmitglied Marcus Mauel verleiht Sonja Weckwerth das Goldene Ehrenzeichen des Caritasverbandes. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Heute ist alles ganz anders hier“, stellte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs beim Hildegardisfest in der Alten- und Pflegeeinrichtung St. Hildegard treffend fest. Das auf den Tag genau zehnjährige Bestehen der Tagespflege inklusive der Demenzberatung „Kompass“ war in das Fest der Namenspatronin St. Hildegard eingebettet, das erstmals im Zeichen des Oktoberfestes stand.

Nicht zuletzt verlieh Marcus Mauel aus dem Caritas-Vorstand das Goldenen Ehrenzeichen des Caritasverbandes an Sonja Weckwerth für mehr als 25 Jahre „mit Herz und Hand für die Bewohner von St. Hildegard“. Die Jubilarin, die „ihren Beruf als Berufung sieht“, bezeichnete er als „gewissenhaft, verantwortungsvoll und immer gut gelaunt“.

Caritas-Vorstandssprecher Dirk Hucko lobte den eingangs gefeierten ökumenischen Gottesdienst als „schöne Tradition“ im Hause und dankte den bislang drei Leiterinnen der St. Hildegard-Tagespflege, Liesel Sussmann, Andrea Rudolphi und der neuen Leiterin Manuela Thomae, die sich abschließend den vielen Gästen vorstellte.

„Die Pflege ist mittlerweile ein richtiges Politikum geworden, sie wird sehr, sehr kritisch gesehen. In erster Linie sollte es um die Pflege gehen und nicht ums Geld“, betonte Fuchs und sprach dem „starken Partner Caritas“ in diesem Zusammenhang ein dickes Lob aus.

„Erntedank“ lautete das Motto des Wortgottesdienstes, der im großen Saal des Altenzentrums gefeiert wurde, in guter ökumenischer Tradition mit dem katholischen Pfarrer Konny Keutmann und seinem evangelischen Amtskollegen Horst Grothe. Christa Rissler begleitete die gemeinsam gesungenen Lieder am Keyboard. „Wir bringen im übertragenen Sinne den Erntekorb unseres Lebens mit“, legte Keutmann das Motto aus und deutete auf die an der Decke hängende Erntekrone.

Kronen seien der Bibel nicht fremd, verwies der Pfarrer etwa auf die Dornenkrone oder die „Krone des Lebens“ im Tod. „Haben Sie das Gefühl, eine Krone zu tragen oder erleben Sie das Alter im belastenden Sinne?“, sprach er die an den Tischen verweilenden Bewohner direkt an. Er legte die derzeit so häufig diskutierte Altersarmut und die „gefüllten Händen nach dem wunderbaren Zeichen Jesu“ in die Waagschale.

Grothe nahm den Faden auf und bezog sich auf die Lesung von der wunderbaren Brotvermehrung aus dem Johannesevangelium. Er sprach von den Menschen, die trotz leerer Hände meinen, „satt zu sein und auch noch austeilen zu können“.

Als Stichwort für einen Lösungsansatz nannte der Geistliche die Dankbarkeit. Anstatt sein Leben immer mit dem anderer zu vergleichen oder stets im Gestern zu schwelgen, riet er zum Loslassen der eigenen Richtigkeiten, des eigenen Rollenverständnisses, dazu, „von seinem Thrönchen runterzusteigen“. Ja-Sagen zum Leben heute, damit „die leeren Hände sich öffnen für andere Möglichkeiten“, lautete sein Fazit. Würde das Brot, „das wir heute bekommen“ in eine Danksagung münden, geschehe im übertragenen Sinne die Brotvermehrung.

Gemeinsam angestimmt wurde etwa „Erde singe“ oder abschließend das „Kleine Senfkorn Hoffnung“. Nach dem offiziellen Teil lockte ein üppiges Kuchenbüffet, später wurde der Grill angezündet. Das gelungene Programm mit Oktoberfest-Touch gestaltete die Jülicher Bigband „Dukes of Brass“. Ein Auftritt der „Ladies in Jeck“ aus der Tagespflege krönte den Nachmittag.

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