Ein Jubiläum ganz ohne Hochdeutsch

Von: ktw
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Beste Laune vor und auf der Bühne der Bürgerhalle: Fred Esser und Achim Cormann singen das „Mührsche-Leed“ beim Jubiläumsnachmittag der KirchbergerMundartfreunde.

Kirchberg. Zum zehnten Mal war es soweit und die Mundartfreunde versammelten sich in der Kirchberger Bürgerhalle um das Jubiläum des Vereins zur Pflege des Heimatlichen Brauchtums zu feiern. Der rheinische Mundart-Nachmittag stand ganz unter dem Motto „Wellste Schmunzele on Laache övver lostije on ernste Saache – dann moß de onvürennjenomme am Sonndaach nom Monkartnommedaach komme!“.

Schon kurz vor Einlassbeginn standen die ersten Mundartbegeisterten vor der Bürgerhalle und warteten darauf sich einen begehrten Platz in der ersten Reihe sichern und die Sketche hautnah erleben zu können. Pünktlich um halb fünf und mit fast voll besetzter Bürgerhalle ging es dann auch los, denn - so stand es auch im Programmheftchen „Et witt pünklich anjefange“.

Nelli Schmitz, die versicherte noch mindestens zehn weitere Jahre mitzumachen, tat den Anfang mit Josef Heinrichs „Oss Mottersprooch“. Hierbei wurde dem Publikum die Tradition und Bedeutung der „platten Sprooch“ und besonders ihre Pflege vor Augen geführt. Weiter ging es mit Loriot auf Platt. Der bekannte Frühstücksei-Sketch von Loriot wurde amüsant von Gabi Reinartz und Bert Voiss aufgeführt. Urkomisch stellten die Beiden die Ehepartner dar, die auf platt aneinander vorbei redeten. Nach diesem Beitrag brach großes Gelächter im Publikum aus. Dieses sollte jedoch nicht das letzte Mal sein.

Denn bereits die nächste Mundartfreundin strapazierte die Bauchmuskeln der Anwesenden mit ihrem Vortrag „Die jrueße Komp“. Dabei ging es um den Mehrzweckgebrauch einer Komp, die sowohl als Schweißfußkühlwanne als auch als Kinderbadewanne diente. Die Begeisterung der Besucher konnte kaum größer sein. So stiegen sie schließlich sogar bei Klara Germes Darbietung „En kranke Frau“ euphorisch mit ein. Auch „Dat Rheinische Grundjesätz“ schien dem Saal nicht unbekannt zu sein. Vor allem bei den Artikeln des Grundjesätzes „Sieh den Tatsachen ins Auge – Et is wie et is“ und „Habe keine Angst vor der Zukunft – Et kütt wie et kütt“ von elf weiteren Artikeln wurde Margret Vaßen lautstark begleitet.

Dass er ein Meister des Fluchens auf Plattdeutsch ist, bewies der Frenzer Mundartfreund Franz-Josef Linnartz mit seinem selbstgeschriebenem Stück „Auf gute Nachbarschaft“, bei dem es um einen lustigen Streit unter Nachbarn mit anschließender Versöhnung geht. Auch bei seiner anderen Darbietung „Der wiße Kning“ brach das Publikum in Gelächter aus.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die „Eifeler Mundartfreunde“ aus Bad Münstereifel, die insgesamt drei Sketche darboten. Bei der Aufführung „Die Botz“ wurde aus einer langen Ausgehhose mal eben eine luftige Shorts, die dann sogar live auf der Bühne angezogen wurde. Die Anwesenden im Saal kringelten sich vor Lachen. „Et Projramm“ endete traditionell mit dem „Kirchberger Leed“, das durch den ganzen Saal erklang.

Der Kirchberger Mundartverein stellte die besten Sketche aus den bisherigen zehn Jahren zusammen und erzielte einen abwechslungsreichen Mundart-Nachmittag für alle Liebhaber der platten Sprache. Alles in allem war also für Gesang, schauspielerische Darbietung und vor allen Dingen für köstliche Unterhaltung gesorgt und das trotz fehlender Gaststätte. Die Veranstalter improvisierten kurzerhand und kümmerten sich somit eigens um die flüssige Versorgung des Publikums. Kleiner Wermutstropfen des Abends war jedoch das Fehlen des Organisators des Ganzen, der der Veranstaltung aufgrund einer Grippe nicht beiwohnen konnte.

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