Ein Behältnis für die Utensilien der Krankensalbung

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Versehgerät von 1837 aus der Kirche St. Andreas und Matthias Lich-Steinstraß. Foto: Dautzenberg

Jülich. Im Westturm der Propsteikirche ist noch bis zum 10. September die Ausstellung „Alle um einen Tisch“ zu sehen, die Kirchenschätze aus der Jülicher Pfarrei Heilig Geist zeigt. Für jede der 16 in der Pfarrei zusammengeschlossenen Gemeinden wurde ein Objekt ausgewählt.

In einer sechsteiligen Artikelreihe stellen die Kuratoren der Ausstellung einige Objekte vor. Heute folgt Teil 6: die Versehgarnitur aus St. Andreas und Matthias Lich-Steinstraß.

Am 15. Februar 1837 starb im alten Lich Andreas Peter Hoffmann im Alter von 46 Jahren. Das sagt die Sterbeurkunde im Stadtarchiv Jülich. Er war am 22. November 1790 in Rödingen getauft worden, wie das Taufregister im Stadt- und Kreisarchiv Düren ausweist.

Kurz vor seinem Tod stiftete er der Kirche von Lich das ausgestellte Versehkreuz aus Silber. Er wollte wohl noch etwas für sein Seelenheil tun. Auf der Rückseite des „Tatzenkreuzes“ ist der Name des Stifters eingraviert in einem Chronogramm mit der Jahreszahl 1837. Auf seiner Vorderseite zeigt das Kreuz das „Lamm Gottes“ mit einer bewimpelten Lanze, der Fahne des Sieges, dazu in lateinischer Sprache die Inschrift: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt.“

Das Kreuz kann aufgeklappt werden. Innen befinden sich Behältnisse für die nach katholischem Glauben heilige Hostie und die heiligen Öle. Vor zweihundert Jahren starben die meisten Menschen zu Hause. Ihnen brachte der Priester im priesterlichen Gewand, das Versehkreuz auf der Brust an einer Kette um den Hals hängend, meist in Begleitung eines Messdieners die heilige Kommunion und das Sakrament der „Letzten Ölung“, das man heute „Krankensalbung“ nennt.

Einen „Versehgang“ nannte man diese priesterliche Handlung, und in den Todesanzeigen stand dann: Er oder sie starb „versehen mit den Sakramenten der heiligen katholischen Kirche“. Erworben hatte Hoffmann das Versehkreuz bei Johann Jakob Gamaliel Reuter, der in Düren ein Geschäft für liturgische Geräte aller Art betrieb, von denen in der Ausstellung noch andere zu sehen sind. (Autor: Dr. Peter Nieveler, Kurator)

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