Ein Jahr Bürgermeisterin: Spannend und arbeitsreich

Von: Otto Jonel
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Ohne Eingewöhnungszeit gleich hinein ins Amtsgeschäft, hieß es für Marion Schunck-Zenker (SPD) seit dem ersten Tag als Bürgermeisterin von Linnich. Foto: Jonel

Linnich. „Das Jahr ist unwahrscheinlich schnell verflogen.“ Diesen Satz kann man nahezu von jedem hören. Wenn ihn aber die Bürgermeisterin einer Kommune ausspricht, erhält er ein zusätzliches Gewicht. Marion Schunck-Zenkers (SPD) Leben hat vor einem Jahr eine tiefgreifende Wende erfahren.

Aus dem Stand wurde sie Bürgermeisterin der Stadt Linnich. Getragen vom besten Stichwahlergebnis im Nordkreis. Die Erwartungen waren nicht minder hoch an die Erste Bürgerin.

„Spannend, herausfordernd, aufregend und natürlich sehr arbeitsreich“, fasst sie das erste Jahr ihrer Amtsperiode zusammen. Eingewöhnungszeit gab es so gut wie nicht. Mit dem Integrierten Handlungskonzept und der Integrations- und Begegnungsstätte „hatten wir gleich zwei sehr, sehr große Projekte vor der Brust“. Flüchtlingsdemo und die generelle Flüchtlingssituation in der Stadt ließen zudem keine Zeit, sich allmählich in die Führungsrolle einzugewöhnen. „Das hatte auch seinen Charme, dass wir als Team hier in der Verwaltung sehr schnell zusammenwachsen mussten. Es gab keine Zeit zu fremdeln.“

Dennoch: An einigen Stellschrauben im Verwaltungsapparat wurde gedreht, „wir haben einige Bereiche umstrukturieren müssen“. Das eine Jahr unter Marion Schunck-Zenker zeigt schon Wirkung. Die Verwaltungsangestellten ziehen mit bei dem neuen Kurs. Die Mitarbeiter denken fachbereichübergreifend und zeigen Initiative, lobt die Chefin im Rathaus. Und schon jetzt fasst sie mit dem Verwaltungsvorstand den mittelfristig unabwendbaren Alters- und Positionswechsel im Personalbereich ins Auge, mit dem Ziel, den Nachrückern in den jeweiligen Bereichen eine etwas längere Einarbeitungszeit zu gewähren.

Noch etwas Geduld

So aufwendig die Arbeit an dem großen Projekt IHK auch ist, glüht in Marion Schunck-Zenker der Funk der Ungeduld. „Ich hätte mir gewünscht, dass man jetzt schon auf der Straße etwas sieht. Aber es ist ja sehr viel vorzubereiten.“ Da wird sie sich wie Linnichs Bürger bis Frühjahr 2017 gedulden müssen.

Im Linnicher Rathaus dreht sich gegenwärtig viel um das IHK. „Man vergisst über diese großen Projekte, dass wir so viele, viele kleine Dinge auf den Weg bringen, die unwahrscheinlich wichtig sind.“ Exemplarisch nennt die Bürgermeisterin die Aktivitäten der Ederener Dorfgemeinschaft zu Gestaltung des Dorfplatzes oder den Start der Gesamtschule im kommenden Jahr in Linnich. Und „nicht zuletzt beschäftigt uns die Windkraft weiter“. Gemeint ist die Windkraftkonzentrationszone in Gereonsweiler. Wenn dort die Entscheidung gefallen sein wird, dürfte in Linnich der Strich unter das Thema Windkraft gezogen sein. „Ich gehe stark davon aus, dass diese drei Zonen dazu führen, dass wir die Ausschlusswirkung haben und dass das, was politisch und verwaltungsmäßig gewünscht ist, erfüllt ist.“

Eine Erfahrung hat Marion Schunck-Zenker in ihrem ersten Amtsjahr ebenfalls gemacht. Nicht alles läuft so, wie man es gerne hätte. Thema Gewerbeentwicklung: „Wir müssen zurzeit feststellen, dass wir in den interkommunalen Entwicklungen, die es rund um uns herum gibt, nicht beteiligt sind. Wichtig aber ist, dass wir für Linnich in der Lage sind, ebenfalls eine Entwicklung anzustoßen.“ Dabei müsse die interkommunale Zusammenarbeit, auch über Kreisgrenzen hinweg, geprüft werden. Gespräche in dieser Hinsicht, sagt die Bürgermeisterin, seien angestoßen.

Sinnvolle Investitionen

Finanziell fiel die Bürgermeisterin in ein „weiches Nest“. Das Jahr wies einen Überschuss aus. Aber Grund zum Durchatmen ist das noch nicht. Zumal die Belastungen für den Haushalt durch die Investitionen in das IHK erst noch kommen werden. Aber, sagt Marion Schunck-Zenker, man dürfe sich nicht notwendigen Investitionen an wesentlichen Stellen verschließen.

Ihr erstes Jahr als Bürgermeisterin hat in einer Hinsicht Veränderungen gebracht: Ihr Privatleben ist „geschrumpft“. „Das war mir klar. Aber das geht wohl jeder berufstätigen Frau und Mutter so, dass das Ganze nur funktioniert, wenn man es hervorragend organisiert und wenn man wie ich das Glück hat, von einer ganz tollen Familie unterstützt zu werden.“ Hobbys bleiben da „ein wenig auf der Strecke“.

Marion Schunck Zenker akzeptiert diesen Preis, den sie zahlen muss. Es ist Teil eines Jobs, den sie mit einer Textzeile von Ich+Ich beschreibt: „So soll es sein, so kann es bleiben.“

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