Ein Hilfsnetzwerk im kleinen Ort Daubenrath

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Murat Ünver bietet gerne kleine Reparaturen an. Foto: Stadt Jülich

Daubenrath. Alles hat vor zweieinhalb Jahren angefangen. Als der Mann von Susanne Trinkaus starb, stand sie auf einmal ganz alleine da mit der Auflösung ihres Hauses. Bereits während der Krankheit ihres Mannes hätte sie sich an der einen oder anderen Stelle eine Unterstützung und Hilfe gewünscht, da ihre Kinder weggezogen waren.

„Und sie wäre froh gewesen, wenn es damals schon so etwas wie das Hilfenetzwerk in Daubenrath gegeben hätte“, schreibt die Stadtverwaltung als Initiator und Träger des „Netzwerks Ambulanter Hilfen“, abgekürzt NAH. Zum Glück habe sie Murat Ünver als Nachbarn gehabt. Aus der Bitte um Unterstützung bei dem Transport schwerer Gegenstände hat sich eine freundschaftliche Beziehung entwickelt, und Murat Ünver bietet immer noch gerne bei technischen Fragen tatkräftige Hilfe an.

Susanne Trinkaus wisse, wie schwer es fällt, eine kostenlose Hilfe einfach so anzunehmen. Sie kann sich vorstellen, dass sich gerade ältere Menschen scheuen, um Hilfe zu bitten.

Das Hilfenetzwerk Daubenrath will Scheu und Scham entgegenwirken. Alle Helfenden hätten eine ähnliche Motivation wie Murat Ünver, berichtet die Verwaltung. „Sie helfen gern und uneigennützig. Andere zu unterstützen – eine kleine Reparatur im Haushalt, eine Fehlermeldung am Computer beheben, einen Einkauf tätigen oder jemanden in die Stadt mitnehmen – vermittelt den Helfenden ein Erfolgserlebnis.“

Manchmal entstehen über die Hilfe hinaus ein Vertrauensverhältnis und Freundschaften. Susanne Trinkaus und Murat Ünver sind sich einig, dass „die alternde Gesellschaft genau ein solches Hilfenetzwerk braucht“, damit man solange wie möglich im vertrauten Umfeld leben kann. Auch als Susanne Trinkaus nach 30 Jahren aus Daubenrath wegzog, blieb der Kontakt zu Ünver bestehen.

Das Hilfenetzwerk Daubenrath ist über das Servicetelefon dienstags von 11 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 01575/2738263 zu erreichen.

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