Eifelverein Jülich: Viel Natur und viel Historie

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In Hannoversch Münden probierten die Eifelaner aus Jülich anlässlich einer Stadtführung verschiedene historische Kopfbedeckungen aus. Foto: W. Lang

Jülich. Eine lieb gewordene Tradition pflegte eine Gruppe des Jülicher Eifelvereins, indem sie sich eine Woche lang zu Wanderungen in einem Deutschen Mittelgebirge aufmachte.

Quartier fanden die Wanderer im Gasthaus Johanning in Uslar, im Naturpark Solling / Vogler / Reinhardswald. Es war alles in allem ein Treffer mit hohem Wohlfühlfaktor.

Als Teil einer Buntsandsteintafel bildet der Solling meist nur schwach profilierte Hochflächen aus, durch deren tiefe Fichten-, Buchen- und Eichenbestände sich unangestrengt wandern lässt, wie die Teilnehmer auf verschiedenen Wanderungen erfahren konnten.

Dagegen war die Wanderung über den Ebersnacken im Anschluss an die Besichtigung von Kloster Amelungsborn im stetigen Wechsel bergauf und bergab führender Strecke eine andere Herausforderung, belohnte die Teilnehmer aber mit schöner Aussicht vom Bodoturm und von der Königszinne auf das Wesertal und das Tagesziel Bodenwerder.

Eine Wanderung führte ins Hellental und von Silberborn aus in den nahe gelegenen Mecklenbruch, eine unter Naturschutz stehende Hochmoorlandschaft. Ein Holzsteg über weichem Untergrund sorgt für Sicherheit, von einem Aussichtsturm ist das 63 Hektar große Gebiet – Moorflächen und ausgedehnte Wollgrasfelder – zu überblicken.

Urwüchsig mit seinen Eichenriesen, die bereits zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges standen, bildet der Reinhardswald das größte zusammenhängende Waldgebiet Hessens, ein artenreicher, großer Kulturwald. Wild erscheint er nur dort, wo er „Urwald“ heißt. Das betrifft ein kleines, geschütztes Areal, das ganz der Natur überlassen wird. Wo mächtige Farne Moosbänke bedecken, umgestürzte Baumriesen seltsame Gebilde zeigen, Teppiche von Pilzen und leuchtende Beeren ins Unterholz locken, ist der Besucher von Stille und geheimnisvollen Lauten umgeben.

Nach vorherigem schweißtreibenden Aufstieg zur Sababurg, gemeinhin als „Dornröschenschloss“ bekannt, waren die Wanderer erleichtert, sich nicht – wie im Märchen der Gebrüder Grimm anno dazumal der Prinz – den Zugang zum Schloss durch mächtige Hecken freikämpfen zu müssen. Wach geküßt war die schöne Maid ja auch bereits. So konnten die Wanderer die imposante Burg auf der Basaltkuppe wie auch die märchenhafte Umgebung entspannt in Augenschein nehmen.

Die Gruppe besuchte auch Karlshafen, ab 1699 durch Landgraf Carl I. von Hessen Kassel angelegt, war sie das ehrgeizigste Projekt des Landesherren und nach seiner Vorstellung das Tor nach Hessen. Die Stadt im Gebiet der südlichen Oberweser wurde durch seine Großzügigkeit in Religionsfragen im 17. Jahrhundert zur neuen Heimat französischer Glaubensflüchtlinge.

Eine besondere Wanderung führte zum Weser-Skywalk, der bei strahlendem Sonnenschein eine herrliche Aussicht auf Bad Karlshafen und die Weser freigab.

In Hannoversch Münden, wo durch den Zusammenfluss von Werra und Fulda die Weser beginnt, brachte die Touristenführerin anhand vieler traditioneller Hüte, die jeweils etwas mit der Stadt und deren Geschichte zu tun hatten, der Gruppe mit lustigen Begebenheiten, ernsten Hintergründen und klaren Fakten beste Informationen nahe.

Immer wieder wurde auch einer der Teilnehmer aufgefordert, einen der vielen Hüte auszuprobieren und – was soll man sagen – sie standen den Betroffenen meist hervorragend, wobei der Vorsitzende der Ortsgruppe Jülich als „Bürgermeister“ eine ausnehmend würdevolle Figur abgab.

So bestaunte die Gruppe spezielle Exemplare der etwa 520 denkmalgeschützten Gebäude, darunter viele der bestens erhaltenen Fachwerkhäuser, das Rathaus, die Blasius- und die Ägidien-Kirche, das Welfenschloss und das Haus von Dr. Eisenbart.

Ein Besuch im Weltkulturerbe Kloster Corvey und in Höxter führte wieder einmal an die Weser und lud ein zu einer Schiffsreise weseraufwärts bis Fürstenberg und dort obligatorisch zum Besuch einer der ältesten deutschen Porzellanmanufakturen.

Angesichts der tollen Umgebung und der unterschiedlichen Tour-Charakteristiken konnten in dieser Wanderfreizeit viele schöne Erfahrungen gesammelt werden. Auf jeden Fall hat die Kondition wohl aller Teilnehmer positiv zugenommen.

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