Jülich - Ein bisschen Endzeit-Stimmung am Busbahnhof

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Ein bisschen Endzeit-Stimmung am Busbahnhof

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Der Bergiff Unterstand funktioniert nicht mehr: Am Jülicher Busbahnhof fehlt an einigen Häusern das Glas. Foto: Guido Jansen

Jülich. In Jülich werden hin und wieder Kinofilme gedreht. Vielleicht steht auch der Busbahnhof in den Listen der Filmemacher; als Drehort, der kaputt ist und ein bisschen Endzeitstimmung verbreitet.

Denn wenn die Wolken schwer und tief hängen und die Sonne ersticken, dann kann man sich in einem solchen Endzeit-Szenario wähnen, wenn man die Bushaltehäuschen vor Augen hat. Die Scheiben sind beschmiert. Und wenn man ungetrübten Durchblick hat, dann nur aus einem Grund: Die Scheiben fehlen vollständig.

Dafür gibt es zwei Gründe: Unfälle oder Vandalismus. Der Unterstand in unmittelbarer Nähe zum Bahnhofsgebäude verdient diese Bezeichnung kaum noch. Drei von vier Scheiben der Rückverkleidung fehlen, das Dach ist nicht mehr komplett. „Da hat es einen Unfall mit einem Bus gegeben”, sagt Martin Schulz, Technischer Beigeordneter der Stadt. Im Moment wird ein Gutachten erstellt. Dann soll repariert werden. Ein paar Meter weiter, an zwei Unterständen, die mit dem Rücken zu den Gleisen der Rurtalbahn stehen, fehlen ebenfalls Scheiben. „Vandalismus”, nennt Schulz als Grund.

Und das nicht zum ersten Mal. „Wir hatten einige dieser Scheiben auf Lager, falls mal welche kaputt gehen”, sagt Schulz. Aber die Reserve ist aufgebraucht. „Es macht irgendwann keinen Spaß mehr. Wir erneuern die Scheiben, dann sind sie wieder kaputt”, sagt Schulz. Es braucht rohe Gewalt, um die Scheiben zu zerstören. Sie bestehen aus einem stabilen Verbundglas, wenn sie brechen, dann entstehen keine scharfen Scherben. „Ich wäre nicht in der Lage, die Scheiben zu zerstören, indem ich dagegen trete. Da braucht man schon Hilfmittel”, sagt der Beigeordnete.

Ob der Bahnhof ein Brennpunkt ist, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Laut Schulz haben Polizei und Ordnungsamt ausgesagt, dass dem nicht so sei. Im Zusammenhang mit den Hakenkreuz-Schmierereien vor einigen Wochen äußerte sich ein Sprecher der Rurtalbahn anders. „Der Jülicher Bahnhof ist einer von zwei Problem-Haltepunkten, die wir haben.”

Problem oder nicht – die Stadt plant, die Unterstände wieder auf Vordermann zu bringen. Dafür müssen neue Scheiben gekauft werden. Kosten: 450 Euro pro Stück. „Das sind Kosten, die zu Lasten der Allgemeinheit gehen. Letztlich bezahlt der Steuerzahler”, sagt Schulz und erklärt sein Unverständnis für den immer wiederkehrenden Vandalismus.

Derzeit läuft ein Förderprogramm des Landes, mit dem Bushaltestellen verbessert werden sollen. Der Bushof fällt nicht in dieses Programm, die Stadt hat aber trotzdem Anträge auf Zuschüsse gestellt, weil sie andere Haltestellen aufpolieren will. „Bisher haben wir keinen Bescheid erhalten. Wenn das Geld kommt, dann haben wir eine Liste, die wir abarbeiten. An erster Stelle steht die Bushaltestelle an der Fachhochschule”, sagt Martin Schulz.

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