Müntz - Eigenleistung wird in Müntz und Hompesch groß geschrieben

Eigenleistung wird in Müntz und Hompesch groß geschrieben

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
11941037.jpg
Bindeglied zwischen Rat und Bürgern: Der Müntzer Ortsvorsteher Ulrich Goebbels (r.) hält bereits im siebten Jahr Bürgerversammlungen ab, weil er sicherstellen will, dass die Müntzer und Hompescher gut informiert sind. Neben ihm sitzt sein Hompescher Amtskollege Hermann-Josef Raufuß. Foto: Jagodzinska

Müntz. Der Müntzer Ortsvorsteher Ulrich Goebbels will sicherstellen, dass die Müntzer und Hompescher Bürger gut informiert sind. Deshalb hält er seit sieben Jahren, solange er dieses Amt bekleidet, als Bindeglied zwischen Rat und Bürgern rund vier Mal jährlich eine Bürgerversammlung in der Bürgerhalle ab.

Bei dieser vorbildlichen Initiative steht ihm der Hompescher Ortsvorsteher Hermann-Josef Raufuß zur Seite.

Zum Auftakt der jüngsten Versammlung monierte Goebbels zunächst unbewiesene Behauptungen, etwa um das Thema Spielplatz, die jüngst zu großen Diskussion geführt hätten: „Behaupten nützt nichts, ein Blatt Papier muss es sein“, forderte er für die Zukunft. Dann standen Steuersätze und Gebühren auf der Agenda, im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden. Warum ist Schmutzwasser am teuersten? Weil Titz eine Flächengemeinde ist. Warum wurden Hebesätze und Gewerbesteuer erhöht? Damit die Gemeinde unter der Fünf-Prozent-Marke bleibt und so nicht ins Haushaltssicherungskonzept gerät.

Appell an Solidarität der Bürger

Bei der Biomülltonne appellierte der Ortsvorsteher an die Solidarität der Bürger: „Nicht die anderen bestrafen, die keinen Landwirt neben sich wohnen haben“, und deshalb anteilsmäßig mehr zahlen müssen. Wann ist Eigenkompostierung möglich? Bei mindestens 100 Quadratmetern Grundstücksgröße, ohne Berücksichtigung der Rasenflächen.

Breiteren Raum nahm die „Milchmädchenrechnung“ bei den Schlüsselzuweisungen des Landes NRW für Flüchtlinge ein. Besprochen wurde auch, wie sich der Kreis Düren finanziert und warum die „Jugendamtspauschale“ in den letzten fünf Jahren „ins Unermessliche steigt“.

Als besonders interessant erwiesen sich die Müntzer Themen, bei denen sich „drei Baustellen“ herauskristallisierten: Erste ist der Dorfplatz nach Abriss der Alten Schule. Goebbels möchte „die jetzige Fläche um drei bis vier Meter verlängern und durch robuste Hainbuchen trennen. Eine der beiden Originaltüren der Alten Schule will der Schreiner durch eine Lärchenholztüre ersetzen, die schnell historisch wirkt, aber sehr viel länger robust bleibt. Die Mauer soll „grob runtergemauert werden und wie ein Abriss aussehen“. Zwei bis drei Gedenktafeln sind angedacht, die unter anderem mit Schulbildern vor und nach dem Krieg an die einstige Lehranstalt erinnern sollen. Die Fläche soll „maximal geteert werden, weil Pflastern zu teuer ist“. Für Jugendliche eigne sich der Platz für angesagte Freizeitbeschäftigungen wie Skateboardfahren.

Zweite Baustelle ist das Terrain hinter der Bürgerhalle, dessen Schlacke kontaminiert war. Der „nette Abrissunternehmer“ hat den Weg wieder hergerichtet. Ferner erreichte der Bürgerverein, dessen Vorsitzender Goebbels ist, dass die Gemeinde Material für die Herrichtung der Fläche stellt. Willibert Schaaf hatte im Vorfeld angeboten, den Platz zu pflastern, wenn er entsprechende Unterstützung von den Bürgern erfährt. „Das wäre eine Riesensache. Ohne Ehrenamtler kriegt keiner mehr etwas durch“, betonte Goebbels.

Dritte Baustelle ist die Ausgleichsfläche hinter dem Sportplatz. Diese will der Ortsvorsteher gemeinsam mit vier weiteren Müntzer Männern einzäunen. Vorne vor den Zaun sollen Weiden, am Wirtschaftsweg eine Hainbuchenhecke gepflanzt werden. Die rund drei bis vier Meter Grünfläche soll von Sträuchern gesäumt werden. Desweiteren will Goebbels in einer „Winteraktion“ mit den Kindergartenkindern 15 Vogelhäuschen bauen. Zur Stärkung der Artenvielfalt träumt er zusätzlich von einem zehn Meter langen und acht Meter breiten Teich, dessen tiefste Stelle 40 Zentimeter betragen soll. Der dient dann als Rückzugsgebiet für Amphibien. Das Land NRW „hat für so was ein offenes Ohr“. Als Höhepunkt des Projekts sollen vier Schafe auf der Fläche weiden, nachdem „unter Aufsicht“ einige Ziegen den dort wachsenden Sauerampfer gefressen haben.

Tierischer „Rasenmäher“

„Dürfen sich die Schafe auch vermehren?“, lautete eine der Fragen aus der Versammlung. Eine Schafzucht ist indes nicht geplant. „Kann man die auch mieten (als Rasenmäherersatz)?“ eine andere. Die Antwort fiel ebenfalls negativ aus. Für die Unterbringung der Wiederkäuer im Winter hat sich ein Aachener Landwirt angeboten.

Neben der Vorstellung des neuen Titzer Schulzentrums war der Müntzer Friedhof Thema, weil dort nunmehr kein Unkraut mehr „gespritzt“ werden darf. Auch hier plädiert Goebbels für eine „vernünftige Teerfläche“.

Die Straßenbeleuchtung des Dorfes soll in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf LED umgestellt werden. Mit Nachdruck forderte Willi Müller den Bau einer Behindertenrampe zur Bürgerhalle und gab sich nicht damit zufrieden, dass „dafür kein Geld da ist. Man muss immer gucken, welche Pötte (Fördertöpfe) da sind“, betonte Goebbels.

Abschließend wurde in der Versammlung die vollzogene Gründung des „Fördervereins Spielplatz“ bekannt gegeben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert