Ein Fanal „Gegen das Vergessen” von Albert Trostorf

Von: dmd
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In Albert Trostorfs (r.) Vortr
In Albert Trostorfs (r.) Vortrag fehlte nicht die denkwürdige Schlagzeile, die das Ende des Zweiten Weltkriegs verkündete und der in sechs Jahren Abermillionen Menschen das Leben kostete. Foto: Mengel-Driefert

Inden. „Es sollte immer wieder daran erinnert werden wie schrecklich dieser Krieg war”, sagte Albert Trostorf nach seinem Vortrag „Gegen das Vergessen Teil II”. Im Ortsgeschichtlichen Museum Lucherberg berichtete er über die Kriegsjahre 1939 bis 1945 in Inden und Umgebung.

Schon im Frühjahr war der Autor auf Einladung des Geschichtsvereins der Gemeinde Inden zu Gast gewesen. Damals referierte er über die Zeit der Kriegswirren in den Dörfern Schlich-Merode.

Die Inde bildete eine natürliche Barriere gegen eine weitere Offensive der Amerikaner und war eine wichtige Verteidigungslinie für die deutschen Verbände. Es kam zu schweren Kämpfen. Trostorf unterlegte seinen Vortrag mit zahlreichen Fotografien, Luftaufnahmen und Aufnahmen, die er bei seinen Recherchen in US-Archiven gefunden hatte. Sie gaben Aufschluss über den militärischen Alltag des Krieges. Zum Beispiel wurde Altdorf in Folge der Kämpfe schwer zerstört, Pattern litt dagegen weniger als die Nachbarorte.

Die Amerikaner rückten am 23. November 1944 in den Ort ein, der evakuiert wurde. In dem vollbesetzten Vortragssaal meldeten sich immer wieder Zeitzeugen zu Wort, halfen, die abgebildeten Geschehnisse und Orte zu lokalisieren, oder ergänzten den Bericht durch eigene Erlebnisse. Einige Fotos zeigten Pier zum Kriegsende. „Pier war am schwersten betroffen, kaum ein Stein stand auf dem anderen. Kurioserweise sieht es heute fast wieder genauso aus”, sagte Trostorf und spielte damit auf die Umsiedlung und die Zerstörung durch den Bagger an.

Er erinnerte auch an Einzelschicksale wie das von Siegfried Newrath, der seit Kriegsende als vermisst gilt und dessen Verbleib bis heute ungeklärt ist. Bilder von Kindersoldaten und Soldaten im Alter über 50 Jahre, erinnerten an die Sinnlosigkeit der letzten Kämpfe und die Grausamkeit dieser Zeit. „Manche Jungen gaben sich absichtlich älter aus als sie waren um das ?Abenteuer Krieg mitmachen zu können”, meinte Trostorf. „Diese Generation ist einer Gehirnwäsche unterzogen worden, und wenn sie den Krieg überlebt hatten, waren sie traumatisiert.”

Die zahlreichen Bilder und Texte dokumentierten das Ausmaß und Schrecken des Zweiten Weltkrieges in Inden - zeigten Leid, Zerstörung, Verletzungen und Tod.

Albert Trostorf beschäftigt sich nebenberuflich seit 35 Jahren mit dem Thema und hat ein enormes Wissen zusammengetragen. Auslöser für das langanhaltende Interesse war die Begegnung mit einem amerikanischen Kriegsveteranen, den er im Alter von 14 Jahren kennenlernte. Daraus ist eine Freundschaft entstanden und zahlreiche Bekanntschaften mit weiteren Amerikanern. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts organisierte er mit Freunden ein amerikanisch-deutsches Friedenstreffen. „Die Amerikaner waren erst nicht begeistert, doch wir haben das ganz familiär aufgezogen, und schließlich sind 120 amerikanische Veteranen auf die gleiche Anzahl ehemaliger deutscher Soldaten getroffen.” 1999 hat das letzte Treffen stattgefunden, danach ließ das hohe Alter der Veteranen weitere Zusammenkünfte nicht mehr zu.

Doch für Albert Trostorf geht die Beschäftigung mit dem Thema weiter. Heute engagiert er sich in einer interdisziplinären Forschungsgruppe für Zeitgeschichte (Z.I.F.), erklärte er abschließend.
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