Hasselsweiler - Ein 13-Jähriger aus Hasselsweiler gibt Vollgas

Ein 13-Jähriger aus Hasselsweiler gibt Vollgas

Von: hfs.
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Die Pokalsammlung kann sich mittlerweile schon sehen lassen. Allerdings ist derjenige für die diesjährige Clubmeisterschaft schon etwas Besonderes. Foto: hfs.

Hasselsweiler. Es sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Gene, die bei Familie Varol aus Hasselsweiler ausschlaggebend dafür sind, dass hinsichtlich Freizeitgestaltung das Motorradfahren im Vordergrund steht. Ob beim Vater, der Mutter, der Tochter oder aber bei Sohn Corvin.

Alle Varols haben eine Maschine in der Garage stehen, alle lieben es, sich den Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen. Alle fahren auf der Straße, nur der Sohnemann macht da noch eine Ausnahme. Der fährt Crossrennen, wurde nun mit 13 Jahren jüngster Vereinsmeister beim MSC Grevenbroich, für den er im kommenden Jahr auch internationale Rennen fahren wird.

Stolz wie Bolle ist er, Corvin Varol, 13 Jahre alt, Schüler der Jülicher Sekundarschule. Dort geht er in die achte Klasse, die Frage, welches denn sein Lieblingsfach sei, erübrigt sich schon fast. „Sport“, sagt er voller Überzeugung. Man nimmt es ihm direkt ab, fragt sich aber, wie er denn als so „schmächtiges Kerlchen“ eine Crossmaschine beherrschen kann. Dazu im schwierigen Gelände?

„Eine Frage des Geschicks und des Könnens“, sagt Volker Varol, der Vater, der liebend gerne ebenfalls Crossfahrer geworden wäre. „Vor 40 Jahren, bei der damaligen Rheinlandschau in Jülich, habe ich mit neun Jahren erstmals auf einer solchen Maschine gesessen. Ich war direkt davon fasziniert und begeistert, aber leider fehlte meinen Eltern damals einfach das Geld“, zuckt Varol mit den Schultern. Damals hakte er schnell diese Art von Freizeitgestaltung ab.

Schule geht vor

Doch die Liebe zum Motorrad blieb, heute hat er Zigtausende von Kilometern auf vielen Maschinen in Europa abgefahren, teilweise auch mit seiner Ehefrau, die wir er „schwere Kräder“ liebt. Dass sich sieben Maschinen im Besitz der Hasselsweiler Familie befinden, ist nichts Ungewöhnliches. Jedenfalls nicht für die Beteiligten, denn nicht immer und überall kann das gleiche Motorrad gefahren werden. Kurvte die jetzt 16-jährige Tochter bereits mit drei Jahren auf einer kleinen Maschine durch die Felder, stieg Corvin erst mit fünf Jahren auf „ein Motorrad, von dem wir allerdings die Stützräder entfernt hatten“, berichtet das Familienoberhaupt.

Denn die hatte die Tochter noch gebraucht, um die Balance mit der 50 Kubikzentimeter schweren Maschine halten zu können. Schnell zeigte Varol Junior nicht nur Gefallen an den Fahrten durchs Feld, sondern auch sein Geschick und Können fielen auf. Mit neun Jahren wurde aus der kleinen eine 80-Kubikzentimeter-Maschine, mit elf Jahren schloss er sich dann dem MSC Grevenbroich an, in Deutschland ein Verein „mit erster Adresse und klangvollem Namen“, sagt Corvin. Ob Anfänger-, Jugend-, Sommer- oder Winterbahn, der Vereinsmeister fährt natürlich alle.

„Der große Vorteil ist, dass wir dort auch im Winter fahren können, kein Verein bietet so etwas an“, sagt Corvin mit einem Lachen und freut sich auf seine Trainings- und Wettkampffahrten. „Wenn es nach ihm ginge, dann wären wir jeden Tag auf der Bahn“, sagt Volker Varol, bremst seinen Sohn. Denn schließlich geht die Schule vor. „Mein Traum ist es allerdings, irgendwann einmal als Profi mit dem Crossfahren Geld zu verdienen“, hat sich Corvin Varol ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Vorbilder, die sieht er dann und wann beim MSC, denn internationale Fahrer mit Renommee und Titel „buchen“ die Strecken in Grevenbroich.

Dass der junge Cross-Fahrer immer von seinem Vater begleitet werden muss, ist selbstverständlich. „Nicht nur zum Anfeuern, sondern auch um die Maschine zu präparieren oder im Bedarfsfall zu reparieren, sind die Varols dann an den Rennstrecken mit einem Anhänger samt Werkstattausrüstung vertreten. Das wird im kommenden Jahr des öfteren der Fall sein.

„Ich starte dann beim MX-Cup, der in NRW und Holland ausgetragen wird“, blickt das junge Crosstalent schon jetzt der nächsten Rennsaison entgegen, für die er natürlich Kondition aufbaut. Schwimmen, Tennis spielen, Fahrrad fahren, Laufen und Fußball spielen – damit hält er sich fit. Wenn dann der 16. Geburtstag ansteht, wird Corvin Varol mit Rennlizenz auf eine 125-Kubikzentimeter-Maschine umsteigen. „Und natürlich auch einen Motorrad-Führerschein machen, denn das Fahren auf der Straße ist ja auch nicht schlecht.“

Sicherheitstraining beim ADAC steht im kommenden Jahr ebenso fest im Terminplan. Dass sein Sport ab und an auch gefährlich sein kann – Sprünge über eine Distanz von zwölf Metern mit dem Motorrad im Gelände gehören in jedem Rennen dazu – erlebte der Junge vor einigen Tagen. Eine kleine Unachtsamkeit, der Sprung misslang, er landete mit einer Gehirnerschütterung und einem Schleudertrauma im Krankenhaus. Bedauern lässt er sich deswegen nicht. „Denn mit Stürzen muss man in unserem Sport leben“, sagt er.

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