Ein Alarm gegen den Erstickungstod

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Klein, leicht zu installieren und günstig: Rauchmelder retten Leben. Deswegen ist Jülicher Brandoberinspektor Swen Henseler froh, dass ab dem neuen Jahr eine Rauchmelderpflicht in allen Wohnimmobilien gilt. Foto: Jansen

Jülich. Den Beweis dafür, wie wichtig Rauchmelder in Häusern und Wohnungen sind, gab es am Sonntag. Drastischer hätte er nicht sein können, weil eine Frau in Schophoven bei einem Zimmerbrand ihr Leben verloren hat. Auf Nachfrage teilte die Polizei am Dienstag mit, dass es in den Räumen keine Rauchmelder gegeben hat.

Wenige Tage vorher hatte Swen Henseler von der Feuerwehr Jülich noch darüber gesprochen, wie wichtig Rauchmelder in Wohnräumen seien und wie richtig es sei, dass Rauchmelder ab dem neuen Jahr gesetzlich vorgeschrieben sind. „Den Satz ‚Die Bewohner konnten das Gebäude noch rechtzeitig verlassen' lesen wir dann hoffentlich noch häufiger“, sagte Henseler, der in Jülich Brandoberinspektor und Zugführer des Löschzugs I der Stadt ist.

Sinn des Rauchmelders ist es, einen so genannten Entstehungsbrand frühzeitig zu erkennen und die Bewohner rechtzeitig zu warnen. Denn ansonsten könne Rauchentwicklung vor allem in der Nacht schnell tödlich sein. „Wenn man schläft, dann schalten sich Geruchs- und Geschmackssinn aus. Den Rauch nehme ich dann also nicht wahr. Und dann kann es schnell zu Ende gehen“, sagt der Feuerwehrmann. So sei es auch zu erklären, dass in etwa Dreiviertel der Fälle das Ersticken die Todesursache ist.

Versicherungsfall

Zum neuen Jahr sind alle Vermieter verpflichtet, ihre Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten, für die Wartung sind dann die Mieter zuständig. Eigentümer kümmern sich selbstständig. Laut Landesbauordnung NRW, Paragraf 49, Absatz 7 müssen alle Schlafräume und Kinderzimmer sowie alle Flure, die im Notfall Rettungswege sind, mit Rauchmeldern bestückt sein. Ein behördliches Überprüfen, ob die Rauchmelder überall installiert sind, erfolgt indes nicht. Allerdings können am dem 1. Januar im Bandfall Konsequenzen seitens der Versicherung drohen, falls der Melder gefehlt hat.

Rauchmelder gebe es in vielen Supermärkten und Baumärkten, sagte Henseler. Die Preisspanne liege zwischen vier und 50 bis 60 Euro pro Stück. Wichtig sei, dass die Rauchmelder mit der CE-Kennzeichnung versehen sind und möglichst auch das Siegel eines Prüfinstitutes haben. Die Montage der Melder sei einfach, sie können an die Decke gedübelt oder mit einem starken doppelseitigen Klebeband befestigt werden.

Wer verhindern will, dass er alle ein bis zwei Jahre die Batterie tauschen muss, sollte zu Geräten greifen, die mit Q gekennzeichnet sind. Das garantiert eine Funktion über zehn Jahre. „Das Tauschen der Batterie ist sehr einfach“, sagt Henseler, der das Studieren der Bedienungsanleitung dringend empfiehlt. Darin sei zu lesen, dass die Melder in regelmäßigen Abständen getestet werden sollten.

Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Arten Melder. Die einen reagieren auf Rauchpartikel in der Luft, die anderen auf Hitzenentwicklung. Zigaretten lösen Rauchmelder nicht aus. „Dafür müsste man direkt unter dem Melder stehen und den Rauch hineinblasen“, erklärt Henseler. Für Häuser oder Wohnungen, die über mehrere Etagen gehen, gebe es die Möglichkeit, miteinander vernetzte Rauchmelder zu installieren. „Wer gerade auf dem Speicher ist, der bekommt möglicherweise gar nicht mit, wenn ein Rauchmelder im Keller anschlägt.“

Die Feuerwehr Jülich bietet mit ihrem Brandschutzmobil Aufklärungsunterricht für Gruppen an. Kontakt ist unter Telefon 02461/ 8057770 oder per E-Mail an: brandschutzerziehung@feuerwehr-juelich.de möglich.

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