Ein gutes Gespräch ist Balsam für die Seele

Letzte Aktualisierung:

Jülich. Dass sich der persönliche Kontakt positiv auf das Wohlbefinden der Menschen auswirkt, weiß auch der Besuchskreis der Evangelischen Gemeinde Jülich. Seit fast 40 Jahren pflegt er insbesondere die Verbindung zu älteren Gemeindemitgliedern.

Ins Leben gerufen hat der damalige Pfarrer Karlheinz Haubrich den Kreis, der sich am 10. Januar 1977 zum ersten Mal im Pfarrhaus an der Schirmerstraße traf. Mit dabei bereits Christiane und Karl Petrasek, der die Leitung des Kreises auch drei Jahre später übernehmen sollte. Wenig später stieß Dr. Wolfgang Krasser hinzu, der jetzt für 35 Jahre aktive Mitarbeit wie auch Ruth Weber für 20 Jahre mit einer Urkunde und einem Büchergutschein von Pfarrer Horst Grothe ausgezeichnet wurde.

Die übrigen Beteiligten Adelheid Brechtken, Rosemarie Dix, Annelore Fischer, Friedel Gerwin, Ursula Otto, Erika Pfeiffer, Rosemarie Schößer, Elke Winkelbrandt und Dagmar Werner sind bis zu 29 Jahren „an Bord“. Die Mitarbeiter bedauern, dass Rosemarie Dix den Besuchsdienstkreis nach 17 Jahren verlässt. Sie wird an einem „Danke-Schön-Abend“ am Mittwoch, 5. März, 19 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus verabschiedet.

Zunächst Neuzugezogene betreut

Waren es anfangs Neuzugezogene, die mit einem Besuch rechnen konnten, sind es nun in erster Linie 75-jährige und ältere Geburtstagskinder. Das Gleichnis des Barmherzigen Samariters ist dabei mehr als nur theologischer Leitfaden. „Die gesamte Palette von kompletter Ablehnung bis zu freudigem Wiedersehen“ hätten die Mitglieder des Kreises bei ihren Besuchen erlebt, erzählt Karl Petrasek.

Deshalb gehört eine gewisse Frustrationstoleranz unbedingt zum Inventar eines Besuchsdienstlers. Wichtig sei zudem, „dass man zuhören kann und sich einfach auf den Menschen einlässt, auf dessen Beschwernisse, was sie bedrückt“, unterstreicht Petrasek. „Das belastet einen ja auch selber.“ Es seien halt manchmal traurige Geschichten, welche die Besuchenden zu hören bekämen, Erinnerungen an den Krieg oder an einen Todesfall.

Daher sei eine Grundvoraussetzung für den Besuchsdienst auf jeden Fall Geduld, aber auch das Gefühl, wann es am besten Zeit sei, wieder zu gehen. Viel Einfühlungsvermögen wird den Besuchern abverlangt, manchmal reicht ein Händedruck oder ein gemeinsames Schweigen.

Das Einhalten von Absprachen und Zuverlässigkeit sind darüber hinaus selbstverständliche Voraussetzungen für die Arbeit. Hohe Ansprüche an Mitarbeiter, die immer wieder gesucht werden.

Der Lohn der guten Tat sind mitunter engere Beziehungen. „Man hat sich kennen und schätzen gelernt“, erklärt Karl Petrasek. Dabei können die Besuchten sicher sein, dass nichts von dem Erzählten weitergegeben wird. Absolute Vertraulichkeit ist Grundlage der Besuchsdienstarbeit.

Auch innerhalb des Besuchskreises haben sich gute Verbindungen entwickelt. Gegenseitig unterstützen sich die ausnahmslos ehrenamtlich wirkenden Beteiligten, übernehmen Aufgaben der anderen, falls jemand ausfällt. „Das macht das Arbeiten auch immer leichter“, bekräftigt dankbar Petrasek.

Im Gefühlshaushalt der Menschen

„Wir wissen“, so Peter Petrasek, „dass wir in unserer Besuchsdienstarbeit nicht immer alle Wünsche und Erwartungen erfüllen können. Wir machen unseren Dienst, weil wir denken, dass Besuchen zum Wesen von Gemeinde gehört.“

Oder wie es der verstorbene Präses Peter Beier einmal ausdrücklich formuliert hat: Kirche läuft treppauf, treppab oder sie verschwindet aus dem Gedächtnis und dem Gefühlshaushalt der Menschen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert