Ein Container begeistert die Koslarer Jugend

Von: Pia Wilbrand
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Jugendtreff Koslar, Eröffnung
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Koslar. Christian nimmt Anlauf und wirft den Speer mit voller Kraft. Ein Jubeln geht durch die Menge, denn dieser Wurf war besser als sein erster. Das passiert allerdings alles nur virtuell. Christian spielt im neu eröffneten Jugendtreff auf der Wii.

Der Jubel dagegen ist echt und kommt unter anderem von Bürgermeister Heinrich Stommel, Dezernentin Katarina Esser, Jens Musche vom Jugendbus „Die wilde 13”, der Sozialpädagogin Sandra Schoenen, vielen freiwilligen Helfern und den Jugendlichen, die gekommen sind, um die Neueröffnung zu feiern.

„Der neue Jugendtreff ist viel besser als der alte”, sagt die 17-jährige Sarah Becker. Am besten gefalle ihr das Beisammensein, weshalb sie versuchen wird, so oft wie möglich den Treff zu besuchen.

Heinrich Stommel lobt Familie Becker, die ehrenamtlich den Boden und die Lichtanlagen erneuert hat. Auch Katarina Esser ist mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und findet den neuen Anstrich viel schöner. „in2lounge” steht als Graffiti darauf, denn diesen Namen haben die Jugendlichen ihrem Treff gegeben.

„Das fing damals ja alles mit dem Jugendbus an, der nach Koslar kam”, erinnert sich Christian Ittermann. „Das war 2004 oder 2005. Mit Jens Musche und seinem Team habe ich mich richtig gut angefreundet, aber als sie wieder weg waren, bin ich auch nicht mehr gekommen.” Als Grund nennt der 20-Jährige die fehlgeschlagene Selbstverwaltung der Jugendlichen, die damals den Container übernommen hatten. „Die waren erst einmal viel älter als ich und dann fingen die an, hier alles zu zerstören. Da vorne in der Wand hat sogar mal ein Hocker gesteckt.”

Christian ist deswegen froh, dass der Jugendbus erneut nach Koslar kam und viele engagierte Jugendliche zusammen mit Jens Musche und Sandra Schoene den Container entrümpelt und renoviert haben. „Im Sommer letzten Jahres haben wir damit angefangen”, sagt Sandra Schoenen. „Es gab ein paar Rückschläge, wie zum Beispiel einen Wasserrohrbruch. Aber wir haben auch mit Hilfe eines Zeitungsaufrufs Möbelspenden bekommen.”

Der Plan des Kreises Düren und der Stadt Jülich sei es, Freizeitangebote auch in den Dörfern anzubieten. „Es gibt genug Familien, die nicht motorisiert sind. Die Jugendlichen haben keine Möglichkeit, um in die Kernstadt zu fahren.” Mit den Jugendlichen aus Koslar plane sie Kino- und Schwimmbadbesuche und einen Ausflug in die Eissporthalle nach Aachen.

„Sandra ist wirklich toll”, sagt Sandra Kollmann über Sandra Schoenen. „Sie ist meine beste Freundin, ihr kann ich alles erzählen.” Im Jugendtreff pulsiert das Leben, jeder Jugendliche kann seine persönliche Geschichte dazu erzählen. Einige sitzen auf der großen Sofalandschaft und reden, andere spielen Wii, zwei haben sich Schläger geschnappt und veranstalten ein Tischtennisturnier. Auch ein Kicker und eine Küche sind im Container zu finden. „Da wollen wir zu Weihnachten gemeinsam Plätzchen backen”, sagt Sandra Schoenen.

Dienstags wird sie den Container von 15 bis 18.30 Uhr öffnen, donnerstags von 15 bis 20 Uhr, und freitags können Jugendliche sogar von 15 bis 21 Uhr dort ihre Freizeit verbringen.
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